Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
728
 
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der Belgier deblzirt. daß Italiener ſich in dieſen Tanzkom⸗ poſitionen hervorthun. Muſard's Konzerte machen in ihrem neuen, eben ſo eleganten als großen Lokale in der Straße Vivienne im eigentlichen Sin

ne Furore. Es ſollte dem kleinen Or⸗

cheſter des Herrn Strauß aus Wien ſchwer werden, ſich hier Bahn zu bre chen, um ſo mehr, da Muſard ſeine ſchönſten Walzer ſchon aufgefühet hat, und dieſe uns ſonach nicht mehr neu ſind. Das Leben Jeſu von dem an dern Strauß(er möge mir verzeihen, daß ich ſeine Berühmtheit an die des Walzerkomponiſten hier anknüpft) fängt an, in gewiſſen Salons von ſich ſpre zu machen. Man ſagt, daß die Revue des deux Mondes eine Reihe von Artikeln darüber veröffentlichen werde, als deren Verfaſſer man einen deutſchen großen Namen nennt. Die Einnah⸗ me von Conſtantine konnte nicht ver fehlen, den Tagewiz gewiſſer kleinern Journale, der oftmals ins Stoken ge⸗ raͤth, zu alimentiren. Der Tonſe⸗ zer Vial, Kompoſiteur der OperAli⸗ ne, Königin von Golconda und vieler anderer Werke, iſt hier 66 Jahre alt, geſtorben. Herr Strauß verkündigt auf Donnerstag(9. Nov.) ſein erſtes Konzert. Er gibt zwei Ouvertüren von Auber und Kreutzer; von lezterm aus einer hier unbekannten Oper: le Camp de Grénade. Eine Dem. Zöhrer wird eine Arie ansOttello, und ein Hr. Stark eine Cavatine bon Paccini ſin gen. Außerdem werden wie neue Wal⸗ zer von dem Konzertgeber unter dem Titel: les contrastes, les mosaiques, le Bouquet, Philomeles. fusées volan- tes und la belle Gabrielle zu hören

Halbjähriger Preis 4. fl., mit freier Poſtzuſendung 3 fl. Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb

und F. Tomalas Kunſthandlung zu

5 fl. und poſtfrei 6 fl. E. M. des Waſſerthors) in C. Millers

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Es iſt ſelten, bekommen.

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Die Preiſe ſind 6, 5, 3 und 2 Franks. Er hat für ſeine Produk⸗ tionen das elegante Lokal des Gymnase musical gewählt.

Lokal⸗Zeitung.

Muſikallſche Notiz. Herr 5 Levy, Muſikdirektor Sr. koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen von Schweden und Norwegen, einer der erſten jezt lebenden Virtuoſen auf dem Horn, iſt hier angekommen und beab⸗ ſichtigt ſich öffentlich hören zu laſſen; worauf wir, als etwas Ausgezeichnetes, alle Muſik⸗ freunde aufmerkſam machen.

Morell y. Der zweite Ball Morellys am 12. d. M. ward von etwa tausend Per. ſonen beſucht. Die Unterhaltung war etkla tant. Geſtern fand eine muſikali⸗ ſche Konverfatton in den Redoutenſä⸗ len ſtatt, wobei die beiden Orcheſter von den Hen. Morelly und Zoͤhls dirigirt wurden.

Der Mechanikus Weiß aus Paris ſezt ſeine intereſſanten Vorſtellungen im Churfürſtenſaale fort. Lezten Sonntag war der Andrang ſo groß, daß viele Schau- luſtige keinen Plaz mehr fanden obſchon die Orcheſter-Gallerie auch beſezt war N

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Beneflze.(Peſth.) Sonnabendden 18. d. M., zur Beneſize des Herrn Deſſoir: Der alte Student, Schauſpiel in 2. Akt. vom Freiherrn v. Maltiz, hierauf:der Pa⸗ riſer Taugenichts. In bei den Stüken gibt der Beneſiziant die Titelrollen; in erſterer Rolle hat er bereits hier große Senſation erregt, in lezterer wird ſeine Erſcheinung zwar neu, aber deſto intereſſanter ſein. Der Gamin wird nun in dem urſprünglichen Sinne des Dichters, von einem Manne, wie dies in Paris der Fall war, dargeſtellt werden. Wie wir aber hören, ſoll dieſe Metamorphoſe nur einzig und allein für dieſen Abend vorgenommen werden.

Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrilken

peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.