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Neapel. Eines der lezten Num⸗ mern der zu Neapel erſcheinenden Zeit⸗ ſchrift„Omnibus,“ enthält als Preis⸗ aufgabe die Frage: In welchem Monate wird am Wenigſten gegeſſen? Als Belohnung für die richtige Löſung, verſpricht der Jour⸗ naliſt ein Andenken— das bis dahin ein Geheimniß bleiben ſoll.(„Ohne eben auf ſelbes Anſpruch machen zu wollen, ſagt das Mailänder„Echos“, glauben wir nicht zu irren wenn wir obiger Frage die einfache Antwort beiſezen: „Im Februar, denn er hat nu r 28 Tag e.— Das„Echo“ ſcheint aber nicht erwogen zu haben, daß man in den 28 Tagen des Februars— der Karnevalszeit— viel mehr ißt, als in jedem andern Monate des Jahrs). R.
Mailand. Im Theater Re wird Bosco mehrere Vorſtellungen ſeiner Wagia egizia na, vulgo: Taſchenſpielerkünſte geben. Seine Ge— ſchiklichkeit hat zu Wien, Berlin, Paris, vielen Beifall erhalten.„Wir werden ihm auf die Finger ſehen,“ ſagt das Echo. E.
Warſchau. Unter den Sehens— würdigkeiten, welche hier die Menge anloken, befindet ſich gegenwärtig auch ein Wiener Affen- und Hunde-Thea⸗ ter. Die vierfüßigen Künſtler ſollen Wunder leiſten. Hr. Heinrich Schreyer, Beſizer und Ordner dieſer Geſellſchaft, gedenkt unter andern auch Berlin da— mit heimzuſuchen.(In Peſth haben wir bereits dieſe vierfüßigen Wanderkünſt ler kennen gelernt.) V.
Leipzig. Einer von den we⸗ nigen europäiſchen Meiſtern auf der Violine, Hr. Karl Lipinski, er⸗ ſter Violiniſt des Kaiſers v. Rußland, gab vorgeſtern hier ein großes Konzert, das durch Auswahl und Vortrag ein ausgezeichnetes Tonkunſtwerk war. T.
War ſcha u. Hr. La font it, nachdem er in Wilna und Riga Kon⸗ zerte gegeben, wieder hier eingetroffen.
A.
Haag. Der Utrechtſche Courant bemerkt, in Betreff der Nachricht: es habe in Utrecht ein Franzoſe ein Ge— mälde von Rubens für 18 Gulden ge⸗ kauft, das über 80 bis 100,000 Fr. werth ſei,(ſ. Spiegel v. 30. Mai) daß dieſe Nachricht durch den Franzoſen ſelbſt aus Gewinnſucht verbreitet wor⸗ den, aber durchaus falſch ſei, indem jenes Gemälde, nach dem Urtheil von Kunſtverſtändigen, keinen Kunſtwerth habe, noch viel weniger von Rubens Meiſterhand ſein könne. D.
London. Die HH. Dates und Braham haben für 20,000 Pfund das Koloſſeum gekauft, wo ſie Konzerte und Vorſtellungen, wie ſie ſonſt in Ranelagh ſtatt fanden, geben wollen.
M.
Mailand. Der bekannte Rei⸗ ſende Honigberger, ein gebore⸗ ner Siebenbürger, der viele Jahre in Aegypten im Dienſte des Paſchas als Pharmaceut, Mechaniker und Arzt zu⸗ brachte, befindet ſich ſeit einigen Ta⸗ gen zu Mayland. Sein orientaliſches Koſtum erregt, beſonders in den Thea⸗ tern, die Aufmerkſamkeit des Publi⸗ kums.(Er erſchien bekanntlich auch un— längſt in Peſth in demſelben Koſtum. S. Spiegel vom 18. April.) E.
Modenbil d. Nr. 26. (Extrabild.)
Pariſer Anzüge vom 7. Juni. Reisſtrohhut. Halbſchleier von Blondeſpizen. Mouſſelintleid. Tabouret(Seſſel ohne Lehne) von hohlem Eiſen.(Wir machen unſere ge— ehrten Abonnenten darauf aufmer kſam, daß wir dieſe Woche wieder zwei Modenbilder lieferten.)
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen


