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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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kͤekked und berechtigt. Was man auch gegen ihre Teilnahme an der hohen Politik einwende, in Gemeindeintereſſen, in Lokal⸗ fragen könne ſie ſehr wohl zum mindeſten als paſſive Wählerin eine Stimme abgeben.

Das kirchliche oder das Gemeindewahlrecht wird daher als erſtes von den Frauen erhofft und verlangt. Für das kirchliche Wahlrecht iſt auch hofprediger Stöcker warm einge⸗ treten, da ſeines Erachtens die Frauen zur Kirche in weit engerer Beziehung ſtehen als die Männer.

Im Januar 1902 wurde in Deutſchland der erſte Frauen⸗ ſtimmrechtsverein, unter Leitung von Dr. Knita Augs⸗ purg, der temperamentvollen Führerin der Radikalen, ge⸗ gründet. Gemeinſam mit den Frauenſtimmrechtsvereinen anderer Länder hat er ſich zu einem internationalen Stimmrechts⸗ verband zuſammengeſchloſſen. Seine Mitgliederzahl iſt noch nicht groß, da es nicht jede Frau für nötig hält, ihre Unſichten durch Beitritt zu einem Verein öffentlich zu dokumentieren. Daß aber auch die außerhalb dieſes Vereins ſtehenden Frauen, ſofern ſie klar ihre Forderungen zu durchdenken vermögen, die Erlangung des Stimmrechts als Kufgabe der Frauenbe⸗ wegung anſehen, liegt auf der hand. Von Luiſe Otto an haben Frauen aller Richtungen das unverhohlen ausge⸗ ſprochen, auch wenn ſie die Seit für Gewährung des Stimm⸗ rechts noch nicht alle für gekommen erachteten. Das Publikum freilich hat ſich, wie an alles Neue, ſo auch an dieſen Ge⸗ danken nur ſehr langſam gewöhnt und noch jetzt begegnen wir Leuten, die uns alles, alles bewilligen wollen. Nur das Stimmrecht ſei nichts für die Frau.

Warum? Weil wir Frauen ſind. Und weil Frauen das Stimmrecht doch niemals gehabt haben.