527
2 Zentner Papendekel
„ Heu
20 Buſchen Pakpapier
6000 Stük Nägel
verwendet wurden.— Gleichen Zu— ſpruchs erfreut ſich das topographiſche Kabinet des Strahler von Wolkenberg, welches ſehenswerthe Gegenſtände und intereſſante Darſtellungen der berühm⸗ teſten Hauptſtädte Europas, in reicher Abwechslung enthält. Vorzüglich zeich— nen ſich die Anſichten von Dresden, Prag, des Kremels von Moskau und des Palaſtes des Schach von Perſien, durch getreue Auffaſſung und herrliche Beleuchtung aus. Alambre.
Ro m. Es befindet ſich gegenwär—⸗ tig hier ein Knabe von acht Jahren, aus Amoro, in der Provinz Terra di Lavoro im Königreiche beider Sicilien gebürtig, mit Namen Partenio Ful⸗ vio Cachillo, welcher zehn Sprachen verſteht, obwohl er nicht einmal in ſeiner Mutterſprache Unterricht genoſ⸗ ſen hat. Einen Beweis ſeiner überra- ſchenden Sprachkenntniß ſoll er in Ge— genwart Sr. Majeſtät des Königs von Neapel abgelegt haben. Man hat nun auch im Felde der Linguiſtik ein ſiei⸗ lianiſches Wunderkind, welches man gern an die Seite der mathematiſchen Genies, Vinzenzo Zuccaro und Vito Mangiamele, zu ſtellen geneigt iſt.
Buntes aus Paris. Der alte Mann, der zu Bapaume im Brun⸗ nen verſchüttet wurde, iſt nach mehr— tägigen Ausgrabungen, wobei mehrere Perſonen in Lebensgefahr geriethen, todt hervorgezogen worden.— Der Zu— fall hat ſchon mehrere Entdek ungen ver— anlaßt. Lernandes, Druker in Moiſac, hatte vor etwa 5 Monaten auf einen ganz glatten Tiſch Liebesapfelſaft fal⸗ len laſſen. Lezthin wollte er den Tiſch reinigen und fand, daß der Saft die
Konſiſtenz des Papiers angenommen hat⸗ te. Er nahm ihn ſorgfältig ab und konnte leicht darauf ſchreiben. Dieſe neue Art Papier verbindet mit einer großen Weichheit eine ziemliche Feſtig⸗ keit und ſcheint das Leimen nicht zu bedürfen, denn die Dinte läuft kei⸗ neswegs darauf.— In einem klei⸗ nen Dorfe des Rhonedepartements ver⸗ gnügten ſich einige Kinder, allerdings ſehr unvorſichtig, im Hofe eines gro— ßen Gutes damit, die Tiefe eines Brunnens zu unterſuchen und fanden endlich, o Wunder! auf dem Grunde des Brunnens einen halb verroſteten großen eiſernen Kaſten. Stolz auf ih⸗ ren Fund und getrieben von der uner— hörten Kühnheit, welche die Kinder zu den außerordentlichſten Verſuchen ver anlaßt und ihnen bisweilen die ſinn⸗ reichſten Mittel eingibt, brachten es die Kinder endlich dahin, den Kaſten aus dem Brunnen herauszuziehen und ihren Fund zu dem Beſizer jenes Brun— nens zu ſchaffen. Wie groß war das Erſtaunen deſſelben, als er mit Mühe den Dekel des Kaſtens aufgebrochen hatte u. in demſelben eine anſehnliche Menge Goldſtüke aus den drei lezten Regierungen vor der Revolution er— blikte! Der Kaſten enthielt ferner ein großes Bündel Familienpapiere, welche irgend ein Opfer der Volkswuth da mit ſeinem Schaze verſtekte, ehe es in der Verbannung oder vielleicht gar auf dem Blutgerüſte ſtarb. Dankte u. be⸗ lohnte wohl der Mann, der ſo ſchnell zufällig reich geworden war, die Kin— der? Keineswegs. Er zankte ſie viel⸗ mehr aus, daß ſie ihm einen Strik zerriſſen hätten u. verlangte, ſie ſoll⸗ ten denſelben bezahlen. Die Eltern der Kinder, empört durch dieſe unwür— dige Vehandlung, haben die Sache ge— richtlich angezeigt, ſo daß ein Theil des Schazes dem Staate, ein anderer den Kindern zufällt, welche ihn fan⸗


