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Wer den Liebig'ſchen Forſchungen in Bezug auf Agriculturchemie aufmerkſam gefolgt iſt und dieſelben verſtanden hat, der wird eingeſehen ha⸗ ben, daß die Ausſpruͤche, zu denen dieſer Chemi⸗ ker gelangte, nichts weiter ſind, als der Ausfluß einer wiſſenſchaftlichen Begutachtung der bisher in der Landwirthſchaft gemachten Erfahrungen, und es iſt, beilaͤufig bemerkt, ungemein laͤcher⸗ lich, wenn man nicht ſelten hoͤren muß, daß den Liebig'ſchen agronomiſchen Grundſaͤtzen um deß⸗ willen kein beſonderes Zutrauen gebuͤhre, weil er
ſelbſt kein praktiſcher Landwirth iſt. Man ſei doch nicht von vorn herein gegen eine Sache eingenom— men und uͤberlege ſich einmal mit aller Ruhe, wie es Diejenigen, welche wirkliche Landwirthe waren, angefangen haben werden, wenn ſie, wie es ja geſchehen iſt, zu gewiſſen agronomiſchen Grundſaͤtzen gelangen wollten. Nun, ſie werden die bisher gemachten allgemein bekannten einzelnen Erfahrungen hergenommen und verſucht haben, den Grund der einzelnen Erſcheinungen auszumit⸗ teln(daſſelbe geſchah auch von Liebig), und wenn ihnen irgend eine Erſcheinung dunkel blieb, ſo wa⸗ ren ſie genoͤthigt, zu Vermuthungen ihre Zuflucht zu nehmen, oder Verſuche anzuſtellen, welche die Aufhellung dieſer Dunkelheiten beabſichtigten(ge⸗ rade ſo mußte aber auch Liebig verfahren). Allein dabei iſt nicht zu uͤberſehen, daß der wahre Grund ſehr vieler Erſcheinungen ſich nur mit Huͤlfe gruͤndlicher chemiſcher Kenntniſſe erkennen laͤßt, und wo daher Jene, denen das Gebiet der


