bis an das Thor muſizirend. Eine lange Reihe von Gäſten folgt den muntern Tönen durch die Schattengänge des Parks und das Dorf, die Einwohner des leztern nehmen von ihren ſtädtiſchen Freunden und Bekannten Abſchied, und verlieren ſich in ihre Wohnungen, wäh— rend jene ihren Heimweg verfolgen, u. auf der Chauſſee ein Wagenzug ſich gleichfalls gegen die Stadt bewegt, um nächſten Oonnerſtag wieder zu dieſem Vergnügen zurük zu kehren. G.
Lokal-Zeitung,
Theatraliſches. Seraphine Luftmann, die bekannte Athletin„ ſczt ihre Produktionen im Peſther Somwertheater fort. Die ſtarke, aber ſchöne Frau führt Her— kuleswerke aus, die dle Bewunderung, zu— wellen das Grauen aller Zuſchauer erweken„ und in der That gränzen dieſe Dinge faſt ans Fabelhafte und man muß ſie ſehen„ um alle Zweifel verbannen zu können. Die Geſtalt der Mad. Luftmann iſt keinesweges athle— tiſch, ſie iſt vielmehr ächt weiblich, zart, an— nehmlich und einnehmend und man folgt mit gewiſſer ängſtlicher Theilnahme ihren er ſtau⸗ nungswürdigen Leiſtungen. Aber ſieht man, mit welchem Gleichmuth, mit welcher Grazie ſie ſich benimmt, da ſchwindet jede Bedenklich— keit, und die unerhörten Produktionen mit dem Hnfeiſen, mit den Bauſteinen, mit dem Roß u. Reiter werden zu angenehmen Schau— ſtükchen u. laſſen ſich recht gut anſehen. Das Publitam ſpendet ihr ſtets reichen Beifall und ruft ſie mehrmals hervor.
— Heute findet im Peſther Sommerthea— ter das Benefiz des ſo allgemein verehrten u. beliebten Komiters u. Regiſſeurs Hen. Rott ſtatt. Gegeben wird zum erſten Male die in Wien und Ofen mit ſo entſchiedenem Beifal— le aufgenommene Poſſe:„Dienſtboten— wirthſchaft.“ Zum Schluſſe Feuerwerk. — Benefiz.(ungar. Theater.) Heute, Sonnabend, wird im ung. Theater, zum Vor— theil des hochverdienten Sängers Hrn. Jo— ſeph Szerdahelyli, zum erſten Male gegeben:„das Zauberſchloß“, große romantiſche Oper in 2 Akten, Text von Ben— jamin Egreſſy, Muſik vom Benefizlanten. Wir machen das verehrte Publitum auf die ſes neue Natlonalwerk aufmerkſam, und zwei—
feln nicht, daß ein loöbliches Streben, das Vaterland mit Kunſtwerken zu bereichern, ge— buhrende Anerkennung ſinden werde.
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„ Grundſteinlegung der, in dieſen Blättern berelts erwähnten und bee
ſchriebenen, neuen bürgerlichen Schießſtätte in Peſth, fand am 9. d., Abends„ auf feier— liche Weiſe ſtatt. S. t. Koh. der durchlauch— tigſte Herr Erzherzog Palatin, ſo wie andere hohe Gäſte beehrten dieſe Solennität mit Ih- rer Gegenwart.:
Gute Biere in Peſt h. Es gehört zu den bekannten Thatſachen, daß aut gebrau— te Biere, bel verhältnißmäßigen Preiſen weit wirkſamer dem Ueberhandnehmen der Liebe zu geiſtigen Getränken ſteuern, als all' die Mä— ßigkeitsvereine. Das Waſſer iſt freilich in allen Verhältniſſen das zuträglichſte, allein ein Gläschen Bier nach gethaner Arbeit ſchmekt auch nicht übel, u. erqulkt Geiſt, Herz und Magen.— Die Biere des Petz'ſchen Bräu.“ hauſes ſind ganz trefflich u. geſund in ihrem unverfälſchten Zuſtande; das beweiſt die gro— ße Konſumtion in vielen Blerhäuſern der Stadt; auch Nesvarbas Bräuhaus iſt rühm— lich bekannt.— Die Spleglſche Bräuerei blieb darin etwas zurük; endlich ſcheint fie das Arkanum gefunden zu haben, denn ſelt Kurzem bräut ſie ganz exqulſites, oſtlich mun— dendes, Bier.— Ich habe bei den„drei Ra— ben“, am Ende der Königsgaſſe(glütliches Peſth, auch du haſt nun deine„drei Raben“ wie in Wien)! dieſes ſchmakhafte und geſun— de Gebräu, in Geſellſchaft von Biertennern, oft genoſſen, und tann daher, ohne in Ver— dacht zu kommen, ein Blerhaus-Rezenſent ſein zu wollen, mit voller ueberzeugung dem Spiegl— ſchen Biere alles Lob angedeihen laſſen.— Das Beſte bei der Sache iſt, daß ſich das publitum keinen blauen Dunſt vormachen zu laſſen braucht, es darf ſich nur ſelbſt zu den „drei Raaben“ bemühen, um die Wahrheit zu erproben.— Ein freundliches, recht elegant eingerichtetes Lokale, reine Bedlenung und ktöſtliches Bler empfiehlt
Ein Freund guter Diers.
Modenbild. Uro. 29.
Paris, 25. Juli. Neueſte Herrenan—
züge für den Sommer.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


