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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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der Knochenerde noch eine gewiſſe Menge alkal⸗ iſcher Baſen vorfinden, welche ihnen nicht von Seite der Knochen dargereicht werden kann, weil dieſe weder Pottaſche noch Soda enthalten. Um deßhalb die Fruchtbarkeit der Felder in dem rich⸗ tigen Verhaͤltniſſe zu ſteigern, haͤtte man einer jeden Million Tonnen Knochen 800,000 Tonnen Pottaſche in geeigneter Form hinzufuͤgen muͤſſen.

Eben ſo verhaͤlt es ſich mit dem Guano. Von dieſem Duͤngmittel ſind 60 bis 100 Pfund hinreichend, um einen Acker Ruͤben mit der hin⸗ reichenden Menge von Phosphorſaͤure zu ver⸗ ſehen; allein das 4⸗ bis Sfache Gewicht iſt er⸗ forderlich, um dieſen Ruͤben die noͤthigen alkali⸗ ſchen Baſen darzureichen, und dabei iſt es im⸗ mer noch fraglich, ob uͤberhaupt die Salze mit alkaliſchen Baſen, welche der Guano enthaͤlt, dazu ausreichen moͤchten.

Als man weder die Nothwendigkeit der mi⸗ neraliſchen Subſtanzen fuͤr das Wachsthum und Gedeihen der Pflanzen, noch die genauen Be⸗ ziehungen kannte, welche die Wirkſamkeit des Duͤngers zu ſeinem Gehalte an ſolchen Sub⸗ ſtanzen hatte, ſchrieb man den Hauptwerth des Duͤngers ſeinem Gehalte an organiſchen Sub⸗ ſtanzen zu; und lange Zeit hindurch war man der Ueberzeugung, daß der Ertrag eines Feldes an denjenigen ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen, welche zunaͤchſt zur Nahrung fuͤr Menſchen und Thiere dienen, in einem directen Verhaͤltniß zu dem Stickſtoffgehalte des Duͤngers ſtehe. Ja man