Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
273
 
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Der Spiegel

für Nun ſt, Eleganz und Made.

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Dreizehnter Jahrgang. Halbjähriger Preis a fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Vellnpapier mlt erſten Kupferabdrüken

5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im K ommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. ben allen k.k. Poſtämtern.

35. Mittwoch, 29. April. 1840.

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Ein Theaterabend.

(Fortſezung.)

Der Gek! brach nun Alfred los,und ich muß ſeine Unverſchämtheit hören, ohne ihm das Genik zu brechen? Viktorine, wie lange noch werde ich Ihrentwegen dieſe Qual ertragen müſſen? i

Schweigend und mit einem zärtlichen Kuß, das aufſteigende Gewitter be ſchwörend, lehnte ſich die Geliebte an die Logenbrüſtung, in das Gewühl des Schauplazes hinabblikend. Hier befand ſich das ungeduldige Publikum in größter Gährung.Aufziehen! aufziehen! brüllten hundert Kehlen, als erhöben geben ſo viele Eleven Amburghs ihre tänende Stimme; Parterre und Gallerien klatſchten, pfiffen, ziſchten und ſtampften mit den Füßen und den Bambus röh⸗ ren; kurz es war ein Konzert der Hölle, und weder Meyerbeer noch Spontini hätten Kraft und Genie genug, ein ähnliches in Partitur zu ſezen, wenn ſie auch, nach ihrer Weiſe, Bombardons, Trompeten, Trommeln, Gloken und Kanonen dazu verwendeten. Die Damen in den Logen verſtopften ſich die Ohren, und vergebens ſtrengte ſich das Orcheſter an, den heilloſen Lärm zu über⸗ täuben, das Quitſchen der Geigen und Flötten, das Pippen der Klarinette und