Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
475
 
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ferung der Wespen über dieſen Vorfall aus. Er liefert eine Abbildung des Meſſers u. bemerkt dazu:Das Meſ⸗ ſer habe ich jezt unter meinen Gemäl den und Statuetten in meinem Zimmer aufgeſtellt mit der Inſchrift:Donné par Madame*(dans le dos.) Jezt, da alle Welt ihre Meinung über das Aben teuer ausgeſprochen, will auch ich die meinige nicht verhehlen. Der Urheber dieſer Unbill iſt ein Weib, das ich in einem früheren Bande(der Wespen) zu treu abkonterfeite. Es iſt, das einzige Mal, ſeit ich die Wespen herausgebe, daß es mir paſſirte, eine Frau Spaßes halber ſo abzumalen. Das war ein Zei chen von ſchlechtem Geſchmak und des halb iſt mir's ſchon recht, daß mir eine gute Lektion daraus gediehen iſt. Dies erwägend, geſtehe ich offen, die Frau hatte nicht ſo ganz unrecht; räume ſo⸗ gar ein, daß in dieſer Art von Zorn und Eifer, eine Injurie zu rächen perſönlich allein an hellem Tage ein Zug von Energie, Muth, ja ſelbſt Nobleſſe nicht zu verkennen wäre, wenn das Meſſer kein Küchenmeſ ſer wäre! Die Pariſer Haarhänd⸗ ler durchſtreifen die Bretagne, ſind bei allen Dorf- u. Stadtfeſten zu finden u. dürfen immer auf die reichſte Beute rech⸗ nen. Sie ſind die einzigen Käufer, die nie Haare laſſen. Auf den offenen Märkten ſieht man hier die friſcheſten Mädchen, die, wie die Schafe, willig ihr ſchönes Haar der Scheere darbieten; in gan zen Gruppen umſtehen ſie die Haar händler, die Kappen in der Hand, das lange Haar über die Schultern gekämmt und ſich drängend, bis die Reihe an ſie kömmt. Männer und Frauen ſind mit dem Haarabſchneiden beſchäftigt, neben ihnen ſtehen große Körbe, welche die langen Flechten aufnehmen. Und nun bedenke man, daß der höchſte Preis, der für die ſchönſten Haare bezahlt wird, höchſtens ein Franken und ein ſchlechtes

baumwollenes Halstuch iſt, deren die Haarhändler immer ganze Laſten mit herumſchleppen. Der Nuzen, welchen die Haarhändler aus dieſem Handels zweige ziehen, muß ungeheuer ſein.

Dublin. Ein ſchottiſches Blatt erzählt folgende intereſſante Thatſache: In den lezten Tagen des Juni ging ein Burſch von etwa 16 bis 18 Jahren am Ufer des Tayfluſſes ſpaziren und ver⸗ trieb ſich die Zeit damit, daß er einige Pferde, die unweit der Landſtraße auf einem eingehegten Grasplaz weideten, mit Steinen warf. Nachdem er dieſen Unfug eine Zeit lang getrieben, wurden die Roſſe ärgerlich, ſtekten die Köpfe zuſammen, ſchlugen mit den Füßen aus ſezten dann, wie auf ein Kommando über die Umzäunung, und ſprengten mit aufgeblaſenen Nüſtern gegen den Burſchen ein. Dieſem blieb nur ein Aus weg um den gereizten Thieren zu ent gehen, er mußte über den Fluß ſchwim men. Das that er denn auch, ſie aber folgten ihm, und waren ihm hart auf den Ferſen, als er zu ſeinem großen Glüke einen Vaum erreichte, auf den er getrieben von Todesangſt ſchnell hin aufkletterte. Einige Stunden lang ſaß er auf demſelben als Gefangener, denn die Pferde wichen nicht eher von dan nen, als bis ein Bauersmann ſie über den Tay zurük führte, und den Bur⸗ ſchen erlöſete.

Algier. Unweit Medeah in Alge rien ward eine Höhle entdekt, welche höchſt wahrſcheinlich von einigen Einſied lern aus den erſten Jahrhunderten der chriſtlichen Kirche bewohnt wurde. Am Eingange der Höhle, welche innen noch mehrere Kloſterzellen zeigt, prangt ein großes, 30 Fuß hohes, tief in den Fel ſen gehauenes Kreuz; die Umgegend iſt wild⸗romantiſch, ſehr maleriſch und zu religiöſer Beſchaulichkeit wie geſchaffen.