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Die Unterſuchung wird woht weitere Au ſſchlüſſe herbeiführen. G. 42
London. Das bieſige Blatt John Bull macht mit Unwillen darauf aufmerkſam, daß dieſer Tage unter den Anzeigen in einem Blatte ſich zwei be⸗ fanden, in deren einer ein Gentleman als Hauslehrer geſucht wurde, welcher die Klaſſiker, Schreiben und Arithme⸗ tik lebren und einen Gehalt von 30 Pf. (300 fl.) erhalten ſollte, während in der anderen ein Lakei geſucht wurde, welchem ebenfalls ein Gebalt von 50 Pf. und dazu noch eine Livree jährlich ver⸗ ſprochen wurde. Der Gentle nan ſoll ſich in den Ferien ſelbſt verſorgen, wärend der Lakei natürlich das ganze Jahr bindurch gut logirt und gefüt⸗ tert würde! M.
Der Modenkurier.
(Paris, 20. Okt. 1835.)
„Nichte Reuet unterm Sonnenlicht;
Doch neu heißt, was die Mode ſpricht 1%
1. Man verfertigt treffliche Kapoten von wieſengrünem, kornblumenblauem, el— fengrauem geköpertem Sammet. Auf die Kap⸗ ven gibt man ohne unterſchied Verzierungen von demſelben Stoffe, flachen Sammet oder Atlas.
2. Fantaſteſtoffe für Kapoten ſind:
Herbſtſammet(velours d'automne) und Sa— tin⸗Argus, grünlich blau, klein quadrillirt, mit dem Reflex eines Pfauenflügels. a 3. Für den Abend hat man perſiſchen Sammet, einen ſehr feinen, matten und weichen Stoff, der ſehr gut zum Geſichte ſteht und woraus kleine artige Hüte mit Federn gemacht werden. 5
4. Auf Promenaden tragt man große Kapoten von penſeefarbigem, grünem oder ſtrohgelbem Atlas mit einer langen Feder, welche ganz ſeitwärts geſezt iſt und durch ein einfaches Croiſeeband gehalten wird. Oft wird dieſe Feder durch einen Blumenzwelg erſezt.
5. Die Federbuſchen ſind in dieſem Moment beliebt. Die Schattirungen ſind da— bei ſo geſchikt vereinigt, daß ſie einen treff— lichen Effekt hervorbringen. Beſonders des Abends ſteht Weiß und Roſa, Weiß und
Strobgelb bewunderungswürdig auf glactr. tem Atlas oder Herbſt⸗Sammet. 0
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6. Der größte Theil der Douilletten, welche wir bemerkten, find von dunkelblauer ing. Sie baben pelerinen, die meiſtens auf der Bruſt etwas offen iind. Sie
Schattirung.
ſind rundherum mit Schnürchen gar nirt, ſelbſ auch am Rand des Rokes. Die aus Reps gemachten Schnürchen bringen auf glatten Stoffen einen guten Eindrut hervor. Man ſieht auch einige von ſchillernden Farben; aber die ausgezeichn etſten ſind von der Farbe des Kleides. 8* I. Giele Douilletten haben am Ende des Bindchens eine kleine Oarnirung, dle dle Fortſezung des Aermels zu ſein ſcheint und ſich auf die Hand ausdehnt. Dieſe Art Man- ſchette iſt leicht vattirt und das Bindchen, welche ſie don dem Aermel scheidet, in sehe enge und wird durch elnen einzigen Knopf deſchloſfen⸗„„ e ü din
8. Man fährt fort, die Seiden ueber⸗ röte zu überſchlagen und auf der Seite mlt Schleifen, Knöpfen, oder Fantaſte-Verzle⸗ rungen zu ſchließen. Ein ueberrot von myr thengrünem Reps-Atala, mit einem doppel ten, etwas minder dunkelbraunen Atlas. Querſtreifen garnkrt, geſchloſſen durch Atlas. ſchleifen und mit einer mit Querſtreifen gar nirten Doppel- Pelerine verſehen, war ſehr ſchön. Ein Kragen von engliſchen Splzen, eine Schärpe von weißem Cachemir, gewun; den um den Hals, und eln Hut von roſen⸗ rothem Atlas mit einer weißen Camella ge⸗ ziert, vollendeten dieſe Toilette..
0. Man verfertigt hinaufragende Klel⸗ der mit glattem Leibe, welcher die Tallle gleich einem Mieder bezeichnet. Die breiten Aermel und die ſehr weiten Röke, tragen noch mehr dazu bei, um die Taille zu ver⸗ dünnen, was gut gebauten Perſonen vor⸗ trefflich ſteht.
Modenbil d. Nr. 45.
Pariſer Anzüge vom 20. Okt
Atlashüte. Ueberröke von Poult de Sole. (unſern geehrten Leſerlnen zeigen wir an, daß Hr. Mindſzenty(große Brukeng.. Nr. 634), die geſchmatvollſten Damen An- züge aller Art nach den neueſten Pariſer Mu- ſtern verfertigt, und ſeine lezte Reiſe nach Wien dazu benüzte, um auch den dortigen Geſchmak kennen zu lernen.)
Herausgeber u n d Verleger Iranz Wieſen.


