Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
377
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Deuter Gag*.

48. Sonnabend, 17. Juni. 1837.

(Fortſezung.)

Nachdem er von der Wirthin die Wohnung Schelkoff's erfahren, ging er geraden Weges zu ihm. Er fand die Wohnung unverſchloſſen. Ein alter Die ner pakte mit Thränen in den Augen Effekten zuſammen. Auf dem Hofe ſtand ein angeſpannter Wagen. 5

Wo iſt dein Herr? fragte der Offizier.

Ach mein lieber Herr, Konſtantin Petrowitſch! Gott hat Sie wieder zu uns geführt, ſagte der Diener, dem alten Freunde ſeines Herrn die Hand küſſend.Michaila Alexandrowitſch iſt ſo eben erſt in's Dorf gefahren. Was mit ihm geſchehen iſt, vermag ich Ihnen nicht zu ſagen, ſo viel aber weiß ich, etwas Gutes iſt es nicht. Mein Herz erſtarrt, wenn ich daran denke.

Er wiſchte ſich mit der Fauſt die Thränen aus den Augen und fuhr fort:

Vor einer Stunde kam er nach Hauſe, blaß und mit rothgeweinten Augen. Ich glaubte, er wäre krank und wollte ihm Thee machen, aber er gab es nicht zu ging im Zimmer auf und nieder, dann brach er in Thränen aus und warf ſich auf's Bett mit den Worten:Ach wie ſchwer liegt es mir auf dem Herzen! Dann lief er aus dem Hauſe und brachte ein weißes Pul⸗ ver mit, ließ ſich Waſſer geben, rührte das Pulver hinein und trank es aus. Kaum hatte er es hinunter, ſo ſezte er ſich zum Schreiben nieder und be ſahl, daß Filka ſogleich ein Pferd ſattela und ſich fertig halten ſollte, zur gnädigen Frau zu reiten. Dann beſann er ſich wieder, zerriß den Brief, be fahl den Wagen anzuſpannen, umarmte mich, ſagte:Lebe wohl auf ewig, Semen! und vergoß dabei heiße Thränen. Jezt, wie Sie ſehen, pakte ich auch ein, um ihm nachzueilen.

Warte auf mich, Semen! ſagte der Offizier und eilte in die Apotheke.

Mit Mühe klopfte er die Leute auf. Sich die Augen reibend, trat ihm der Proviſor entgegen.