Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
398
 
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ſchen! Fräulein von Branny, eine höchſtgebildete, ſchäzenswert he Sängerin, ſang die Kreutzerſche Arie mit allem Auf wand ihrer ſchönen kräftigen Stimme, ebenſo wirkte Fräulein von Cſeéppän, der nur eine kleine Befangenheit, unzer trennlich von einem erſten öffentlichen Auftreten, anzumerken war, in den Götzſchen Terzett entſprechend mit. Das Lied des Cſikos wurde ſtürmiſch da capo verlangt, und als der Applaus nicht enden wollte, ſang Hr. W. noch ein deutſches Lied:der kleine Hans! A bas le kleiner Hansl, vive la ita⸗ lieniſche Muſik! D. Fünfkirchen(im Juni.) Unſere Stadt, welche im Winter voll heiter bewegten Lebens iſt, ſpendet auch im Sommer nicht wenig Freuden der Kunſt und Natur. Sind auch Thaliens Tem pel meiſt geſchloſſen, ſo öffnen ſich da gegen unſere beiden Kaſino's, das ade lige und bürgerliche; unſere anmuthige Promenade iſt täglich mit Luſtwandeln den bedekt, unſer Daaliſcher Garten vereinigt bei Muſik u. Tanz, jede Wo che ein bis zwei Mal die unteren Bür gerklaſſen. Und die romantiſch-ſchöne Umgegend, die mit Reben bepflanzten Hügel und die weithin ſich erſtrekenden Waldungen auf der einen n. die frucht⸗ baren Ebenen und Wieſen auf der an⸗ deren Seite, geben ſie nicht der Stadt einen eigenthümlichen Reiz, ſchmüken ſie ſie nicht mit den friſcheſten Farben und ſind ſie nicht die herrlichſte Einfaſſung für das nette Fünfkirchen? Ja, gar traut und heimiſch iſt hier im Winter, und wer ein Freund der Mutter Na⸗ tur iſt(und wer ſollte dies nicht ſein?), dem wird Fünfkirchen, je länger er es kennt, deſto mehr Freuden gewähren, deſto lieber werden! Im adeligen Ka⸗ ſino waren ſchon einige recht belebte und elegante solrées dansants. Dieſel⸗ ben finden jeden Mittwoch in einem äu⸗ ßerſt geſchmak vollen Lokale, geziert

mit einem anmuthigen Garten, ſtatt, dauern bis Mitternacht und befriedigen ſicher jeden gebildeten und anſtändigen Gaſt. Die Muſik, vom talentvollen Kapellmeiſter Weſſely dirigirt, darf ſich mit ihren Leiſtungen kek dem Orcheſter einer großen Stadt gegenüberſtellen. Das bürgerliche Kaſino, auf dem Haupt plaz befindlich und mit dem deutſchen Theater zuſammen hängend, rivaliſirt mit Recht mit dem erſten und hat in den neueſten Zeiten ſich bedeutend ver ſchönert. Das Meiſte trug hiezu bei, ein von unſerem Zuk erbäker errichtetes, kunſtvoll arrangirtes u. mit allen mög lichen Rafräichissements und Bäkereien verſehenes Etabliſſement. Selbſt Mine ralwaſſer verſchiedener Gattung bietet der induſtrieuſeEntreprenneur ſeinen ſten in den Morgenſtun den; Alles aber um ſehr billige Preiſe. Von Herzen wün⸗ ſchen wir dem koſtſpieligen Unternehmen das glüklichſte Gedeihen. Im deut⸗ ſchen Theater wurden von Zeit zu Zeit noch einige, recht gelungene Vorſtellun gen von den wenigen, hier noch zu rükgebliebenen Schauspielern gegeben. Zum Beſten der Bewohner des durch Brand eingeäſcherten Marktflekens Baja und der durch Ueberſchwemmung verun glükten Oberitaliener wurde dieNor ma zwei Mal und recht brav aufge führt. Wir hörten, und wie es ſich von Fünfkirchens edlen Bürgern erwarten ließ, war der koſtenfreie Ertrag bedeu tend. Dr. R⸗

Mignon-Zeitung.

Agram. Eine neue, wohlthätige, ſegenvolle Entdekung iſt bei uns ge macht worden: Ein bewährtes Mittel gegen die Hundeswuth und den giftigen Schlangenbiß hat ein Lehrer aus Kroa tien entdekt, das ſich durch 30 Jahre als heilbringend bewährte. Dieſes Mit⸗

tel, durch die mediz. Fakultät erprobt,