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Die Verbindlichkeit wahrer Christen, nach dem Muster Jesu, ihren Willem dem Göttlichen Willen zu unterwerfen : Wurde als ... Herr Johann Jacob Plitt ... am 5ten April 1773. durch einen seligen Tod diese Welt verlassen ... vorgestellet / von Johann Jacob Willemer ..
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Wenn IEſas in unſerm Text ſagt: Nicht wie ich will, ſondern wie Tage⸗ du willt, ſo verſtehet er unter dem Willen ſeines himmliſchen Vaters den kin ſ Entſchluß, welchen er von Ewigkeit gefaßt, daß JEſus ſein Sohn die oder Menſchen durch Leiden und Sterben erloͤſen ſollte, und dieſen Willen ſeines kom Vaters unterwarf er ſich auch mit der groͤſten Bereitwilligkeit. Wenn aen er ſpricht: Mein Vater iſts moͤglich, ſo gehe dieſer Kelch von mir, ſo End wird unter dem Kelch nach der gewoͤhnlichen Redens⸗Art der Heil. Schrift da h uͤberhaupt ſein ganzes Leiden verſtanden. Hier aber zielt IEſus auf be⸗ ſch! ſondere Stuͤcke ſeines innerlichen Seelen⸗Leidens, nemlich auf das aͤngſt⸗ ſagte

liche Gefuͤhl des goͤttlichen Zorns, die Entziehung des kraͤftigen Troſtes und Beyſtandes ſeines himmliſchen Vaters, den er bisher in ſeinem Leben ge⸗

noſſen, und deſſen er nun auf eine Zeitlang ſollte beraubet werden. fand

Denn IEſus befand ſich damals in ſeiner tiefſten Erniedrigung, und redete abet

als bloſſer Menſch. Nun aber iſts uns Menſchen natuͤrlich, von Leiden ihn

ſo viel moͤglich befreyet zu bleiben. Unſere Leiden kommen groͤſtentheils war

von der Suͤnde her, und unſere Begierde von Leiden ganz frey zu bleiben, Mer

kann leicht ſuͤndlich werden. Bey JEſu aber kam das Verlangen, von Um

dieſen beſonderen Stuͤcken ſeines Seelen⸗Leidens uͤberhoben zu ſeyn, aus nen

der reinſten Abſicht her. Er hatte keine Suͤnde gethan, er war auch ern

an und vor ſich nicht ſchuldig zu leiden, er vermuthete als Menſch, viel⸗ ben, leicht waͤre es moͤglich, ohne Nachtheil der goͤttlichen Gerechtigkeit von ewig dieſen beſonderen Stuͤcken ſeines Seelen⸗Leidens frey zu bleiben. Da er verl aber ſahe, daß er als Mittler der Menſchen auch dieſes Leiden mußte aus⸗ ſcher ſtehen, ſo unterwarf er ſich willig dem Willen ſeines himmliſchen Vaters. ſich Man moͤgte hier denken, wenn IEſus ſo willig geweſen, ſeinen Willen 690

dem Willen ſeines himmliſchen Vaters zu unterwerfen, warum hat er fibr

denn unter ſeinem Leiden geſeufzt: Meine Seele iſt betruͤbt bis in hir

den Tod? Allein JEſus war nicht ſo wohl betruͤbt, daß er leiden und me

ſterben ſollen, als vielmehr deswegen, weil er eine ſolche ungeheure Menge ſenn

von Suͤnden der Menſchen auf ſich nehmen, und dafuͤr buͤſſen und bezah⸗ der

ſen ſollte. Denn wenn wir bedencken, was ein einiger Menſch in einem len,

Tage,