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Die Frauenbewegung, ihre Ziele und ihre Bedeutung / von Elsbeth Krukenberg
Entstehung
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den Frauen ihrer eigenen Kreiſe gegenüber treten, Nur ver⸗ einzelte unſerer Volksvertreter halten es für notwendig, ſich ernſtlich mit den Wünſchen und Forderungen der Frauen ver⸗ traut zu machen, nur vereinzelte nehmen auf dieſe Wünſche — wahrhaft liberal geſinnt— Rückſicht, halten es für ſelbſt⸗ verſtändlich, daß auch der Frauen Rechte gewahrt werden. Und wenn ſie es einmal tun, wie im Vorjahr bei Beratung des Geſetzes über die Kaufmannsgerichte, dann müſſen die Frauen erleben, daß die Regierung ihren ganzen Einfluß aufbietet, Hunderttauſende von Frauen, die in ſchwerem Konkurrenzkampf ſtehen, rechtlos zu machen, ſie, wie von nationalliberaler Seite zutreffend geſagt wurde, bei einem Geſetz, das doch auch berufen ſein ſoll, die Ehre der kaufmänniſch tätigen Frau zu ſchützen, durch ihren ſchärfſten Konkurrenten vertreten zu laſſen. Wenn ſo die Fürſorge beſchaffen iſt, die der Mann, der Starke, den Frauen zuteil werden läßt, dann darf es uns nicht Wunder nehmen, wenn die Frau, welche die hüterin der

Ordnung ſein ſollte, ſich gegen ſolche Ordnung empört. In der

beſtehenden Ordnung, die die Frau zum Menſchen zweiter Klaſſe ſtempelt, der in allem und jedem hinter dem Manne zurückzuſtehen hat, können wir Frauen keine gerechte, heilſame

Ordnung erblicken. Freilich auch nicht ohne Weiteres in ſozial⸗ demokratiſchen Zukunftsträumen, die keinerlei Garantie dafür

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bieten, daß der Menſch den Menſchen wirklich achten, daß er auch in der Frau die mitringende, mitſtrebende Seele er⸗

tiſcher Fehler der bürgerlichen Parteien. Don Kitterlichkeit, von mannhafter, wahrhaft liberaler Geſinnung iſt in dieſen Kreiſen viel die Rede. Aber wo es darauf ankam, da hat dieſe Geſinnung der Frau gegenüber noch faſt immer verſagt.