Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
117
 
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gefährlich werden könnte, ſo iſt er doch lebhaft überzeugt, daß der durchlauch⸗ tige Fürſt, Falls er hiezu aufgefordert würde, jedes Privat-Intereſſe beſei⸗ tigend, und nur die Verbreitung der Civiliſation und die Beförderung des Handels im Auge behaltend, gewiß Alles beizutragen bereit wäre, was dieſes große Werk zur Vollendung bringen könnte. Der erhabene Sinn des Für ſten für Humanität, Kunſt und Wiſſenſchaft beurkundet ſich bei jeder Gelegen⸗ beit, eben ſo wie ſein Wohlwollen gegen Gelehrte und Künſtler, und gegen alle Jene, die ſeinen Schuz anſuchen, oder die Gaſtfreundſchaft des wieder gebornen ſerbiſchen Landes in Anſpruch nehmen, notoriſch iſt, und wie er mit wahrer väterlicher Milde keinem unverſchuldet Unglüklichen und Hilfeſu chenden troſtlos ſcheiden läßt. Die von dem großherzigen Fürſten ergriffe nen Vorſichtsmaßregeln zur Abhaltung der Peſtſeuche, müſſen rühmlich für ihn ſprechen; beſonders die neuerliche ſo ſchleunige Errichtung der Kontumaz⸗An⸗ ſtalten zu Alexicz, wodurch bei der herrſchenden lezten Epidemie nicht nur ſeine Völker beſchüzt wurden, ſondern auch dem ziviliſirten Europa u. namentlich Oeſterreich die Abwehr dieſer fürchterlichen Krankheit durch dieſe Schuzmauer um ſo vieles erleichtert wurde. Seitdem ſind noch mehrere Kontumaz⸗ und Kor donsanſtalten in Serbien errichtet worden.

Der Kapitän Cefalla erlaubt ſich daher, als einen für Serbien ganz fremden und unparteiiſchen Beobachter, zu bemerken, daß er es ſich zu ſeinem größten Lebensglüke anrechnet, während ſeiner Durchreiſe durch Serbien Ge⸗ legenheit gefunden zu haben, Se. Durchlaucht den Fürſten Miloſch in der Nähe kennen zu lernen und wahrzunehmen, wie die großen und edlen Eigen⸗ ſchaften des unvergleichlichen Fürſten blos von dem heiligen Triebe ſeines Her⸗ zens geleitet werden, und die ihm auch lehrten für das Glük und das Wohl ſeines Vaterlandes und des ſerbiſchen Volkes Alles zu opfern. Das Preiswür⸗ digſte iſt, daß ſich der Fürſt durch eine ihm angeborne Gerechtigkeitsliebe und aus eigenem Ehrgefühle, die Gränzen ſeiner Macht, der Wohlfahrt ſeiner Unterthanen angemeſſen, ſelbſt vorſchreibt.

SGi (Aus einem franzöſiſchen Blatte.)

Vor dem 14. Jahrhundert findet man keine Spur eines epidemiſchen Katarrhs und in der Mitte des 16. blos ſehr wenige Beſchreibungen der Symptome dieſer Epidemie von gleichzeitigen Schriftſtellern. Hier einige Daten der ſtärkſten Invaſionen dieſer Seuche.

Acht zehntes Jahrhundert. 1709 zog die Grippe durch Preu⸗ ßen, Frankreich und Italien; 1729 war ſie in Rußland, Polen, Ungarn, Deutſchland, Schweden, Dänemark, Frankreich, England, Italien und Spa nien. Noch nie war die Krankheit ſo allgemein, als in dieſem Jahre. Die Grippe fing im Januar an, als das Thauwetter das Eis brach. Sie war mild in der Schweiz; aber zu London, Paris, in Spanien und in Italien waren ihre Verheerungen groß; in London raffte ſie in acht Tagen des Mo nats November 908 Perſonen weg. Die Epidemie von 1752 1755 war nicht minder verbreitet. Hier ihr Lauf: gegen die Hälfte November 1752 zeigte ſie ſich in Sachſen und in Polen; von hier zurchzog ſie Deutſchland