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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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heraus müſſen wir ſie zu faſſen verſuchen. Jeſus aber und ſeine Gemeinde wußten von Trennung der Geſchlechter nach Vorrechten nichts. Da war nicht Mann und nicht Weib. Sie waren alle eins im Glauben und in der Nachfolge Chriſti. Langſam erſt begann im chriſtlichen Gemeinſchaftsleben die Entrechtung und Zurückſetzung der Frauen. Langſam erſt brach ſich eine asketiſch⸗mönchiſche Anſchauung Bahn, die in der Frau nur die Verführerin zur Sünde, die Verſuchung erblickte, eine Richtung, in der der urſprünglichen, veredelten Kuffaſſung von der Frau, als der vollberechtigten Mitſtrebenden in Chriſto, unerfreuliches Gegengewicht erwuchs.

Kuch die Bibel ſchreckt deswegen die Frauen nicht. So viel man auch hin und her ſprechen mag, triftige Gründe laſſen ſich gegen die Mitwirkung der Frau im kirchlichen und öffentlichen Leben nicht vorbringen. Vielleicht, das wäre möglich, würden die Frauen nicht ſo dringend nach Er⸗ weiterung ihrer Rechte verlangen, wenn der Mann tat⸗ ſächlich ihr Schützer, der ſtets hilfsbereite, beredte Anwalt ihrer Wünſche wäre. Aber faſt alles, was in dieſem Buche geſagt wurde, zeigt, wie weit entfernt deut⸗ ſche Männer noch davon ſind, der Frauen Rechte zu ſchützen, als wären es ihre eigenen, zeigt, wie die Mehrzahl der Volks⸗ vertreter nur Klaſſen⸗, Intereſſen⸗, Geſchlechtspolitik kennt. Es zeigt, wie viele unter den Männern die Frauen wohl auch deshalb fern halten möchten aus dem öffentlichen Leben, weil mit der Frau wir hoffen das wenigſtens eine an⸗ dere, höhere Wertung platz greifen könnte, weil die Frau, wenigſtens die feinergeartete, veredelte unter den Frauen, als unbequem mahnendes Gewiſſen all dem Un⸗ reinen, Unſauberen gegenüber treten würde, das viele Männer daß es nicht alle ſind, weiß ich wohl als recht 18*