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Gönnern einen Beweis ſeiner Aufmerk— ſamkeit dadurch, daß er Herrn Henſel, ehemaligen Regiſſeur des Joſephſtädter Theaters, zum Gaſtſpiele engagirte, der auch am 5. d. M. als Ferdinand in „Kabale und Liebe“ ſeinen Cyklus von Gaſtrollen eröffnete, und darin den ta— lentvollen und gewandten Schau ſpiel er bekundete, jedoch als Zolky im Schau⸗ ſpiele gleichen Namens, welche ſchwie⸗ rige Rolle er Tags darauf meiſterhaft exekutirte, ärntete er den ungetheilte— ſten und wohlverdienten Beifall. Leipzig. In dem Theaterjahre 1838-1839 wurden 26 neue Vorſtellun⸗ gen gegeben: 5 Opern, 2 Dramen, 1 Schauſpiel, 12 Luſtſpiele, 2 Poſſen, 2 Poſſen mit Geſang, 2 Ballets.— Gö⸗ the, Shakſpeare und Schiller waren ſeltene Gäſte:„Kabale und Liebe““, „Tell“ und„Maria Stuart“,„Ro⸗ meo und Julie“ und„Egmout“ waren die einzigen Tragödien jener Dichter, die zur, Aufführung kamen.— Opern, zum Theil franzöſiſchen, ſchien die Gunſt der Theaterbeſucher am meiſten zugewen⸗ det:„Guido und Ginevra“ wurde 17 Mal,„die Hugenotten“ 9 Mal,„die Zauberflöte“ und„Robert der Teu— fel“ 4 Mal,„der Brauer von Pre— ſton“ 8 Mal,„Zum treuen Schäfer“ 7 Mal,„Oberon“ 5 Mal,„der Mas kenball“ 5 Mal gegeben.— Der In⸗ ſpizient des Theaters, L. Barthels, hat ein Journal des Theaters heraus⸗ gegeben, dem dieſe Notizen entlehnt ſind.
Mlgnon Zeitung. Gotha. An dem Wirths hauſe ei⸗ nes kleinen, Weimar'ſchen Landſtädtchens, auf dem Wege zwiſchen Eiſenach und Gotha, iſt auf einem großen Schilde zu leſen:„Hier kann man nach Allem fragen, was in Leipzig zu haben iſt.““ New⸗ York. Ein amerikaniſcher Arzt, Dr. Ticknor, hat ein Werk über
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Quakſalberei herausgegeben, in welchem er unter anderm folgende Anekdote er— zählt: Einer der Quakſalber, von de— nen es in jenem Theile der Erde wim— melt, pflegte ſeinen Patienten zu ſagen, es befindet ſich irgend ein beſonderer Gegenſtand in dem Magen, Apfelker—⸗ ne z. B., oder wenn der Patient ein Jagdfreund war, einige Schrotkörner, und er hatte immer Recht. Eine Da— me, die ſich auch an ihn wendete, er— fuhr von ihm, die Urſache ihrer Leiden ſei ein Apfelſinenkern, den ſie verſchlukt habe, wogegen ſie indeß die Bemerkung machte, ſie habe ſeit ſechs Jahren keine Apfelſine gegeſſen. Der Quakſalber be— ſtand auf ſeiner Meinung, die Pillen wurden genommen, und ſiehe da, man fand die Apfelſinenkerne. Es wurde eine zweite Doſis gegeben und der Erfolg war derſelbe. Die Dame, die noch im— mer zweifelte, ſchnitt endlich eine der Pillen auf, und ſiehe da! in der Pille fand ſich ein Apfelſinenkern. So klärte ſich das Geheimniß des Quakſalbers auf.
Etwas von Allem). Liszt macht in Prag das größte Furore. Bei ſeinem dritten Konzert, zum Beſten der Eliſabethinerinen u. erwachſenen Blinden, ſind 4400 fl. C. M.(2) eingegangen.— In Berlin iſt am 2. d. M. eine neue Tragödie:„Clotilda Montaloi“ von Firmenich ſehr beifällig aufgenommen worden.— Fr. Halm hat ein neues Trauerſpiel,„das milde Urtheil“, ge⸗ ſchrieben, es wird zu Ende d. M. im Hofburgtheater zu Wien, zum Vortheil der Regiſſeure gegeben.— Eduard von Schenk hat ebenfalls ein neues Trauer⸗ ſpiel:„Adolph v. Naſſau““ verfaßt.— M. G. Saphir in Wien gibt am 5. April wieder eine Akademie und Vor— leſung zum Beſten eines wohlthätigen Zwekes.— Mad. Stökel-Heinefetter
*) Dieſe neue Rubrik wird von Zeit
zu Zeit fortgeſezt. d. R.


