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ſchon zu Ende des vorigen Jahres die ſichere Entdekung gemacht haben, Taube und Taubſtumme, ſelbſt wenn ſie es von Geburt an waren, zu heilen, ma— chen es organiſche Fehler nicht unmög⸗ lich. Er hat davon ſchon mehrere öffent⸗ liche Proben gegeben, welche ſeine heil— ſame Entdekung völlig außer Zweifel ſtellten. Da es in Deutſchland auch gar Viele gibt, welche nicht hören u. ſpre⸗ chen können oder wollen, wenn's nöthig iſt, ſollte man dieſe Entdekung ja recht bald herüberholen und ſie beſonders auf die ausdehn, welche nicht wollen.— In den Zoological Gardens zu Mancheſter hatte ſich kürzlich ein dort beſchäftiger Schreiner unbedachtſam dem Käfig eines großen Tigers genähert, und den Arm zwiſchen die Stäbe geſtekt, gleichſam um ihn zu ſchlagen. Der Tiger ergriff die Hand und den Ellbogen und zerfleiſchte den Arm auf eine furchtbare Weiſe. Ei nige in der Nähe befindliche Wächter mußten dem Tiger mit Gewalt den Nachen öffnen, um den verſtümmelten Arm los zu machen. Der Unglükliche wurde in's Spital gebracht, und dort amputirt.
Etwas von Allem. Saphir gab am 14. d. M. zu Preßburg eine Akademie und Vorleſung, zum Beſten des dortigen Taubſtummen-Inſtituts, bei großer Theilnahme und gerechtem Beifall.— In Paris ward eine neue Oper:„die Herzogin von Guiſe“, von Hrn. v. Flottow, zum Benefiz der Polen, gege⸗ ben„worin Herzoginen und Gräf'nen im Chor mitſangen. Aber die Oper wird als ſehr matt bezeichnet.— In einem der lezten„Wiener Briefe“ in der All— gemeinen Zeit. leſen wir,„daß der Wie— ner Zeitſchrift unter den Wiener Ephe— meriden der erſte Nang gebühre u. daß ihre Modekupfer, obgleich im In- u. Aus lande vielfach nachgeahmt, an Schön— heit und Vollendung alle andern— die franzöſiſchen mit eingeſchloſſen— hinter
ſich ließen!“““— In Deutſchland iſt jezt Alles von dem Schwindel, das Jubel— jahr der Erfindung der Buchdrukerei durch Feſte u. Schmauſereien zu feiern, ergrif⸗ fen. Was die Literatur durch die vollen Bäuche gewinnen werde, iſt indeſſen nicht leicht abzuſehen.— Direktor Carl ſoll eine Neiſe nach Paris und London vor— haben, um dort einen der berühmteſten Architekten zum Baue ſeines Leopold— ſtädter Theater zu gewinnen.— In Wien gibt es auch gute Architekten, — Auch in Braunſchweig hat Gutz— kows„Savage“ gefallen, und Mey⸗ erbeer iſt daſelbſt angekommen, um bei der Ausführung ſeiner„Hugenotten“ gegenwärtig zu ſein.— Der Pariſer „Charivari“ ſagt, bei Gelegenheit des Verbotes von Alexander Dumas Dra— ma„Vautrin“, ſehr treffend:„Man will, daß die Moral auf der Bühne herrſche. Sehr wohl! Aber dann for— dere man auch nicht, daß die Bühne ein Spiegel der Geſellſchaft ſei.“— Iv Wiener Blättern wird eine jugendliche er ſſte Sängerin für eine bedeutende Provinzialbühne geſucht, der 1800 fl C. M. Gehalt geboten wird. Was muß das für eine bedeutende Bühne ſein?— Ein Silberarbeiter zu Paſ— ſau hat wieder die Erfindung gemacht, ohne Pferde und Dampf ſtromaufwärts zu fahren.— In Linz wird Schindel— meiſſers Oper:„Szapary“ zur Auf— führung vorbereitet.— Man ſpricht in Wien mit Beſtimmtheit von dem Bau eines neuen Hofoperntheaters im Maaß— ſtabe der Scala in Mailand. Als Plaz wird das Stadthaus am neuen Markt angegeben.
Lokal-Zeitung.
Theatraliſches. Einem on dit zu- folge werden wir nicht lange mehr des Ge— nuſſes thellhaftig ſein, die gefcierte Geſangs— künſtlerin, Dem. Henriette Carl, die


