50 Thiermedicinische Rundschau etc.

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In allen denjenigen Fällen, wo man durch die Berieselungen mittels des Spray nicht zum Ziele kommt, sei die tracheale Arzneianwendung vorzunehmen, so besonders bei der Lungen- entzündung der Pferde, dem sogen. bösartigen Catarrhalfieber des Rindes u. s. w.

Bei Behandlung der Angina hat der Vor- tragende auch das Calomel als örtliches Desinficiens angewendet. Es wurde 1 Gramm Calomel, mit einem Esslöffel pulverisirten Zucker verrieben, auf den Zungengrund gestreut. Durch das Lecken bringen dann die Patienten das Calomel in die Bachenböhle, wo dasselbe desinfieirend wirken kann.

Für die unteren Abschnitte des Respirations- tractus hãlt Vortragender die intratrachealeInjeetion der Arzneimittel für zweckmässig, wenn eine anti- septische Behandlung erforderlich ist. 10 bis 50 Gramm Jod-Jodkaliumlösung(2:5: 100) täg- lich angewendet, ist für den genannten Zweck ausreichend.

Nach dem Vorgange Eggeling's hat auch der Vortragende bei der Behandlung des sog. bösartigen Catarrhalfiebers des Rindes Berieselungen der Nasenschleimheit und der Augen mit 0,25 proc. Sublimatwasser angewendet. Selbst wenn täglich ein Liter einer einpromilligen Sublimat- lösung verwendet wird, hat Frick keine nach- theilige Wirkung beobachtet.

Bezüglich der antiseptischen Behand- lung des Darmapparates erwähnt der Vor- tragende zunächst, dass man schon vor der Kenntniss von der Bedeutung der Mikroorganismen für den Inhalt des Verdauungsrohres anti- septisch wirkende Mittel, wie die ätherisch-öligen Mittel. das Kalkwasser und dergl. angewendet hat. Neuerdings sind als Mittel, welche gährungs- und fäulnisserregende Mikroorganismen im Darm- canal vernichten, besonders Calomel, Naphthalin und Creolin in Gebrauch. Von diesen ist das Calomel das zweckmässigste und am meisten empfohlen.

Besonders angewendet hat Frick das Calomel bei der Behandlung des Milzbrandes, der septischen Darmentzündung und der Kolik des Pferdes und der Kälberruhr. Beim Milzbrande wurden dem erwachsenen Rinde 2 Gramm Calomel in ½ Liter Mehlsuppe als Schüttelmixtur verabreicht, nach weiteren 2 Stunden 1 Fsslöffel Salzsäure in 1 Flasche Wasser. Nach 2 Stunden von Neuem 1 Gramm Calomel und 1 Esslöffel Salzsäure bis zur Minimaldosis von 6 Gramm Calomel für den Tag. In Gegenden, wo Milzbrand stationär ist, wenden die Besitzer sogleich 1 Gramm Calomel an. So ist es gelungen in einzelnen Wirth- schaften die Zahl der Verluste auf die Hälfte zu verringern.

Der Vortragende glaubt, dass es bei früh- zeitiger und energischer Behandlung gelingt, den Darmmilzbrand durch Calomel und Salzsäure zu heilen. ¹)

Bei der septischen Darmentzündung des Pferdes wurden zunächst 4 Gramm Calomel in Pillenform und dann stündlich 1 Gramm als Pulver auf den Zungengrund gestreut: die Maximal- dosis pro die war 8 Gramm. Tödtliche Aus- gänge, wie sie sonst bei dieser Erkrankung be- obachtet wurden, hat Frick seit Anwendung dieser Behandlung nicht mehr eintreten schen.

Bei der durch gährungserregende Mikro- organismen im Futter erzeugten Kolik der Pferde hat Frick gleichfalls eine Desinfection des Verdauungstractus vorgenommen. Albrecht hatte zu diesem Zweck das Creolin und Popow das Naphthalin empfohlen. Wenn kein Fieber zu- gegen ist, giebt Frick 4 Gramm Calomel in in Pillenform gleichzeitig mit der Aloepille. Handelt es sich um schleichend verlaufende Fälle, so werden zuerst 2 Gramm Calomel verordnet und dann 3— 4 Tage lang täglich 1 Gramm. Ist Fieber vorhanden, so wird 1—2 Gramm Kampher 3 Mal täglich gegeben.

Auch bei dem infectiösen Magen darm- catarrh des Pferdes, wo bei bei den Thieren unter Fieber, Appetitmangel, schmutziggelbe Farbe der sichtbaren Schleimhäute, graugefärbte stark- riechende Faeces nachzuweisen sind, hat Frick Calomel mit Salicylsäure verabreicht und günstige Erfolge erzielt. Zwei Mal täglich wurde eine Pille von 4 Gramm Calomel mit 10 Gramm Acid. salicyl. verabreicht.

Bei der echten Kälberruhr hat der Vor- tragende neben der Desinfection des Stalles und der Regelung der Diät von der Anwendung des Calomel mit Salicylsäure gleichfalls sehr günstige Erfolge eintreten sehen. Jedes kranke Kalb er- hielt zwei Mal täglich ein Pulver, bestehend aus 0,02 Calomel und 0,5 Ae. salicyl. in je einem Esslöffel Milch verabreicht, bis die Krankheits- erscheinungen nachlassen, was mindestens am dritten bis vierten Tag erfolgt. ²)

¹) In der Wochenschrift für Thierheilkunde wird im Anschluss an diese Angaben von Frick noch erwähnt, dass nach dem Vorgange von Meier auch Departementsthierarat Oemler in Merseburg Creolin für die Behandlung des Milzbrandes mit bestem Erfolge verwendet hat. Oemler giebt einem Rinde, bei dem sich Temperaturerhöhungen feststellen lassen, etwa 5 Dosen Creolin zu 20 Gramm in einer Flasche Wasser in zweistündigen Pausen. Beel hat durch innerliche Anwendung des Terpentinöls Milzbrand mit Erfolg behandelt.

²) Bei Behandlung der Staupe des Hundes, wo es sich nach den neuesten Untersuchungen von Schauttyr um den Hundetyphus handelt, habe ich nach Verabreichung von Calomel schon vor 7 Jahren gute Erfolge erzielt. Ebenso