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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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(Neunte Erläuterung zu S. 36.)

So gerecht auch die Klage Liebig's iſt, daß ſeine Arbeiten, trotzdem daß ſie ſchon ſeit laͤng erer Zeit der Gelehrtenwelt und(ſo ſetze ich hin zu) durch populaͤr gehaltene Schriften Liebig's und Anderer auch dem großen Laienpublicum vorgelegt wurden, dennoch bis jetzt nur eine ſehr beſchraͤnkte Anwendung in der Agricultur gefunden haben, ſo iſt doch dieſe Erſcheinung eine ganz natuͤrliche. Die Urſache dieſer nur langſamen und nur theilweiſen Aufnahme der im Intereſſe der Agricultur unternommenen chem⸗ iſchen Arbeiten und der ſo erlangten Reſultate liegt eines Theiles in der Natur dieſer Arbeiten ſelbſt und anderen Theiles in dem bisherigen Bildungsgrade der Mehrzahl der Herren Oeko⸗ nomen, mochten ſie nun reine Praktiker oder reine Theoretiker ſein. Denn mit Bezugnahme auf die Natur dieſer Arbeiten iſt nicht zu laͤugnen, daß ſie zum großen Theile ſo uͤber raſchend kamen, daß die Zeit, welche der Er⸗ fahrung gemaͤß gebraucht wird, um neue An⸗ ſichten unter allen Claſſen eines groͤßeren Publi⸗ cums zu verbreiten und daſelbſt heimiſch zu machen, noch lange nicht verfloſſen iſt, wozu noch gerechnet werden muß, daß ſie eben ihrer Neuheit, oder, beſſer geſagt, ihres Widerſpruchs wegen, welchen ſie gegen das bisher Geltende machten, uͤberall auf Widerſtand ſtießen. Und was den bisherigen Bildungsgrad der Herren Landwirthe anlangt, ſo muß ebenfalls zugegeben