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Pariſer Blätter, u. beſchäftigt alle Ge— müther. Man hält die Angeklagte für ſehr intereſſant. In der That, ſo ſehr man die Oeffentlichkeit der Prozeßverhand⸗ lungen auch vertheidigen mag, ſo liegt doch öfter eine Aufmunterung zum Ver⸗ brechen darin, um ſo mehr, wenn, wie es hier der Fall iſt, der perſönlichen Eitelkeit eines Weibes ſo ſehr geſchmei— chelt wird.— Ein Berliner Korreſpon⸗ dent ſchreibt in ein Leipziger Blatt: „Unſer Staub iſt ein vortrefflicher, ge— ſunder Staub, bei dem man ein hohes Alter erreichen und ein trefflicher Va⸗ triot ſein kann.“ Es gibt auch andere Orte wo der Staub ſo gut anſchlagt, daß man ihn ſelbſt auf Promenaden ver—⸗ ſchlukt.— Nach den neueſten Berechnun⸗ gen beläuft ſich die Bevölkerung von ganz Rußland auf 62 Millionen.— Zu Baden- Vaden befindet ſich heuer eine auffallende Menge fremder Maler und franzöſiſcher Puzmacherinen.— Ghys und Liszt gaben daſelbſt Konzerte.— DOaſelbſt entleibte ſich ein junger Fran— zoſe, der den lezten Reſt ſeines Vermö— gens im Hazardſpiel verlor.— Auf den 21. Juli ward Liszt's Konzert in Mainz angekündigt. Die dortige öffentliche An⸗ zeige ſagt:„Der außerordentliche Bei— fall, welchen Hr. Liszt dieſen Winter in Wien, Peſth, Prag, Dresden, Leip⸗ zig de. erntete, wo er jedesmal mehrere Konzerte geben mußte, z. B. 10 in Wien, 12(2) in Peſth, 6 in Prag u. ſ. w. darf den hieſigen Muſikfreunden Bürge ſein, daß ſie hohen Genuß zu erwarten haben oc.“ Der Eintrittspreis iſt 1 fl. 45 kr.(1 fl. 30 kr. C. M.).—„Hah⸗ nemann““— erzählt alles Ernſtes Cas— pari, einer ſeiner Anhänger, in einem Büchlein über die Homöopathie—„fand Fälle, wo ein Menſch durch einen Sturz auf den Kopf das Gedächtniß verlor u. es durch einen zweiten, mehrere Jahre

nachher erfolgten Sturz, dito auf den Kopf, wieder erbielt.“— Wer das für baare Münze nimmt— erlauben wir uns hinzuzufügen— muß ſicher gleich⸗ fall auf den Kopf gefallen ſein.— Die beſuchteſten Leſekabinette in Berlin ha— ben den Vexirnamen: Manichäer-RNuh erhalten, weil eine Maſſe Notizen— und Journal-Korreſpondenzen-Schreiber, die ſich Literaten nennen, in dieſen Leſekabi— netten beinahe den ganzen Tag hindurch einquartirt ſind, um vor den Verfol⸗ gungen der Manichäer Ruhe zu finden.

Lokal-Zeitung.

Theatraliſches. In der Peſther Arena erſchienen zwel Tage hintereinander zwei neue Poſſen. Die erſte betitelt ſich: „Kupferſchmied, Koch und Kappelmacher«““ und iſt von Hopp; die zweite:„Die Räuber auf der Abendunterhaltung“ u. iſt von Delle. Kondoruſſi. Wir baben nur zu berichten, daß die erſte ein erbärmlicher unſinn und die zweite eine unſinnige Erbärmlichkeit iſt. Die zweite hatte aber ein ſehr volles Haus(es war ein ſchöner Sonntag), was das Publi- kum bei etwas froherer Stimmung erhlelt. Viele Perſonen mußten auf der Bühne Plaz nehmen, wovon manche ſo welt in die Szene vortraten, daß man ſie faſt mit den Darſtel⸗ lenden verwechſelte, wodurch auch das Bis- chen Illuſion zu Grunde ging.— Das am Schluſſe gegebene Feuerwerk entſchädigte für Vieles.

— Im ungar. Theater gab man am 25. und 26. d. zwei Pantomimen, worin außer dem trefflichen Tänzer Geſchwiſter Beauval, auch Hr. Stöckel, der rühmlich bekannte Mi⸗ miter und Tänzer, mitwirkte.

— Die italieniſche Operngeſellſchaft, unter der Direttilon des Hrn. Merelly, trifft nun bald in Peſth ein, und es ſtehen uns daher ganz ſeltene muſikaliſche Genüſſe bevor.

— Nach den Itallenern wird die berühm— te Schauſpielerin Dem. C harlotte Hagn hier erwartet.

Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 17.

Herausgeber und Ver

leger Franz Wieſen.