Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
409
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Vebuler Jahr gaug.

52. Sonnabend, 1. Juli. 1837.

Ueber Prof. Leopold Kupelwleſer's Hauptaltarblatt: Der helllge Joſeph.

Von Joſeph Preleuthner)).

Wir beeilen uns auf eine Erſcheinung im Gebiete der Kunſt aufmerkſam zu machen, welche ſowohl durch äußere Ausſtattung in Bezug auf Großartigkeit, als durch innern Gehalt und Tiefe der Anſchauungsweiſe, der höchſten Beach tung würdig erſcheint, und in jeder Veziehung als Epoche machendes Kunſt werk jeden Zweifel zerſtreuen muß, der je gegen die Fähigkeit und Tüchtig keit der vaterländiſchen Künſtler erhoben worden iſt. Wir meinen nämlich Prof. L. Kupelwieſer's Altarbildder heilige Joſeph, welches im Auftrage des kunſtſinnigen Stadtmagiſtrats zu Peſth ausgeführt, nunmehr durch einige Zeit in Wien, im fürſtlich Schwarzenberg'ſchen Pallaſte am Rennwege dem Pu⸗ blikum zur Betrachtung ausgeſtellt ſein wird. Es mißt 30 Fuß Höhe und 15 Fuß Breite; die Veranlaſſung ſeiner Veſtellung gab die Herſtellung eines neuen ſchönen Hochaltars in der Kirche des heil. Joſeph in Peſth, zu deſſen Haupt zierde das Bild beſtimmt iſt.

Es gibt wohl keine ſchwierigere Aufgabe für den Geſchichtsmaler, als jene, welche ihm gar keine Handlung zur Darſtellung bietet, ſondern ihm ulchts übrig läßt, als durch ſchöne Form und hauptſächlich durch den, den Geſtalten inwohnenden Ausdruk allein das Gemüth des Beſchauers zu feſſeln. An ſolchen Stoffen, welche wirhiſtoriſche Stillleben nennen möchten, iſt ſchon ihrem Weſen nach die chriſtliche Religion vorzugsweiſe reich, beſonders in den Darſtellungen der Heiligen, der Mutter Gottes, der heil. Familie,

ja der göttlichen Perſonen ſelbſt, da, wo ſie nicht handelnd auftreten, ſondern bloß beſtimmt ſind, als Zeichen geiſtiger Erhebung und Erinnerung die An

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) Obigen Artikel entnehmen wir,. ſeines beſondern Intereſſes für Peſth, aus derWiener Zeitſchrift.