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kerel bie ſeltſamſte Wirkung. Die ge⸗ ſezte Form eines wichtigen Werkes zer⸗ ſchmolz, und ein Stük Zink, das vor dem Fenſter gelegen, war nicht mehr aufzufinden. G. Metz. Ein in der Gegend von Nancy verſtorbener ehemaliger Militair, Herr Faultrier, hat den hieſigen Ar— men ſein ganzes Vermögen, 200,000 Fres., vermacht. W. Paris. Hier hat ein gewiſſer Loeré Schreib federn aus Kautſchuk ver⸗ fertigt, die beſonders Kalligraphen und Stenographen empfohlen werden. B. Ullersdorf. In der Graf— ſchaft Glatz, wurde unlängſt zum Be⸗ buf eines Dammbaues das hiezu benö— thigte Material von Lehm und Sand aus einer Anhöhe heraus gegraben. Durch die Unvorſichtigkeit der Arbei— ter aber, die den Hügel zu ſehr un— tergruben, ſtürzte das Erdreich ein und 6 Arbeiter, worunter 5 Frauenzim⸗ mer, wurden dadurch getödtet. A. Augsburg. Vor einiger Zeit iſt ein junger Mann zwiſchen Friedrich⸗ ſtadt und Lehe im Dithmarſchen von vier mit Knütteln verſehenen Kerlen angefallen und einer bedeutenden Sum— me Geldes und ſeiner Uhr beraubt worden. 3.
Der Modenkurier.
Garis, 25. Juni. 1836.)
„Nichts Neues unterm Sonnenlicht;
Doch neu heißt, was die Mode ſpricht 10
1. Das lezte Feſt in Saint⸗Cloud hatte die vornehmſten Damen von Paris an⸗ gezogen, und, ſo wie bei allen Reunions der faſhionablen Klaſſe, waren faſt alle Kleider weiß, von Mouſſelin oder Battiſt. Die mei⸗ ſten hatten eine ueberrokform und waren vorne oder ſeitwärts durch weiße, oder zart⸗ farbige, oder chinirte Seidenband⸗Roſetten
geſchloſſen. Einige waren ſchürzenartig; an⸗ dere, in Geſtalt der Puzkleider geſchloſſen,. waren dergeſtalt mit Stikereien verziert, daß ſie eine Schürze, oder einen Ueberrot bildeten
2. Wir bemerkten auch einige Leibchen, die ganz mit außerordentlich feinen Fältchen gefaltet waren.
3. Italieniſche Stroh und Baſthüte waren einzig und allein die daſelbſt wahrge⸗ nommenen Kopfpuze. Die italieniſchen Stroh— hüte nehmen täglich in der Größe zu; Federn bleiben ſtets die einzige Verzierung; aber der Untertheil des Schirms iſt entweder mit einer Art Epheu⸗ Guirlande, oder mil Kornblu— men, untermiſcht mit Kor nähren, oder end⸗ lich mit Touffen kleiner vermiſchter Tauſend⸗ ſchöns geziert.
4. Eine ſehr ſchöͤne Dame trug eln weißes Gazekleid mit in farbiger Seide ge⸗ ſtikten Roſenknospen beſäet. Einige Roſen⸗ zweige waren in den Haaren. 1
5. In dem Schnitte der Kleider iſt nichts Neues erſchienen. Immer ziemlich lang; ungeheure Aermel; viele und breite Falten, und am Halſe nicht ſehr ausgeſchnitten.
6. Eine neue Mode, die hoffentlich nicht Wurzel faſſen wird, ſind die ſogenann— ten Bavolets, welche rükwärts der Hüte an— gebracht ſind und auf jeder Seite ſolcher ge⸗ ſtalt fortgeſezt werden, daß ſie ſich vorne auf der Bruſt kreuzen, wo ſie dann mit einer Email- oder Kamäen- Broche feſtgehalten werden. Durch dieſe Mode wird cines der graziöſeſten Dinge der Frauen verhüllt, näm⸗ lich der Hals.
Modenbil d. Nr. 29. Pariſer Anzüge vom 28. Juni Coeffüre mit Bändern, Blumen und Perlen. Foulard⸗ Kleid. Fichu von Tulle.— Die ſizende Dame zeigt die Form der Coeffüre und des Anzuges von rükwärts.
Humoriſtiſche Vorleſung.
Pe ſt h. Dem Vernehmen nach, wird der k. k. Hofſchauſpieler Hr. L we ein Konzert im Redoutenſaale veran- ſtalten, wo er, nebſt einigen Gedich⸗ N ten, auch eine humor iſtiſche Vor⸗ leſung, in der Art„„ wie ſie Sa⸗ phir in Deut ſchland einführte, vortra⸗ gen wird.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


