Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
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großer Lärm gemacht wurde. An der] Antrag dahin geſtellt wurde, die Thea⸗

Porte St. Martin ſoll eln neues, ſebr effektvolles Drama nächſtens in die Szene gehen, deſſen Stoff aus der be rühmten ſpaniſchen Ueberlieferung der ſieben Infanten von Lara geſchöpft iſt. Eine Dame, und noch dazu eine verheirathete, iſt auf den zarten Ein⸗ fall gekommen, den Rauchern ihren widerwärtigen alten Tabaksgeruch, den ſie zum großen Leidweſen der Nichtrau cher ſelbſt nie verſpüren, zu rauben. Es bat nämlich eine Dem. Metais eine Art von Bonbons erfunden, die dem Munde ſogleich den nach dem Rauchen übriggebliebenen verdorbenen Athem entziehen und mit wohlduftendem erſe zen, der lange Zeit Stand hält.(Es wäre ſehr zu wünſchen, daß dieſe Pas- tilles pour les Fumeurs, de Mlle. Metais, auch bei uns recht ſtark in Um⸗ lauf kämen.) Der berühmte Schrift ſteller Paul de Kock iſt zum Geſandt ſchafts⸗Sekretär in Wien ernannt. K.

Mliszellen.

Wien. Es iſt neulich im Nürn berger Korreſp. angezeigt worden, daß die Wiener Zeitung, in Folge der von den übrigen Redakteuren literariſcher Blätter gethanen Schritte, keine Thea terartikel liefern werde. Dieſe An zeige, berichtigt jezt derſelbe Korreſp., war irrig; gedachte Redakteure hatten gar nicht nöthig, dagegen einzuſchrei ten, denn ein hochgeſtellter Staatsmann machte ſeine Anſicht geltend, daß es für eine Hofzeitung nicht ſchiklich ſei, in den Spalten, welche die Verfügungen der Regierung enthalten, die Beur theilung irgend eines verunglükten Roscius zu liefern. Als hierauf der

terartikel in beſondern Beilagen zu liefern, wurde auch dies, als die Rechte anderer Journale beeinträchtigend nicht geſtattet. So wurde alſo denſelben ihr Eigenthumsrecht geſichert, ohne daß ſie nöthig hatten, zu deſſen Vertheidigung zu interveniren. B. Berlin. Die Herren Ritter v. Spontini und Raupach in Berlin haben gemeinſchaftlich, in Beziehung auf das Recht beim geiſtigen Eigen thume, eine Eingabe am hohen Bun destage gemacht. T.

Wien. Die Frau eines israe⸗ litiſchen Handelsmannes ſchlug, in Auf wallung des Zornes, ihr dreljäbriges Kind mit einem Schlüſſelbunde derge ſtalt vor den Kopf, daß das Kind an den Folgen dieſer Miß handlung ſtarb. Schon war es der Thäterin gelungen,

den Arzt und den Todtenbeſchauer zu

hintergehen; die Beerdigung des Kin des wurde geſtattet; auf die Anzeige des Dienſtmädchens aber dasſelbe wie der ausgeſcharrt, die That konſtatirt, und nun erwartet die unnatürliche Mutter die Strafe ihrer verbrecheri ſchen Uebereilung. 75

Modenbil d. Nr. 47. Extra⸗Modenbild.

Pariſer Anzüge für Herren

vom 1. Nov. Winteranzüge. Erſte Fi

gur: Mantel mit Pluche gefüttert Kaſi mir⸗Pantalons. Zweite Figur: ue⸗ berrok, ausgeſchlagen mit Seide mit brochir⸗ ten Zeichnungen.

Wir erlauben uns, unſere verehrlichen Abon⸗ uenten darauf aufmerkſam zu machen, daß wir diesmal drei Modenbilder hinterein- ander gaben und zwar jedes mit eben ſo ele ganter und fleißiger Ausführung, als beſon derer Schnelligkeit.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.