Mittwoch, 11. November.
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Kunst, Eleganz und Mode.
(Achter Jahrgang.)
Halbfäbriger Preite 4., mit freier Poſtiu⸗ 2 Man präuumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen endung 5 fl. Auf Velindarſer mit erſten 2(Feſtungtauffahrt), in Ferd. Tomalas gunſthand⸗ Kupferabdrülken 5 fl. und roſtfret 6 fl. C. M.? lung iu Peſth und dei allen k. k. Poſtämtern.
Güte n.
(Fortſezung.) 2.
Ein Wagen näherte ſich der Stadt; dichter und dichter breitete ſchon die Daͤmmerung ihre Schleier über die einförmige, flache Gegend. Ein junger Mann lehnte ſich weit aus dem Schlag des Wagens, und ſah auf die Häuſer—⸗ maſſen, die ſich immer deutlicher aus dem Dämmern des Abends hoben; die Spizen der Thürme nur glühten noch im Abendlicht. Die Seele des Reiſen— den war tief bewegt. Keine Eltern, keine Braut erwarten ihn in der Stadt; aber doch ſchlug ſein Herz hoch auf, als er ihr nahte. Es war ſeine Vater— terſtadt, die er ſeit vier Jahren nicht geſehen hatte.
Der Wagen rollte durch das Thor. Eugen ließ halten und ſtieg aus; weiter raſſelte die Reiſekutſche auf dem Pflaſter der Stadt; langſam ſchritt der Reiſende durch die dämmrigen Straßen. Die Laternen wurden angeſtekt, in den Häuſern entzündeten ſich nach und nach die Lichter des Abends. Eugen dachte daran, wie er es früher liebte, am Abend durch die Straßen zu wan— dern, und flüchtig in die erleuchteten Zimmer zu ſchauen. Die Familien beim Aben deſſen, hübſche, fleißige Mädchen bei der Arbeit, Männer, die emſig den
Sewinn des Tages überzählen und in Gedanken bereits zu nöthigen Ausga— ben beſtimmten, Mütter, die ihre ſchlaftrunkenen Kinder zu Bette brachten, Greiſe im Lehnſtuhl, von muntern, rothbakigen Enkeln umgeben, Jungfrauen, die vor dem Spiegel ihre Loken aufwikelten, geſellige Kreiſe, welche bei einem fröhlichen Spiel lachten und ſcherzten— Alles waren ihm willkommene Bilder, bei denen er für Augenblike verweilte, und dann raſcher weiterſchritt durch die wehende Nacht. Er konnte ſich dann die Gedanken und Empfindungen jener


