Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
56
 
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findet ſich in Konſtantinopel und hatte plözlich Luſt, das Innere der Sophien Moſchee zu zeichnen. Ohne ſich die Er laubniß verſchafft zu haben, trat er ein und begann ſein Werk; da überfielen ihn Gläubige des Islam und eiferten in einer Weiſe gegen ſeinen Kunſteifer, daß er kaum mit dem Leben davon kam. Der arme Maler wird alſo nicht viel von der vorgeſchrittenen Kultur der Muſelmänner zu berichten wiſſen. Berlin. Folgende poetiſche De⸗

viſen zu Kuchen und Bonbons theilt ein norddeutſches Blatt ſeinen Leſern als Kurioſum mit:

An Eliſen:

Die Hochachtung weiht dir dieſen.

iſt keine verbotene Frucht, Und doch wird Mancher, davon zu naſchen, verſucht.

Dieſer Kuchen

Süß, wie mein Gehalt, Sei Deiner Liebe Gewalt.

Vei Männer, welche Liebe fühlen, Kann man gar leicht ein Herz er zielen.

Leipzig. Im Leipziger Tage⸗ blatte kündigt ein Schneider Vorleſun gen an über die Kunſt, die Kleider zu zu ſchneiden. Der Mann könnte man chem Profeſſor zum Muſter dienen, da er ſich gewiß beſtreben wird, das rechte Maaß in ſeine Vorträge zu bringen. Vor einigen Jahren kündigte auch ein Leipziger: öffentlichen Unterricht im Halstuchſchleifbinden an. Dieſes ſchö nen Wortes wegen ſollte der geiſt reiche Mann, welcher kürzlich ſchrieb: Es waren viele Intereſantheiten (warum nicht auch Ennuyantheiten?) anweſend, bei jenem in die Schule gehen.

Lokal-Zeitung. Peſther Redoute. Die am 20. d. M. abgehaltene Redoute erfreute ſich eines eben

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nicht zahlreichen Beſuches. Es ſteht unſerer jungen tanzluſtigen Welt nech eine zu lange Reihe fröhlicher Faſchingseage bevor, als daß ſie gleich beim Beginne den Becher der Freu de in vollen Zügen ſchlürfen ſollten wir können daher den folgenden maskirten Bällen eine großere Theilnahme zuſichern. Indeſſen. begeiſterte auch dies Mal Morelly's Zauber bogen alle Anweſenden unwiderſtehlich und man tanzte bis am Morgen.

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Benefiz.(Ofen.) Zum Vortheile des ſtädt. Spital⸗Fondes ſindet kommenden Sonn- abend, den 25. d. M., die Aufführung des neuen Luſtſpiels der Prinzeſſin Amalie von Sachſen:Das Fräulein vom Lan- de! ſtatt. Wir brauchen an den Wohl thätiskeitsſinn der Ofner nicht weiter zu ap peliren, da ſich eine reiche Theilnabme für gewiß annehmen läßt, um ſo mehr, da dies Luſtſpiel von anerkannter Trefflichkeit iſt.

Balltoiletten. Unſere ſchöͤnen Le ſerinen verdanken es uns wohl, wenn wir ſie wiederholt auf ein Stabliſſement aufmertſam machen, das ihnen in der jezigen fröhlichen Saiſon von ſo beſonderem Intereſſe ſein muß. Die Seit der Bälle iſt herangerukt, ein Feſt reiht ſich an das andere; die ſchone Welt er ſcheint nun auch in dem vollſten Schmute au⸗ ßerer Bekleidung; man will jezt mehr als je gefallen, und es knupft ſich ja an dies Ge fallen oft eine ganze Zutunft! Nichts gebt. über eine ſchöne Tollette, aber ſte muß mit Geſchmat gewählt und von der Gottin Mode geadelt ſein! Nicht überall findet man das Schone und Gute mit Eleganz und Meuhelt vereint, daß aber in der ruhmlich bekannten 2 und Modewaarenhandlung dee Frau

Thereſe Khern in Peſth(große Bru tengaſſeParkfrieder'ſches Haus, Nr. 4, im 1. Stok) allen Anforderungen dieſer Act ent- ſprochen wird, iſt eben ſo gewiß, als Frau Khern ſo eben von Wien zur uttehrte und die friſcheſten u. zierlichſten Gegenſtände zur Ball toilette mitbrachte. Man kann ſagen, daß hier Grazie und Liebenswurdigkeit feilgebo ten werden. Man findet hier Alles in groß ter Auswahl: Kopfpuze, Kleider, Stike reien, Srizen, Bajaderen, Schärpen, Fe⸗ dern, Blumen, Bänder de. de. von den fein ſten und reichſten Stoffen, in den manigfal⸗ tigſten Formen und in allen Graditionen, zu ſehr mäßigen Preiſen. Keine elegante Dame wird dieſes reizende Waarenlager unbefric⸗ digt verlaſſen, und diejenige, die nur irgend etwas ſehr Faſhionables in ihrer Collette wiſ⸗ ſen möchte, gehe in die eleganten Salons der Frau Khern: wir ſind überzeugt, ſie ver⸗ läßt ſie mit leſchtem Herzen, denn ſie hat was gefunden, das ihr gefällt und Allen gefal⸗ len muß. a

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.