Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
457
 
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Zu Höhen auf, zur Tiefe nieder;

Sie tödten und beleben wieder,

Durch ſie theilt ſich das Maß der Zeit,

Sie fröhnen auch der Eitelkeit.

Der Uebel erſtes iſt die Dritte

So klagt der Menſchheit fromme Bitte.

Das Ganze, nicht zum Ernſt gemacht,

Wird von den Beſſern nur verlacht.

Aufloͤſung der Charade in Nro. 56:

Annaberg,

Stadt im ſächſiſchen Erzgebirge, die die feinſten Spizen liefert, große Band, Seidenzwirn- und andere Fabriken hat und der Geburtsort des beliebten Schrift ſtellers und Kinderfreundes Weiße iſt.

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Mignon-Zeitung.

Potpourri aus Paris. Die Sentinelle des Pyrénées, das franzöſi ſche Gränzblatt, das durch den Bür gerkrieg zu ſo großer Verbreitung ge gelangt iſt, theilt mit:Cabrera hat te in Roſſel ſein Quartier bei einem würdigen Greiſe genommen, der in der Gegend ſehr geachtet war, und für den carliſtiſchen Anführer ſtets die größte Ergebenheit bewieſen hatte. Dieſer Greis erlaubte ſich in einem Geſpräche mit Cabrera einige Bemerkungen über die ungünſtige Wendung, welche die carli ſtiſche Sache genommen, meinte, jezt, nach dem Falle Cantavieja's u. ſo vie⸗ ler andern Feſtungen, ſehr wenig mehr zu hoffen, und rieth dem Anführer, er möge an ſeine perſönliche Sicherheit den ken. Dieſer antwortete nicht auf ſeine Bemerkungen, bat ihn, mit auf die Straße hinabzugehen, führte ihn mit größter Ruhe bis zu einer nahen Wache, ließ ihn dort verhaften und auf der Stelle erſchießen, wobei er ſelbſt kommandirte. Dieſe Barbarei brachte unter den Car liſten den ſchmerzlichſten Eindruk her vor, ſelbſt auf die Unteranführer Ca

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Anſich 21 Urtheile. B

egebniſſe.

brera's, die ſonſt nie vor blutigen Tha ten zurükbebten. Die göttliche Gerech tigkeit, ſchließt jene Zeitung,hat dieſes Verbrechen noch zulaſſen wollen, daß die Beſtrafung dieſes Ungeheuers beſchleunigt werde, denn Alles berechtigt zu der Erwartung, die Carliſten ſelbſt, deren einflußreichſte Führer mit dem rei chen und angeſehenen Greiſe befreun det waren, werden dieſen Mord rächen wollen. Das Haus, in dem Na poleon auf St. Helena lebte, iſt jezt ſchon öde und verfallen, zum Theil ſind die Räume den unedelſten Zweken ge widmet. Da nun die Weinhändler von Paris ſich an die Kammer u. Her abſezung des Staatszolls auf die Ein⸗ fuhr des Weins gewendet haben, erfährt man erſt, daß die armen Leute eben des hohen Zolls wegen gezwungen ſind, den Wein mit Waſſer zu verdünnen. Sie erklären dies ganz offen in ihrer Peti tion, und es wird ſich nun zeigen, ob der Zoll herabgeſezt werden wird. New⸗ Mork. Zu den größten Kunſtſtüren der Amerikaner in Betreff öffentlicher Bauten gehört der neuliche Wiederaufban einer am 7. März abge brannten Brüke auf der Eiſenbahn von