Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
390
 
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richtete ſich der Eremit, wie gewöhnlich in die Höhe und nikte mit dem Kop fe. Die Juden waren betroffen darüber, und konnten unter ſich nicht! einig wer⸗ den, ob der Mann lebe oder nicht.Stupf hin mit deinem Stök lich, ſagte Levi zum Schmul. Schmul ſtupfte hin, und da ſich der Eremit nicht bewegte, ſo war der Schluß:Na, ſiehſt, er lebt nit! Von da gingen die Juden weiter, und kamen in eine etwas dunkle Grotte, in deren Hintergrunde ein Offizier ſaß, der eingeſchlafen war. Die beiden Juden waren neugierig, ob dieſes wieder eine künſtlich-mechaniſche Figur, wie der Eremit ſei.Soll ich ach hinſtupfen? gib her dein Stöklich, ſagte Levi, und ſtupfte den Offizier in's Geſicht. Dieſer erwachte, pakte den Juden beim Kragen, und ſchüttelte ihn. Levi ſchrie nun aus vollem Halſe:Schmul, Gottes Wunder, der Offizier lebt!

Oie Reiſenden.

Zwei Münchener machten miteinander eine Reiſe. In L., wo ſie über⸗ nachteten, nahmen ſie zuſammen ein Zimmer, in welchem die Betten in einem anſtößenden Alkoven waren. Einer der Reiſenden wollte noch nicht zu Bette geben, ſein Gefährte aber hatte das Licht zum Auskleiden im Alkoven nötbig. Nimm es nur ſo lange mit, ſprach Erſterer,bis du dich ausgekleidet und dich ins Bett gelegt haſt, aber dann bringe es mir wieder heraus.

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Teitung der Novitäten und Anfichten.

ſein ſoll. Herr Paganini blieb unter Theater.

der Mittelmäßigkeit. Läßt er uns auf die Hoffnung verzichten, die ſein erſtes Auftreten erregt hatte? Troz des in Strömen herabfließenden Regens war das Haus doch zum Erdrüken voll. Am Schluſſe der Vorſtellung ward es zur Aeolus⸗Höhle.(Echo.) Pavia. Demoiſ. Louiſe Gned dieſe in Peſth gebildete, dann in Prag und ſpäter in Frank furt enga⸗ girt geweſene Sängerin erhielt am 3. Juni den unzweideutigſten Beweis, wie ſehr die Einwohner Pavia's ihre Kunſtleiſtungen zu ſchäzen wiſſen.Der Barbier von Sevilla zu ihrem Vor⸗ theil gegeben, hatte ein zahlreiches Vublikum verſammelt. Sie mußte ihre Cavatine wiederholen, und wurde wie- derholt gerufen. An demſelben Abende ſang Demolſelle Preſtel in den Zwi⸗ ſchenakten eine Arie von Vaccaj. Un⸗

Mailand. Die am 5. dieſes Monats im Theater Cartane ſtatt ge fundene Vorſtellung derMontecchi und Capuleti, muß in das große Buch der flaschi eingetragen werden. Dem. Spech, die liebliche Nina, war ein ganz verfehlter Romeo in Spiel und Sang. Keine Spur jugendlich aufbrauſenden Weſens, keine Andeutung ſüdlich glü⸗ bender Liebe. Unpaſſende Verzie⸗ rungen, matter Vortrag entſtellten Vel⸗ lini's herrliche Kompoſition. Wenn Demoiſelle Enrichetta Griſt Mühe für die Bildung ihrer hübſchen Stim me, und Studium für die Aneignung guter Methode aufbieten wird, ſo kann vielleicht einſt aus ihr eine Künſtlerin werden Kömmt Zeit, kömmt Rath nun iſt ſie eine Giulietta, wie ſie nicht