15. August.
PThiermedicinische Rundschau etec.
263
Kurzes Repetitorium der Thierheilkunde. Erster Theil. Leipzig und Wien. Verlag von M. Breitenstein. Rei 5
„Zum Gebrauche für praktische Thierärzte, Studirende der Thierheilkunde, Landwirthe, u. s. w.“ heisst es auf dem Titel des Büchleins, dessen Verfasser sich beschei- dener Weise nicht genannt hat. Welche Leserkreise zu dem„u. s. w.“ vom Verleger noch gerechnet werden, ist nicht gesagt worden, leider auch schwer zu errathen. Das Buch gehört zu den Machwerken, wie sie heutzutage zahlreich„einem dringenden Bedürfniss— des Verlegers abhelfend“ den Büchermarkt überschwemmen. Dass ein Repetitorium, welches für Thierärzte und Studirende be- stimmt ist, gleichzeitig nicht auch für„Studirende der Landwirthschaft, u. s. w.“ brauchbar sein kann, bedarf in dieser Zeitschritt wohl nicht der Begründung. Augen- scheinlich hat der Verfasser auch nur die zuerst genann- ten Leserkreise, besonders die Examens-Candidaten als Käufer des Buches in Aussicht genommen, als er die Be- arbeitung unternahm. Ohne eine bestimmte Gewandheit und Ubersichtlichkeit in der Parstellung verkennen zu wollen, welche in compilatorischer Art auch dem gegen- wärtigen Stande der Thiermedicin einigermassen Rech- nung trägt, haftet doch der ganzen Bearbeitung soviel Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit an, dass auch der Examen-Candidat der Thierheilkunde„für schnelle Infor- mation in derWestentasche“ eine gründlichere Bearbeitung erwarten durfte. Ein gutes Repetitorium zu bearbeiten erfordert oft mehr Geschick, als eine grosse wissenschaft- liche Arbeit mit Versuchsergebnissen, Temperaturtabellen, u. s. w. Und ein gutes Repetitorium kann oft mehr nützen, als ein schlecht bearbeitetes grösseres Werk. Deshalb hat der Verfasser eines guten Repetitoriums nicht nöthig, seinen Namen der Mitwelt zu verschweigen. Wenn der Autor der vorliegenden Arbeit dies dennoch gethan hat, so scheint er berechtigten Grund hierzu ge- habt zu haben, denn wir wissen nicht, wem wir dieses Büchlein empfehlen sollen.
Sammlung von interessanten und wichtigen, auf das Veterinärwesen und die Landwirthschaft bezüglichen Entscheidungen, Urtheile und Verhandlungen ver- schiedener deutscher Gerichtshöfe. Herausgegeben von HermannBürchner, Bezirksthierarzt in Lands- berg am Lech. Straubing, Verlag der Attenkofer- schen Buchhandlung. Preis 3 Mk.
Der Verfasser, bekannt durch Herausgabe der Samm- lungen von Verordnungen über das Civil-Veterinärwesen und Veterinär-Medicinalwesen Deutschlands 1874— 76, hat sich hier einer anderen dankbaren Aufgabe unter- zogen. Es sind in dem Werke wichtige Verordnungen und Erkenntnisse auf dem Gebiete der Gewerbepolizei, Seuchenpolizei, Nahrungsmittelpolizei, Hundepolizei, Viehzucht, Viehhandel, Thierquälerei mitgetheilt. Wer da weiss, wie schwierig es ist, gelegentlich solche Ent- scheidungen quellenmässig ausfindig zu machen, wird dem Verfasser ganz besonders dankbar sein. Thierärzte, richterliche und Verwaltungsbehörden werden das Buch als willkommenes Hülfsbuch gern zur Hand nehmen. Für die Eintheilung des Stoffes wäre es vielleicht angenehm gewesen, Reichs- und Landesgeset?gebung zu trennen. Auch bei dem Sachregister wären Angaben darüber, für welches Land und von welcher Behörde die Entschei- dungen vollzogen sind, sehr angenehm gewesen. Viel- leicht wird das bei einer späteren Auflage vervollstän- digt. Im Uebrigen sind wir sicher, dass das Buch viel Verbreitung finden wird.
Berichte über den zweiten österreichischen Thier⸗ ärzte-Tag. Wien, 1892. Preis 2 Mk. Der Bericht ist nach stenographischen Aufzeichnungen verfasst und enthält eine grössere Zahl von Vorträgen, die auch für die Fachgenossen des deutschen Reiches
von grossem Interesse sind. Wir erwähnen von den Re- ferenten: Csokor,„über die Tuberculose der Tres- theorie“, Toscano,„über das Fleischbeschauwesen“, derselbe,„über animale Impfung“, Binder,„über all- gemeine obligatorische Vieh-Versicherung“, Szpilmann, „über die Nothwendigkeit der Reform der thierärztlichen Studien“ u. s. w. Besonders werthvoll ist der Bericht, auch die oft sehr eingehende Besprechung, welche sich an die Vorträge anschliesst.
Lehrbuch des Huf⸗ und Klauenbeschlages von Dr. Pillwax. Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage, bearbeitet von Gutenäcker, Lehrer an der thierärzt- lichen Hochschule in München. 147 Illustrationen. Wien und Leipzig 1892. Wilh. Braumüller. Preis 5 Mk.
Das buchhändlerisch schr gut ausgestattete Werk hat in der neuen Auflage durch die Hand des kundigen Be- arbeiters wesentliche Verbesserungen und Ergänzungen erhalten. Uberall ist den Fortschritten der Pathologie und Chirurgie Rechnung getragen. Wir zweifeln nicht, dass das Buch in der neuen Gestalt viele Freunde finden wird.
Personalien.
Anstellungen und Ernennungen. Thierarzt Zinsser zum Kreisveterinärthierarzt in Schotten. Thierärzte Schaum- kell u. Geerkens zu Repetitoren in Berlin. Der der- zeitige Repetitor an der thierärztl. Hochschule Dr. Rud. Lothes zu Berlin ist vom 5. August d. Js. ab die Kreis- thierarztstelle in Köln verliehen, vom 1. Oktober d. Js. ab die Verwaltung der Departements-Thierarztstelle für den Regierungsbezirk Köln commis. übertragen worden. Der derzeitige Repetitor an der thierärztlichen Hoch- schule in Berlin Pheodor Gütz ist vom 1. Septem- ber d. Js. die commis. Verwaltung der Kreisthierarztstelle für Krefeld übertragen worden.
Offene Stellen.
Offene amtliche Stellen im deutschen Reiche.
[Es werden hier nur diejenigen offenen Stellen stets mitgetheilt, welche seit Erscheinen der vorhergehenden Nummer entweder neu hinzugekommen oder von Neuem ausgeschrieben worden sind. Stellensuchende Thierärzte müssen deshalb auch die vorhergehenden Nummern nachsehen.]
— Kreisthierarzistelle des Kreises Lübben. Bewerbungen an den Herrn Reg.-Präsidenten in Frankfurt a. O.
— Kreisihierarzistelle Rothenburg. Bewerbungen an den Herrn Reg.-Präsidenten in Cassel.
— Kreisihierarzistelle des Kreises Witigenstein. Bewerbungen bis 30. August an den Herrn Reg. Präsidenten in Arns- berg.
— Kreisihierarzisielle des Kreises Ueckermünde. Bewer- bungen bis 15. September d. J. an den Herrn Reg Präsidenten in Stettin.
Oftene nichtamtliche Stellen im deutschen Reiche. — In Bergen a. d. D. i. Hannover.


