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werden, entdekte jedoch nichts als Spu— ren der Säure auf zwei Stellen des Steinpflaſters, die etwa 40 Schritt von einander entfernt waren; ein Beweis, daß der Thäter ſich nicht mit einem Anfall dieſer bübiſchen Art begnügt hat.
Stokhol m. In Upſala hat der Freiherr de Geer auf Fröluna freiwil— lig auf das Branntweinbrennen ver— zichtet, wodurch allein die Produk tion in dieſer Gegend um 8000 Kannen jä hr⸗ lich vermindert wird. Dergleichen Ver— zichte werden in Schweden immer häu⸗ figer, und es iſt die edle Geſinnung darin um ſo weniger zu verkennen, da die Gutsbeſizer ſich faſt überall ihre einzige direkte und baare Geldeinnah— me dadurch verſagen.
Stuttgart. Die Tochter Hier. Buonoparte's, Fürſten v. Montfort u. ehemeligen Königs von Weſtphalen, wel— che den ruſiſchen Grafen Demidoff hei⸗ rathen ſoll, heißt nicht Luiſe, ſondern Lätitia Mathilde. Sie iſt am 27. Mai 1820 geboren, und iſt die ſchönſte Da— me in der exkaiſerlichen Familie.
Berlin. In einer Berliner Mu⸗ ſikalienhandlung erſchien vor Kurzem ein „Lezter Walzer eines Wahnſinnigen““ mit eingeſchriebenen Randgloſſen, die wirklich ganz nahe an Wahnſinn ſtrei— fen. Dieſer Wal zer ſoll bereits in der Irrenanſtalt der Berliner Charité un— tergebracht ſein.
Lokal-Zeitung.
Die Erdarbeiten an unſerer zu— künftigen Kettenbrüte gehen raſch vorwärts; denn die Thätigkeit vermehrt ſich an derſelben täglich. Die ſchöne Witterung und der nie— drige Waſſerſtand begünſtigen in dieſem Au— genblit dieſe Arbeiten, die bereits das Inte— reſſe der Bewohner beider Städte auf ſich zu ziehen beginnen. Viele Menſchen finden,
ſich täglich als müßige Zuſchauer ein und be wundern das geſchäftige Treiben der Arbeits, leute, die ſich wie ein Ameiſenhaufe be— wegen. Die Empfindungen und die Geſinnun⸗ gen der Zuſchauer ſind allerdings verſchieden⸗ artig; während ſich wahre Patrioten u. Sach, verſtändige über ein unternehmen, das Peſth nicht nur ein unnennbar nützliches Werk, ſondern eine der erſten Merkwürdigkeiten Europas ver— ſpricht, herzlich freuen und ihm den beſten Fortgang wünſchen; gibt es doch noch Leute, deren Engherzigkeit große Gedanken nicht zu faſſen vermag, die noch immer ungläubig den Kopf ſchütteln und ihren eigenen Augen nicht trauen wollen. Ihre Wün ſche ſcheinen ihnen nur Gewißheit zu geben. Aber, noch einige Jahre und der Geſchäftsgang auf un- ſern Märkten wird nicht mehr durch Mangel einer Brüte geſtört werden.
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Die Abſchleds-Reunkon des Hen. Kapellmeiſters Morelly im Redoutenſaale zog ein ziemlich zahlreiches Publikum an, darun- ter bemerkten wir mehrere Perſonen beiderlei Geſchlechts aus den höhern Ständen, was als vollziltigſter Beweis anzuſehen iſt, daß man die thätigen, raſtloſen Lelſtungen des Hrn. Morelly während des verfloſſenen Kar⸗ nevals, die ſo viele heitere und vergnügte Stunden gewährten, anzuerkennen und zu würdigen wiſſe. Auch diesmal äenteten die vorgetragenen Piecen dle einhelligſte Zufrie— denheit.
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Konzert. Der in unſerer muſikaliſchen Welt ehrenvoll bekannte Hr. Ankon Ar n⸗ ſtein, Orcheſterdirektor des k. ſt. Theaters in Peſth, gibt Sonnabend, den 14. d. M., Nachmittags 4 Uhr, ein Konzert im Redou⸗ tenſaale. Der Konzertgeber ſelbſt werden einige höchſt intereſſante Piecen von Paganini, Eenſt und Maurer vortragen. Außerdem wird die Geſangsvirtuoſin, Dem. Hen r. Carl, die dramat. Künſtlerin Mad. Grill, ſo wie dle Virtuoſen die H. H. Tſchukly, Taborskty, El⸗ linger und Mayer mitwirken, und Herr Ka⸗ pellmeiſter Grill das vollſtändige Orcheſter⸗ perſonale dielgiren. Gewiß, ein ſehr intereſ⸗ ſantes Konzert.
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 7.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


