matiſch geleitete, regelrechte Arbeit. Immerhin bot es in Vorle⸗ ſungen namhafter Gelehrter reiche HuswahlanStoff, weckte in den Frauen den Wunſch, tiefer einzudringen in das im Lyceum nur in knapper, beſchränkter Form ihnen Gebotene.
Ihren Tieblingswunſch: den Lehrerinnen zu wiſſenſchaft⸗
licher Weiterbildung zu verhelfen, ſollte Miß Archer leider nicht mehr erfüllt ſehen. Erſt nach ihrem Code wurden die Sortbildungskurſe für Lehrerinnen am Dictoria⸗LCyceum er⸗ öffnet. Zunächſt waren ſie von der Univerſität vollſtändig getrennt, ſtanden nicht auf der höhe akademiſcher Rusbildung, wurden auch nur ſchwach beſucht, da von irgendwelcher da⸗ durch erworbenen Kusſicht auf Anſtellung in den oberen Klaſſen einer Mädchenſchule oder von einem Anrecht auf höhere Be⸗ ſoldung nirgends die Rede war. Noch fehlte den Lehrerinnen eine eigene Organiſation, die ihre Wünſche wirkungsvoll zu vertreten wußte, noch waren es nur Einzelne, Vereinzelte unter den Frauen, die ſich in gleichem Streben, in gleicher Sehnſucht, oft rein zufällig, zuſammenfanden. Eine von Marie Loeper⸗ houſſelle 1884 gegründete Feitſchrift„die Lehrerin in Schule und haus“ war der erſte Verſuch, einen Ideenaustauſch unter den Lehrerinnen zu ermöglichen.
Dann wurde 1800 einer Einladung von Marie Loe⸗ per⸗houſſelle, helene Lange und Auguſte Schmidt (2. Vorſ. und Mitbegründerin des Leipziger Allg. Dtſch. Frauen⸗ vereins) folgend, in Friedrichroda der Allgemeine Deutſche Lehrerinnenverein begründet, deſſen erſte Vorſitzende He⸗ lene Lange wurde. Schon im erſten Jahre gewann er 3000 Mitglieder. Er iſt ſeitdem auf 20 000 Mitglieder angewachſen; die größte weibliche Berufsorganiſation unter den Frauen. Der katholiſche Lehrerinnenverein, der 5 Jahre früher begründet— auf konfeſſioneller Baſis— geſondert daneben beſteht, zählt 8000.


