eine neue Zeitſchrift erſcheinen, beti— telt:„Der Wiener Figaro.“ F.
Verlin. Der hieſige Modenſpie⸗ gel enthält in ſeinem Intelligenzblat— te folgende(wörtlich abgeſchriebene) „Dank ſagung“:„Die heftigſten Zahn⸗ ſchmerzen hatten mich in meinem Be⸗ rufsgeſchäfte als Briefträger unfähig gemacht; ich litt unbeſchreiblich an zwei Zähnen. In dieſer Noth wandte ich mich an Hrn. Lehndorff, Zahnarzt, derſelbe befreute mich von meinen zwei Weis heitszähnen und den vielen heftigen Leiden. Ich fühle mich für dieſe glükliche Zahn— ausreißung verpflichtet, dem Hrn. Zahnarzte meinen öffentlichen Dank ab— zuſtatten. Lange möge derſelbe zum Wohle der Menſchheit der Retter der Zahnſchmerzen ſein.
Berlin, 24. Juni 1857. Johann Millof. Briefträger.“
Prag. Vorige Woche ſtürzte die Tochter des hieſigen Theaterkapellmei— ſters T. von dem Stadtwalle in den Stadtgraben hinab u. brach zum Glük nur ein Vein. Das Nähere dieſes Un glüksfalles iſt noch nicht bekannt. H.
Carlsbad. Unter den geiſtrei— chen Badegäſten, die unſern Kurplaz heuer beſuchen, zieht der Erzbiſchof von Erlau, Ladislaus v. Pyrker, die Auf— merkſamkeit aller Fremden auf ſich. Von hieraus begibt ſich der Sänger der Tuniſias auf eine Reiſe durch Deutſchland und kehrt erſt im Spät⸗
herbſte in ſein Erzbisthum zurük. H.
Buntes aus London. Ein
ſehr reicher engliſcher Oberſt, einer der
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Matadors des Londoner Jockeyklubbs, hatte gewettet, daß er ſechs Wochen lang als Bettler, den Sak auf dem Rüken, das Land durchziehen und von Almoſen leben wolle. Auf dem Gute eines ſeiner Gegner wurde er jedoch aufgegriffen, und allen Ernſtes als Landſtreicher zu 14-tägiger Einſper—⸗ rung ins Arbeitshaus verurtheilt. Man glaubt, daß die Wette nun annullirt werden wird.— Alderman Wood har einen Plan zur Verſchönerung von London vorgelegt, wonach 25 neue Straßen und ungefähr 50 Gäßchen für die arbeitende Klaſſe errichtet würden. Zur Dekung der Koſten ſchlägt er eine Abgabe von 6 Pence von jeder Tonne Kohlen vor, die in den Londoner Ha— fen eingeführt wird, was einen Ertrag von 1/7 Mill. Pfund Sterling geben würde.— Kürzlich wurden hier Ver— ſuche mit einem Piſtole und einem Ka— rabiner gemacht, die zehnmal in einer Minute geladen werden können; das Piſtol gibt 12, der Karabiner 16 Sch üſſe in der Minute, ſo daß 100 Mann in 10 Minuten 120,000 Schüſſe abfeuern u. 120,000 Mann niederſtreken können. Der Karabiner iſt beſonders für See— gefechte brauchbar, indem 100 Mann in einer Minute mit 16,000 Schüſſen ein ganzes Schiff wehrlos machen kön— nen.— NB. wenn die ganze Geſchichte wahr iſt. M.
Stuttgart. Der bekannte Schriftſteller Groß-Hoffinger, der ſeit einigen Jahren hier wohnte, hat uns verlaſſen, um von nun an in ſeiner Vaterſtadt Wien zu wohnen. Es heißt, es werde dort ein neues Journal grün⸗ den, wozu er das Privilegium erhal⸗ ten hat. A.
Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrllken
5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Ma det Waflerthort), in C. Millers u. F. T
pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, autzerbalb alas Kunſthandlungen iu Peſth und bei alen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


