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gemiſchtes Publikum bei Bällen und Soireen.— A. Berlin. Einſt wurde der hier anweſende türkiſche Geſandte, Achmet Effendi, aus Neugier von vielen Da⸗ men beſucht. Bei einem ſolchen VBe⸗ ſuche theilte er Bonbons aus. Einer der Damen gab er doppelt und drei⸗ fach. Sie, im Triumphe ihrer Eitel⸗ keit, läßt ihn durch den Dolmetſcher darum fragen.„Weil ihr Mund noch einmal ſo groß iſt“, war ſeine Antwort. B. Buntes ans Paris. Der berühmte Ourang-Outang Jack, der ſchon mehrmals todt angeſagt wurde, hat nun wirklich zu leben aufgehört. — Die lezte Auffahrt des Rieſenbal⸗ lons iſt in Paris auf den 9. Januar feſtgeſezt worden. Es hieß, Herr Green wolle nach England ſegeln, die Mit⸗ reiſenden aber, die nicht ſo weit zu fahren wünſchen, an der franzöſiſchen Küſte abſezen. Ein Plaz im Ballon koſtet 600 Frks. für einen Herrn und 300 Frks. für eine Dame. Es ſind be⸗ reits 4 Pläze beſtellt.— Paganini iſt in Marſeille angekommen, und begibt ſich von dort nach Paris. B.
1 Local-Zeitung.
Redoute. Auf der, am 15. d. M.
ſtattgefundenen erſten Redoute, begrüßte der!
Spiegel ſein, dem Karneval gewidmetes, freundliches Pariſer Masken-Quodlibet in freudiger uUeberraſchung.— Flitterprunk und Aufſchneiderei verſchmähend, hielt er den Mas— kenfreunden eine fleißig illuminirte Masken— gruppe vor, und ſiehe da, ſie führen ihm in ſtrozender Farben-Ueppigkeit lebendige Nach—
bilder dankbar entgegen. Verſchafft doch der Spiegel fo mancher geprieſenen Schönhelt Selbſtbewunderung— warum ſollte es dem Spiegel nicht einmal gelungen ſein, ſich in ſo vielen Schönen verherrlicht zu ſehen? Reh⸗ met Ihr Holden dies-Geſtändniß nicht für bloße Galanterie: der Spiegel kennt, wie Ihr wiſſet, nur die prache der Wahrheit und ſcheuet die deshalb zu erleidenden An— fechtungen keinesweges.— Er war erfreut, ſeine von dem guten Geſchmake eingegebenen Vorſchriften in Euch übertroffen gefunden zu haben; er war entzükt, die anerkennende Zufriedenheit mit Herrn Carl Emmer⸗ ling, dem wakern Anordner dieſer Ball— freuden, auf Euren Roſenwangen glänzen zu ſehen; er war gerührt von den freudigen Be— wegungen, die Zöhls Klänge in Euch hervor— gebracht, kurz, er war hochbeglükt an 1400
fröhlichen Menſchen zu begegnen. h W.
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Churfürſtenbäl le. Dieſe haben ſo wie die Redouten am 15. d. M. begonnen, Die Ver ſammlung kann wohl hier nicht ſo zahlreich ſein, wie in den enormen Redouten⸗ Lokalitäten, auch fehlet der Reiz der Mas— ken; dafür bietet der ſchön dekorirte Saal mit ſeiner Gallerie andere Annehmlichkeiten. Man iſt hier geſelliger und inniger und die Unterhaltung iſt konzentrirter. Vor Allem ver— dienen Küche und Keller des Hrn. Hauer den erſten Preis, obwohl ihr Preis nicht zu hoch geſtellt iſt. Muſit und andere Arrangements ſind lobenswerth. f
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Schnelllauf. Der bekannte nordi⸗ ſche Schnellläufer Menſen Ernſt, der auf ſei— ner Rukreiſe von Oſtindien ſich ſeit längerer Zeit hier aufhält, hat ſich am 15. d. M. hier offentlich produzirt. Er verſprach das Qua⸗ drat unſers koloſſalen Marktplazes 20 Mal in 66 Minuten zu umlaufen, und troz des hochgefallenen Schnees und des Andranges einer großen Menſchenmaſſe, loſte er ſelne Aufgabe faſt punktlich. Die durchlaufene Strete beträgt nicht viel weniger als 2 deut— ſche Mellen. M.
Moden bil d. Nr. Neue ſte Pariſer Maskenanzüg ce
Halbſährlger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 8 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrllten 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthort), in Ferdinand Toma las Kunſthandlung zu peſth und bel allen k. t. Paſtam te rw.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


