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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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vor der Brache nicht moͤglich war. Denn ſind keine der Verwitterung faͤhige Subſtanzen in dem Boden eines Feldes, ſo nuͤtzt alles Brachen nichts, und der Boden gewinnt trotz aller Ruhe dennoch keine Fruchtbarkeit.

(Fünfte Erläuterung zu S. 23.)

Obgleich in den letztverfloſſenen Jahren bereits unzaͤhlige Mal von den verſchiedenſten Seiten her und auf die verſchiedenſte Weiſe gegen die Anſicht, daß der Kohlenſtoff⸗ und Stickſtoffgehalt das Wirkſame des Duͤngers ſei, zu Felde gezogen ward, ſo iſt doch dieſe Anſicht durch die Laͤnge der Zeit ſo ſanctionirt worden und in den Ideen der meiſten Oekonomen ſo feſt eingeroſtet, daß es rathſam erſcheint, es laſſe Niemand, dem es irgend wie nahe gelegt wird, dieſe alten Vorurtheile von Neuem zu bekaͤmpfen, eine ſolche Gelegenheit un genuͤtzt voruͤbergehen. Ich gedenke alſo in Nach⸗ ſtehendem abermals einen ſolchen Gegenbeweis zu fuͤhren, und hoffe um ſo leichter verſtanden zu werden, als ich dieſe ganze Angelegenheit moͤglich einfach, und von allem nicht ſtreng hierher Gehoͤr⸗ igen geſondert, vorlegen will.

Der Duͤnger, ſei er nun vegetabiliſcher oder ani⸗ maliſcher, enthaͤlt nach allbekannten Unterſuchungen außer anderen Beſtandtheilen auch noch Kohlen⸗ ſtoff und Stickſtoff. Eben ſo enthaͤlt jede Cultur⸗ pflanze außer anderen Beſtandtheilen Kohlenſtoff und Stickſtoff; und der Schluß, daß der Kohlen⸗ ſtoff⸗ und Stickſtoffgehalt des Duͤngers es ſei, welcher den Culturpflanzen den ihnen noͤthigen