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einſichtigſten, weitſchauendſten Mädchenſchullehrer damaliger Feit, der ebenfalls auf Rechnen und Mathematik in der Mäd⸗ chenſchule beſonders hinwies, um darin ein geſundes Gegen⸗ gewicht gegen das„ſentimentale, überſchwängliche, ſchwärme⸗ riſche Treiben“ zu finden, wie es nur zu oft in den Mädchen⸗ ſchulen, unter dem Vorwande, das Gemüt zu pflegen, geduldet werde.
Die RKegierung verhielt ſich den erhobenen Forderungen gegenüber vollſtändig ablehnend, nur der Frage der Weiter⸗ bildung der Lehrerinnen trat ſie allmählich wohlwollender prüfend gegenüber. Für ein vorurteilsloſes Vorgehen aber in Sachen der Frauenbildung, für gründliche Reform der Mäd⸗ chenſchule und Eröffnung des Univerſitätsſtudiums für die Frauen(eine Frage, die in oben erwähnter Broſchüre eben⸗ falls eingehend berührt war), fehlte bei den damals maß⸗ gebenden Perſönlichkeiten jedes Verſtändnis. Es ſchien ihnen lächerlich übertrieben, wenn Frauen über die Oberflächlichkeit ihrer Erziehung, die künſtliche Einengung ihres Horizontes klagten, wenn ſie nach geſunderer, geiſtiger Nahrung verlangten. Daß eine Frau derart an die GOeffentlichkeit hinauszutreten und Kritik zu üben wagte, wie helene Lange es tat, em⸗ pfand man als im höchſten Grade unweiblich. Solches Ge⸗ bahren konnte nicht ſcharf genug getadelt, nicht energiſch ge⸗ nug zurückgewieſen werden.
Kuf Zurückweiſung war man denn auch im Kreiſe jener Frauen gefaßt geweſen. Ohne ſich jedoch dadurch beirren zu laſſen, ohne den Mut deswegen zu verlieren, ging man den einzigen den Frauen offenſtehenden Weg: man verſuchte ſich ſelbſt zu helfen, ſo gut es eben ging. Dieſelben Kreiſe, welche die eben erwähnte Eingabe in Anregung gebracht hatten, traten an die Löſung der zunächſt dringendſt erſcheinenden Aufgabe heran,


