Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
528
 
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werden. Das Publikum verließ zufrie⸗ den die goldene Birn, und Strauß glaube ich auch, denn es waren 45000 Menſchen in dieſem Lokale. Wenn ich nochmal auf die Welt komme, ſo werde ich ein Walzerkompoſiteur! P.

Baden(bei Wien). Baden erfreut ſich heuer keines beſondern Zu⸗ ſpruchs, wenn wir die Zahl der Vade⸗ gäſte vom vorigen Jahre in Betracht nehmen. Der Park iſt, außer an Sonn⸗ und Feiertagen, wenig beſucht, mehr das Theater, das heuer der Di⸗ rektor des Joſephſtädter Theaters in Wien, Hr. Dr. Ignaz Scheiner in Pacht genommen. Oper und Schauſpiel wech⸗ ſeln, doch macht das Schauſpiel, wel⸗ ches wirklich gut beſezt iſt, beſſere Ge⸗ ſchäfte. Das Scheineriſche Kaffe⸗ haus iſt das meiſt Beſuchte; das Hele⸗ nenthal und die Krainerhütte ſind, wie immer, der Sammelplaz der Natur⸗ freunde. In dem Teiche des Dobl⸗ hof'ſchen Gartens wird brav gebadet, und von den Wirthen wird man ein⸗ geſeift. T.

Boſton. In der lezten Sizung des oberſten Gerichtshofs von Nord⸗ Karolina wurde Dr. W. H. Mowbrey, weil er einen Negerknaben von deſſen Herrn weggelokt und ihm Papiere ge geben hatte, damit er in einen Staat fliehen könnte, wo keine Sklaverei be⸗ ſteht, des Diebſtahls eines Negerkna ben von den Geſchwornen für ſchuldig erklärt, und zum Tode verurtheilt.

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Bern. Als Beweis, was menſch⸗ licher Eifer vermag, wird aus dem Kan⸗ ton Bern erzählt, daß ein 16jähriger Knabe, Rollier, kürzlich, als in Nods 9 Maurer bei einem Einſturz verun⸗ glükten, einen Weg von 5 Schweizer

Stunden, zum Arzte hin und her, la 65 Minuten machte. S.

Paris. Zu Brionne badete ſich kürzlich der Vikar im Fluſſe Rulle; plözlich fühlte er ſeine Kräfte ſchwin⸗ den und rief um Hilfe. Der Pfarrer hörte das Seſchrei, und ſprang in den Fluß, um ihn zu retten; der Vikar klammerte ſich aber ſo feſt an ſeine Beine, daß Beide ertranken. B.

London. Bei der lezten Fete, welche die Herzogin von St. Albans gab, tanzten Lablache und die Mali⸗ bran die Tarantella. Dieſer Tanz mach⸗ te großes Aufſehen in der Geſellſchaft, und man bewunderte namentlich die Reihefolge der maleriſchen Stellungen der ausgezeichneten Prima Donna.

M. Paris. Zur lezten Kunſtausſtel⸗ lung in Frankreich gab ein Engländer,

Bolton, eine gewöhnliche Nähnadel, die man nur auf ſein Bitten mit auf⸗ nahm. Jedermann ging an der unſchein⸗ baren Nadel vorüber, ohne etwas an ihr zu bemerken. Am Schluſſe der Ausſtellung endlich zog Bolton die Preisrichter zu ſeiner Nadel. Erſt ließ er die Nadel unter dem Mikroſkope unterſuchen, und es war nicht die min⸗ deſte Ungleichheit auf ihrer Fläche zu entdeken. Dann nahm ſie der Verfer⸗ tiger und ſchraubte ſie auseinander; da erſchien eine andere von gleicher, ausgezeichneter Arbeit, und ſo kam vor den Augen der erſtaunten Männer ein halbes Duzend ſchöner Nadel zum Vorſcheine, welche in einander geſtekt waren ein Wunder der Kunſt, das mit jedem wetteifern zu können ſcheint.

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Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 16.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen. 6