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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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ich bereits in der erſten Erlaͤuterung beizubringen mir erlaubte, woſelbſt ich unter Angabe der Gruͤnde des Umſtandes gedachte, daß die Be⸗ urtheilung irgend angeſtellter Verſuche nicht Sache eines Jeden ſein koͤnne; und da es doch im In⸗ tereſſe der Praxis ſowie der Wiſſenſchaft ſehr zu wuͤnſchen ſteht, daß die in Betreff der Wirkung der neuen Duͤngmittel zu erlangenden Reſultate moͤglichſt bald erlangt werden, ſo erſcheint es um ſo dringlicher, Alles zu vermeiden, wodurch die Entſcheidung dieſer Angelegenheit Jahre lang hinausgeſchoben werden kann, was am leichteſten durch wiſſenſchaftlich mangelhafte Kritik ſelbſt ſehr guter Verſuche zu bewirken iſt. Gwölfte Erläuterung zu S. 39.)

Es wird an der citirten Stelle der voraus⸗ geſchickten Abhandlung Liebig's erwaͤhnt, daß ſaͤmmtliche Duͤngmittel, welche zum Gebrauche fuͤr den naͤchſten Winter beſtimmt ſind(alſo vor⸗ laͤufig nur der Duͤnger fuͤr Weizen, Roggen, Gerſte, Hafer), eine fuͤr den beabſichtigten Bau der Feldfruͤchte entſprechende Menge von Ammo⸗ niak, alſo ſtickſtoffhaltige Subſtanz, beſitzen, und die Vermuthung beigefuͤgt, daß dieſer Ammoniak⸗ gehalt der Duͤngmittel in Zukunft entweder theil⸗ weiſe oder gaͤnzlich in Wegfall kommen koͤnne, wodurch natuͤrlich auch der bisherige Preis dieſer Duͤngmittel ſich noch mehr verringern muß. Lie⸗ big ſpricht bei dieſer Gelegenheit von einer Reihe von Verſuchen, welche er ſelbſt uͤber dieſe Noth⸗ wendigkeit oder Entbehrlichkeit des Ammoniak⸗