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Die falsche und wahre Erziehung der Kinder durch Hauslehrer : für Unterrichtende und Eltern, aus mehrjährigen Erfahrungen / dargestellt von Heinrich August Hecht, Pfarrer zu Veitsberg, im Großherzogthum Sachsen
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Dritte Modifikation. 227

handeln, den Eltern im Erziehungsgeſchaͤfte ſelbſt an die Spitze geſtellt, dem ſie Pflichten aufge⸗ legt haben, die zu tragen ſie entweder nicht ver⸗ moͤgend oder nicht willens ſind, die aber auch von einem Andern, ohne durch das erhaltene ge⸗ hoͤrige Anſehn unterſtuͤtzt zu ſeyn, ohnmoͤglich glücklich erfuͤlt und mit Nutzen fuͤr den Zweck der Erziehung vollendet werden koͤnnen, an deſſen erwuͤnſchter Erreichung rechtſchaffenen Eltern doch alles gelegen ſeyn muß?

Dies ſind nun die Bedingungen, von deren puͤnktlicher Erfuͤllung der Verfaſſer noch Heil von der Erziehung der Kinder durch Hauslehrer erwar⸗ ten zu duͤrfen glaubt, da die gewoͤhnlichen Mo⸗ difikationen derſelben nun einmal noch in der all gemeinen Beſchaffenheit derer, welche Hauslehrer halten koͤnnen, und ſelbſt in einem noch nicht reinen Geiſte des Zeitalters gegruͤndet zu ſeyn ſcheinen, dem man immer noch viele Verehrung erzeigt, wenn auch hier und da im Dunkeln nur huldigt, ein Geiſt, der ſeine Exiſtenz durch Vor⸗ urtheile und Aberglauben, durch einen unbaͤndi⸗ gen Luxus und allen den Folgen und Wirkungen deſſelben beweiſt, die der Moraliſt bekaͤmpft, der Leichtſinnige belacht, der Menſchenfreund, wenn auch nicht beweint, doch herzlich beklagt.

Moͤge jener vernuͤnftig⸗chriſtliche erleuchtende Genius, der die wahre Kultur der Menſchheit trotz aller Hinderniſſe kraͤftig und ſchoͤn in einzel⸗ nen Familien herbeigefuͤhrt hat, mit ſeiner ſanft und wohlthuend leuchtenden Fackel in den Koͤpfen