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Der Modenkourier. (Paris, 26. Nov. 1837.)
„Die Mode kommt, die Mode geht, Die Mode weilet und be ſteht.“
1. Man ſieht jezt ſolch eine Manigfal⸗
tigkeit von Mänteln, Mantillen und Man- telettes, daß man zugeben muß, daß ganz Spanien ſchwerlich je eine ſolche Maſſe erzeugte. Sammet, Seide, Atlas, Cache⸗ mir werden zu dieſem Zweke verwendet, und man ſieht dieſen Stoffen täglich eine neue Form ertheilen. Eine ganz neue Erſchei— nung ſind die pelerinen von weißem oder far⸗ bigem Atlas. Dieſe Pelerinen ſind wattirt, haben Enden, die bis auf die Knie fallen, ſind inwendig geſteppt und mit einem gefal⸗ teten Band garnirt. Für ſehr junge Perſonen ſind dieſe Pelerinen, jenen, die mit Pelz gar⸗ nirt ſind„vorzuziehen. Man ſieht auch ſehr ne von dunkeln Nuancen, licht gefüttert, im Zimmer tragen kann. Bei der lezten großen Solennität im Konſervatorium der Muſik ſahen wir einen ſchönen Hut von granatbraunem Sammet, mit weißen Hahnenfedern, die ſchwarze Sten gel hatten, geziert, was einen Paradiesvo- gel bildete. Ein anderer Hut war von wei— ßem indiſchen Rep, geziert mit Blonden, mit weißen brochirten Bändern und dem Körper eines Paradiesvogels, deſſen Flügel u Schweif durch geknüpfte Maraboutsfeder-Halme erſezt wurden,
3. Die ſchöne Mad. N. trug ein Kleid von geſtreiftem Pekin mit kleinen brochirten Bouquets; meergrüner Grund, violette Strei— fen und Blumen.
4. Man bemerkt hie und da einige Tol⸗ letten mit Spencern, und obwohl dieſe Bekleidung noch ſehr ſelten iſt, wird ſie doch von den vorzüglichſten Damen in der elegan⸗ ten Geſellſchaft getragen, was uns zu dem Glauben veranlaßt, daß dieſe Mode ſich er⸗ halten wird.
5. Es iſt entſchleden, daß Sammet und Federn ſich dieſen Winter miſchen werden, um die eleganteſten Blumen⸗Guirlanden und die köſtlichſten Ball⸗Bouguets zu bilden.
0. So wie es ſezt Mode tſt, Mädchen en bloßen Haaren koeffürt zu ſehen, ſo affektiren die jungen Frauen in den Theatern und in den Konzerten, nicht anderſt als in kleinen Hüten, Bonnets, oder leichten Turbans zu erſcheinen.
Vom Muſik-Vereln. Der Pe- ſther und Ofner Muſikvereln gibt ſich die Ehre anzuzeigen, daß die erſte Kunſt⸗ darſtellung des Vereins im laufenden zweiten Muſikjahre, Montag am 25. Dezember(am Chriſtfeſte), Abends um 6 Uhr, im ſtädt. gro⸗ ßen Redoutenſaale zu Peſth ſtattfinden wird. bei welcher Gelegenheit: 1. Mozarts G⸗· moll Symphonie.— 2. Beethovens Oratorkum „Chriſtus am Oelberge.“— 3. Haydns Jo⸗ ſephs.Chor„der Sturm“ zur Aufführung ge⸗ bracht wird. a
Benefize.(Ofen). Montag, den 11. Dez., zur Beneſize der Mad Thomè, zum Erſtenmale:„Fortunat's Reiſen u- Abentheuer über u. unter dem Waſſer u. im Wallfiſchbauch en, Zauberſpiel in 3 Akten von Lembert, Muſik von Adolf Müller. Die beliebte Beneſiziantin wird ſich gewiß eines zahlreichen Zuſpruches zu erfreuen haben. 3
Modenbild. Nr. 49.
(Parks, 20. Novemb.). Ball- oder Sotreenanzüge. Koeffüren mit Perlen und Blumen geziert. Kleid von Pekin.
Für Heeren. Der Gefertigte, der durch mehrjährigen Aufenthalt im Auslande ſich hinlängliche Kenntniſſe und Geſchmak in ſeinem Metier erworben, empfiehlt ſich zur Ver⸗ fertigung aller Gattungen Herrenkleider, nach den neueſten und eleganteſten Formen, ſo wie auch Reverenden füe die hochwürdige Geiſt⸗ lichkeit zu den billigſten Preiſen. Er hat ſein Gewölbe in der Herrengaſſe, im v. Hor⸗ vath'ſchen Hauſe.
J. S. Szboinyaky.
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Halbjähriger Preis 4. fl.„ mit
freier Poſtzuſendung 5
fl. Auf Vellnpapier mit erſten Kupferabdrilken
5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Komuiſſtonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors) in C. Millers und F. Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


