Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
440
 
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11⸗ken Legion der Nationalgarde zu ſtellen. Da ſie dem Befehle nicht Fol⸗ ge leiſtete, wurde zwölfſtündiger Ar reſt gegen ſie gusgeſprochen. Später klärte ſich die Sache auf!! Man ſcheint jezt hier ſehr auf Thea ter zu ſpekuliren, weil ſeit Kurzem Geſuche zur Errichtung von zwölf neuen Theatern bei dem Miniſterium eingekommen ſind, ob es gleich bereits einundzwanzig Theater in Paris gibt, in denen wirklich geſpielt wird. Ein reicher Fabrikant in der Champagne, dem die armen Leute in der Umgegend die Verbeſſerung ihrer Umſtände ver danken, wurde in Folge der beſtehen den Handelskriſis genöthiget, ſeine Zahlungen einzuſtellen. Auf dieſe Nach rich entſchloſſen ſich die ſämmtlichen Arbeiter einmüthig und von freien Stüken, ihrem Wohlthäter einen Ve weis von Theilnahme und Dankbar keit zu geben. Es kamen dabei Bei ſpiele von Aufopferung vor, die wirk lich großartig ſind. Einige Arbeiter erboten ſich, einen Monat lang um ſonſt zu arbeiten; die Weber wollten jeder ein Stük Zeug unentgeltlich lie fern. Einer bot einem Gläubiger des Fabrikanten 200 Franks, weil er ge äußert hatte, er würde froh fein, wenn er von ſeiner Forderung ſo viel erhal te. Ein Faktor hatte 3900 Franks zu fordern und zerriß die Rechnung vor den Augen ſeines VBrodherrn, indem er mit Thränen in den Augen ſagte, er wolle nur Arbeit, zum Leben brauche er wenig. Nicht ein einziger Arbeiter ſchloß ſich von dieſen edeln Aupfopfe rungen aus und man hofft, dem ſo beliebten Manne wieder aufzuhelſen.

B.

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Lokal⸗Zeitung.

Malerei. Das großartige Kunſtge⸗ mälde von Kuppelwieſer:der heilige Jo ſeph, das in Nro. 50 und 51 des Spiegels ausfuhrlich beſchrieben wurde, iſt nun an dem Orte ſeiner Beſtimmung angelangt. Es iſt ſeit dem 9. d. M. in der Joſephſtädter Pfarr⸗ tirche in Peſth aufgeſtellt. Die Wirkung, die dieſes Bild hervorbringt iſt grandios u. Kunſt kenner und Layen haben Gelegenheit ſich zu überzeugen, daß Peſth nun um ein herrliches Kunſtwert bereichert, und daß in obener wähnter Beſchreibung nicht zu viel geſagt wurde. S.

Mu ſik. Die Guitarre iſt wohl mehr verkannt, als ſie es verdiente. Sie iſt nur undankbar unter undankbaren Händen, wer; den aber ihre Saiten von einem Meiſter ge handhabt, ſo geht nichts uber ihren Liebreiz und ihre Anmuth. Beſonders hat ſie als be gleitendes Inſtrument ein volles Recht auf unſere Beachtung. Wer kennt etwas Poeti ſcheres, Anziehenderes und Lieblicheres als ein Madrigal bei Mondſcheinlicht, unter dem Fenſter eines geliebten Gegenſtandes mit Be gleitung der Guitarre geſungen! Aber auch im Soloſpiel nimmt jezt dieſes Inſtrument eine bedeutende Rolle ein. Es kann auch hier von eklatanter Wirkung ſein, es kommt nur immer auf die rechte Art es zu behandeln an. Unſere Leſer u. ſchonen Leſerinen verdanken es uns wohl, empfehlen wir ihnen einen tüchtigen Meiſter der Guitarre, deſſen Unterrichts-Me thode eben ſo bewährt iſt, als ſein Ruf als

ausubender Kunſtler gegründet iſt. Es iſt dies Hr. Johann Leithner, der ſich nicht nur erſt neuerlich hier in Peſth im Theater am 7. Juni) mit großem Beifall offentlich pro duzirte, ſondern auch in mehreren Konzerten im Hoftheater in Wien Senſation erregte. Hr. Leithner iſt ubrigens ein geborner Peſther und verdient um ſo eher Theilnahme und Beach- tung. F.

Konzert. Der in dieſen Blättern wie derholt ruhmlich erwähnte Virtuoſe auf der Guitarre, Hr. Eduard Pique aus Prag, gibt tunftigen Sonnabend, den 13. d. M., ein zweites Konzert im Peſther Redoutenſaale. Er wird ganz neue Piecen vortragen und von ausgezeichneten Kunſtlern unterſtuzt werden-

Halbſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrllken 5 f. und poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumertrt im Kommtiſſiontamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthorts), in C. Millers u. F. Temalat Kunſthand langen zu peſth und bel alen k. k. Poſtämtern.

Hereusgeber und Verleger Franz Wieſen.