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Thiermedicinische Rundschau etc.

1888. No. 20.

Polizei-Verordnung den Abdeckern der Verkauf des Fleisches der von ihnen geschlachteten Pferde zum menschlichen Genusse untersagt wird, sowie, dass die zur Schlachtung bestimmten Pferde vor dem Schlachten und die Kadaver derselben nach dem letzteren durch einen Thierarzt unter- sucht werden müssen, und Theile des Kadavers zum menschlichen Genusse nicht verkauft werden dürfen, bevor nicht durch ein Zeugniss des Thierarztes die Geeignetheit derselben hierzu erklärt worden ist.

Pw. Excellenz ersuchen wir ganz ergebenst, gefälligst im Einverständniss mit dem Herrn Ober-Präsidenten der Rheinprovinz, welcher sich bereits in derselben Angelegen- heit in im Allgemeinen mit Ew. Excellenz übereinstimmen- dem Sinne gutachtlich geäussert hat, den Prlass ent- sprechender, für beide Provinzen gleichartiger Bestimmungen herbeizuführen und uns seiner Zeit einige Pruckexemplare derselben einzureichen. Das Anlageheft folgt anbei zurück.

Unterschriften. An den Königl. Ober-Präsidenten Herrn v. Hagemeister, Excellenz zu Münster.

Abschrift vorstehenden Erlasses erhalten Ew. Excellenz zur gefälligen Kenntnissnahme mit dem ganz ergebensten Ersuchen, geeigneten Falls auch für die dortige Provinz den Prlass entsprechender Bestimmungen zur Regelung des Pferdeschlächtereigewerbes herbeizuführen.

Berlin, den 2. Juni 1888.

Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-

Angelegenheiten: Gossler. Der Minister für Handel und

Gewerbe: I. V. Magdeburg. Der Minister des Innern: I. A. Zastrow.

Für äas Gerlach-Denkmal sind ferner ein- gegangen:

Vom z. Rector Professor Müller-Berlin 30 Mk.; vom Docent Dr. Schmaltz-Berlin 30 Mk.; vom Freis- thierarzt Dr. Fiedeler-Cosel 30 Mk.; vom Kreisthierarzt O. Koch-Grimmen 30 Mk.: vom Thierarzt Lemke- Berlin 25 Mk.; vom Kreisthierarzt Stappen-Nakel 20 Mk. 5 Pfg.; vom Thierarzt E. Schulz-Christburg 10 Mk; vom Kreisthierarzt Weyden-Neuwied 10 Mk.; vom Kreis- thierarzt A. Arndt-Bolkenhain 10 MkK; vom Kreisthierarzt R Arndt-Schweidnitz 10 Mk.; vom Rossarzt F. Arndt- Schweidnitz 5 Mk.; vom Rossarzt Honert-Wiesbaden 10 Mk.; vom Kreisthierarzt ad. int. Jacobi-Obornik 6 Mk.; vom Oberrossarzt Kattner-Hannover 10 Mk.; vom Oberrossarzt Herbst-Hannover 10 Mk.; vom Rossarzt Dischereit- Hannover 5 Mk.; vom ejnj. freiw. Unterrossarzt Stolle- Hannover 5 Mk.; vom Kreisthierarzt Dr. Felisch-Graudenz 20 Mk.; vom Rossarzt Simmat-Schlawe 5 Mk.; vom Ober- rossarzt Schräder-Rastatt 10 M. 5 Pfg.; vom Kreisthierarzt Wittenbrin k-Waldenburg 10 Mk.; vom Rem.Dep. Ross- arzt Stottmeister-Weissenhöhe 10 Mk.; vom Kreisthierarzt Friebel-Insterburg 20 Mk.; vom thierärztl. Centralverein der Provinz Sachsen etc. 500 Mk.; vom Kreisthierarzt Pietze-Kolmar i. Posen 15 Mk.; vom FKreisthierarzt Wellendorf-Stargard 10 Mk.; vom thierärztl. Verein in Aachen 100 Mk.; vom Dep.-Thierarzt Dr. Schmidt- Lachen 20 Mk; vom Thierarzt Knur-Aachen 10 Mk.; vom Vet.-Assessor Rüffert-Posen 10 Mk.; vom Professor LüpkeStuttgart 10 Mk. Summa 1006 Mk. 10 Pfg. Dazu die früher eingegangenen 10 729 Mk. 10 Pfg. Im Ganzen sind mithin eingezahlt: 11 735 Mk. 20 Pfg.

Der thierärztl. Centralverein der Provinz Sachsen, der thüringischen und anhaltischen Staaten hat, um anderen Vereinen mit einem guten Beispiel voranzugehen, einen weiteren in 2 Raten zu zahlenden Beitrag von 1000 Mk. für das Gerlach-Denkmal bewilligt.

Herr Dr. Schmaltz-Berlin verpflichtet sich zum 1. April 1889 und 1890 je 20 Mk. weiteren Beitrag zu zahlen, falls die Vollendung des Denkmals bis zum 100 jährigen Jubi- läum der Berliner Hochschule gesichert wird.

Diejenigen Herren Berufsgenossen, welche bisher nicht beisteuerten und unter denen sich viele in guten und sehr guten Verhält- nissen befinden, werden wiederholt ergebenst ersucht, ihren Beitrag baldgefälligst ein- zusenden, damit das Denkmal ein Gerlach würdiges und unseren Stand ehrendes werden

könne. Münster, W., den 4. Juli 1888.

Dr. Steinbach, Kassirer für das Gerlach-Denkmal.

Generalversammlung des thierärztlichen Ver- eins für die Provinz Westfalen am 21. Juli vormittags 10 Uhr in Hamm(Hötel Bering.) Aus der Tagesordnung: Antrag des Kreisthierarztes Flindt, den Ort der Vereins- versammlungen alljährlich zu wechseln. Antrag des Vete- rinär-Assessors Dr. Steinbach, die Centralvertretung preuss. thierärztl. Vereine zu ersuchen, bei dem Herrn Landwirthschaftsminister dahin vorstellig zu werden, dass den Kreisthierärzten der Rang der Staatsbeamten IV. Klasse verliechen werde. Antrag desselben, die Centralvertretung zu ersuchen, bei dem Herrn Kriegsminister dahin vorstellig zu werden, dass den Rossärzten nach etwa 4 jähriger ross- ärztl. Dienstzeit der Rang der Militär-Intendantur-Sekre- tariats-Assistenten d. h. der geringste Rang der oberen (subalternen) Militärbeamten Jerliehen werde. Vortrag des Kreisthierarztes Grebe-Altena über einen Fall von Asthma dyspepticum beim Pferde.

Die Gründung einer Thierarzneischule in Con-

stantinopel ist durch kaiserliche Ordre sanctionirt worden.

Es ist bereits eine Commission zusammengetreten, welcher die Feststellung des Lehrplanes und Wahl des Lehrkörpers obliegt.

Die diesjährige 61. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Ooeln, verspricht zufolge einer uns von dem Finführenden der Section für Veterinär- medicin gemachten Mittheilung an Bedeutung ihren Vor- gängern nicht nachzustehen. Zahlreiche Anmeldungen für die AusstellungsgruppeVeterinärmediein sind bereits ein- gegangen Sehr erwünscht wäre, wenn im Privatbesitz von Fhierärzten befindliche Präparate für die Zeit der Ausstellung dem Comité überlassen würden. Für die Section Veterinärmedicin hat sich eine besondere Ver- gnügungscommission gebildet. Ein besonderes Lokal für abendliche Zusammenkünfte, ein gemeinsames Mittagessen mit Damen, ein Ausflug nach dem bedeutendsten Vollblut- zuchtinstitut des Herrn Baron von Oppenheim ist u. A. in Aussicht genommen. Anmeldungen für Wohnungsbesor- gungen werden schon jetzt von dem EFinführenden der Section entgegengenommen.

Unsere Kenntnisse über das Wesen einer Reihe von Hautkrankheiten bei Thieren sind theilweise noch sehr unvollkommen. Der als Forscher auf dem Gebiete der Hautkrankheiten des Menschen als Autorität bekannte Herr Dr. Paul Unna in Hamburg, Herausgeber der Monatshefte für praktische Dermatologie, hat sich nun in freundlichster Weise bereit erklärt, einen jungen Thier- arzt, der in seinem Laboratorium die Dermatosen der Thiere studiren will, bei den Untersuchungen zu unterstützen und zu leiten. Abgesehen von den Thieren der Stadt selbst bietet auch der zoologische Garten zu Hamburg ausreichend Gelegenheit, das nöthige Material zu schaffen. Jüngere Thierärzte, welche also geneigt sein sollten, sich ein halbes Jahr dem sehr nutzbringenden Studium obiger Frage unter so vortrefflicher Leitung zu widmen, mögen sich pald dieserhalb mit Herrn Dr. med. Paul Un na in Hamburg in Verbindung setzen. Wie wir erfahren, sind jetzt einige Plätze im Laboratorium des Herrn Dr. Unna frei. Uebrigens ist die Bearbeitung obigen Gegenstandes ein gutes Thema für eine Inauguraldissertation.