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Berlin, ſchoß ſich mit einem Studen⸗
ten, der ihn öffentlich gröblich belei⸗ digt und die Genugthuung auf Hieb⸗ waffen verweigert hatte. Erſterer ward ſehr gefährlich in die Seite verwundet und liegt noch auf der Inſel Nonnen⸗ werth ſchwer darnleder. Der andere iſt mit ſeinem Sekundanten nach Belglen entflohen. Sollte es denn nicht mög⸗ lich ſein, der Duellwurh dieſer jungen Leute Schranken zu ſezen? S. München. Zu Klamerhauſen Landgerichts Dachau, erhängte ſſch kürzlich ein junger Mann; derſel be wurde noch lebend angetroffen, man wollte ihn vom Stelke losſchneiden ſchnitt aber unvorſichtlger Weiſe in die Kehle, ſo daß der Unglükliche nach we⸗
nigen Stunden den Oeiſt aufgeben
mußte. 5 Königsberg in Vr. Am 26ſten Februar ſah mam einen Schwarm wilder Schwäne ſich guf das Waſſer der überſchwemmten Wleſen vor dem Bran⸗ denburger Thore nlederlaſſen. Die let⸗ wa 4100) Schwäne verweilten zwei Ta⸗ ge daſelbſt und zogen dann welter. Vor April kat man ſoaſt gewöhnlich die Schwäne nicht ziehen ſehen. V. paris. Hier hat ſich eine(bie jezt ungenannte) Geſellſchaft gebildet, welche am 1. April eine(Nachdruks⸗) Bibliothek deutſcher Klafſiker heraus⸗ geben will, mit Kommentaren, Bio⸗ Hraphien und Kritiken, den Band in Lepikonformat auf Belinpapler, zu 50 Bogen, für 10 Franks; Goethes ſämmt⸗ liche Werke in 5 Bänden und Jean Pauls Schriften in 6 Bänden ſollen (dem Proſpektus zufolge, der mit den ſüßeſten Beſchanigungefloskeln aufge⸗ ſtuzt iſt) den Anfang bilden. Das Ver⸗ zeichniß nennt 59 Deutſche Schriftſtel⸗
ler der neuern und neueſten Zeit, de⸗ ren Werke in franzöſſſchen Nachdrüken. nach Deutſchland berübergeſendet wer⸗
den ſollen.—(Der Vorſteher des Bör⸗
ſen vereins, Enslin in Berlin, hat be⸗
reits Schritte gethan, um innerhalb
der deutſchen Bundesſtaaten ein allge⸗ meines Verbot gegen dieſe Nachdrüke zu
erwirken.)
veſther Aokalzeitung.
deffentltche peeduktlen der Blenden. Eine der vorkreßlichſten und
wobltbätigſten Anstalten in unſerm Vatek⸗ lande iſt das ſelt gar nicht langer Zelt unter der hohen Kleglde St. k. k. Hoheit des Erz⸗
berzogs Palatins entſtandene Blinden ⸗Juftl⸗
tut in peſth, das ſeit der Anſtellung des
neuen ſehr verdlenſtvollen und fachverſtändi⸗
gen Dirrktors Herrn An t. Dolezca let einen noch ſegenbelngenderen Auſſchwung er⸗
halten hat. Am 22. März d. J, Vormittag um 10. Uhr, wird in der Thereſienſtädter
Pfarrkirche, zur Feier des am 19 März ein⸗
fallenden hohen Namensfeſtes S. k. k. Ho⸗ heit des Erherzogs Joſephs Palatins— des Gründers und Protektors dleſer Anſtalt— von den dreizehn blinden Zoglingen elne Vo,
kalmeſſe ausgeführt werden. Dieſe Meſſe
iſt von dem rühmlich bekannten Hrn. An⸗ dreas von Bartay, Kammeramts⸗
Adiunkten der k. Freiſt. Peſth und Mitgllede
der k. k. phllharmonſſchen Geſellſchaft, zu dle⸗ ſem Zweke eigends komponkrt, und wurde von dem blünden Inſtitukslehrer Herrn L. b. Füredy, ohne fremde Beſhilfe, den
Zöglingen, mittelſt einer mit fühlbaren Ro⸗
ten geſchriebenen Parkſtur(einer vom Herr Direktor Dolezealet erfundenen wohlthärlgen Metbode, die unſers Wiſſeatz noch in keinem andern ähnlichen Inſtitute angewendet wied) elnſtudirt. Nach der Meſſe wird das Blldnlß
S. k. k. Hoheit(von dem Maler Hrn. War⸗
ſchag dem Inſtitute gewidmet) in dem In⸗ ſtitutsgebäude von zwel blinden Zoglingen
aufgeſtellt werden, bei welcher Gelegenhelt
der Direktor eine Rede in deutſcher Sprache, und der Lehrer Füredy, dle Geſchichte des Inſtituts in ungarischer Sprache vorkragen werden. Zum Schluſſe ſingen dle Zöglinge eln Danklied an die Wohlihäter.— Wir bal⸗
ten es daher für unſere Pflicht, alle Menſchen⸗
freunde auf dleſe intereſſante Felerlichkelt auf⸗ merkſam zu machen und wir ſind überzeugt
daß Niemand ohne Bewunderung und Ruüh⸗
rung den Ort verlaſſen wird.—1.
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Wei te ge Ser Schmetter⸗ ing.
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Herausgeber und Verleger dran; Wieſe n.


