Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
826
 
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breitung erlangen kann und wird, wie das:Sie ſollen ihn nicht haben, mit welchem Liede ſich, wie es ſcheint, je der deutſche Komponiſt auch ein Stük chen Ruhm zu holen gedenkt. Juſt die vielen Melodien zeigen aber die Schwie rigkeit, eine zu finden, die recht eingreift, und das liegt, offen geſagt, an dem Liede ſelbſt. Es verlangt, das der erſte Vers den zweiten unabgeſezt in die Me lodie aufnehme, wenn der Sinn Zu ſammenhang haben ſoll; eben ſo der dritte den vierten, der fünfte den ſech ſten; nun aber bleibt der lezte übrig. Wie geſagt, für den Zwek des Volks liedes hat's der Dichter den Komponi ſten nicht bequem gemacht; ſonſt gäb' es nicht die vielen Kom poſitions-Ver ſuche, die einzige und rechte Melodie hätte gezündet, wäre die herrſchende geworden und wirklich in's Volk ge drungen. Ein Herr Thienemann hat in Leipzig ein Buch herausgegeben: Die Weinwirthſchaft in ihrem ganzen Umfange. Es iſt ein wahres Verdienſt, was ſich der Verfaſſer um die Wein trinker erwirbt. Denn was koſtet es nicht für Mühe, Zeit und Geld, um die Weinlehre praktiſch zu ſtudiren, und wie manchem eifrigen Studenten hat ſie zwar das Leben erheitert, aber auch gekoſtet. Die belgiſche Regie rung will eine Summe von 25,000 Fks. zur Herausgabe von Nationalbüchern (doch wohl in flamändiſcher Sprache?) und 10,000 Franks verausgaben, um die Entwikelung einer dramatiſchen Li teratur zu begünſtigen. Wenn in Deutſchland nur erſt der Schuz für dramatiſches Eigenthum wäre.

Mignon Zeitung.

Wien. Die Ausgabe der neuen Banknoten wird im nächſten Jahre Statt finden, und dieſelben werden mit ihrer

Unnachahmlichkeit auch ſonſt einen gro ßen Kunſtwerth verbinden. Mehrere der hieſigen Künſtler ſind bei der Kom poſi⸗ tion und Zuſtandebringung beſchäftigt worden. Der Direktor der Akademie, Hr. Klieber, hat z. V. die plaſtiſchen Modelle dazu gemacht, die von Fendi gezeichnet, von Bertoli geſtochen wur den. Eine Ceres mit ihren Attributen, deren Kopf an Größe immer abnehmend und dem Profil ſich annähernd die Ver zierung der Fünfundzwanzigguldenſtüke bildet, erregt beſondere Verwunderung. Das Porträt des verewigten Kaiſers, als Gründer der Nationalbank, iſt eben falls als volksthümliche Zierde ange bracht.(Z. f. u. ü. Oeſt. J. u. H.)

Etwas von Allem. Im Humo riſten wird den Wiener Kaffeſiedern das Wort geredet und ſie werden ermuntert bei ihren beabſichtigten oder bereits er folgten Erhöhungen des Kaffes zu be⸗ harren, weil jezt alles vorwärts ſchrei tet und eineErhöhung der Regiek ö ſten eingetreten iſt. Wahrſcheinlich ſcherzt der Humoriſt, wie immer. Die Kaffe häu ſer ſchreiten ja nicht allein vor. Da ſind auch Bäker, Fleiſcher, Schneider, Schuhmacher und auch Redakteure ge., die nicht mehr da ſtehen, wo ſie vor 25 Jahren geſtanden, u. wenn alle dieſe nach demſelben Prinzipe handeln wür den, dann wehe unſern Fortſchritten! Unſere Börſen würden was von Rük⸗ ſchritten zu erzählen haben. In Paris gaſtiren die Schauſpieler eines der Theater der Hauptſtadt oft auf einem andern, das nur wenige Schritte von dem erſten entfernt iſt. Die neue Umgebung, das fremde Genre verleiht dann dieſen Gaſt ſpielen den eigenthümlichen Reiz. Mercadante's Veſtalin hat in Neapel Furore gemacht. Ole Bull hat in Berlin Quartet tunterhaltungen veran ſtaltet. Sie wurden indeß nur bis auf