15. Mai.
hört, und aus diesem Grunde weitere polizeiliche Tödtungen von der Ansteckung ausgesetzt gewesenen Thieren nicht rechtfertigen. Die gesetzſiche Einführung einer Zwangs- versicherung aller Viehbesitzer zum Zwecke der Gewährung
einer Entschädigung für mit der Perlsucht behaftete Rinder
halte ich nicht für angemessen, weil diese Seuche ver- hältnissmässig nur in wenigen Viehhaltungen, dort aber dauernd auftritt und somit die Gesammtheit der Viehbesitzer gezwungen würde, für wenige Vichhaltungen dauernd Ent- schädigungen aufzubringen. Unter soſchen Umständen kann den von der Seuche betroffenen oder bedrohten Vieh- besitzern nur empfohlen werden, ihre Viehbestände gegen die befürchteten Verluste pei privaten Vichversicherungen zu versichern.“
Tagesgeschichte.
— Pas Berliner Polizeipräsidium bereitet im Verein mit dem Magistrat eine Polizeiverordnung vor, welche die öffentliche Ankündigung von Geheimmitteln verbietet.
— PDie Senioren der zum R. S. C. gehörigen Lands⸗- mannschaften der veterinärmedizinischen Institute des Peutschen Reiches treffen auch in diesem Jahre zu ge- meinsamen Berathungen unmittelbar nach dem Pfingstfeste Mienstag den 31. Mai) in Rudolstadt ein. Die Theil- nahme seitens„alter Herren“ an jenen Berathungen wird recht sehr willkommen sein.
— Pie Tollwuth ist unter den Hirschen des Richmondparkes ausgebrochen. Von den 1500 Hirschen, welche der Park enthielt, sind bis jetzt 130 getödtet worden.
— Pie thierärztliche Staatsprüfung haben in Hannover ferner bestanden die Herren: Anton May aus Selm(Westfalen) Heinrich Houtrouw aus Bockum. Moritz Rosenberg aus Rahden(Westf.), Fritz Loehr aus Reppen (Braunschweig) und Aſfred Feldhaus aus Hannover.
— Ceneralversammlung des thierärztlichen Ver- eins für die Provinz Brandenburg. Sonntag den 15 Mai er., Vormittag 10 ½ Uhr, zu Berlin im„Hötel de Rome“ Unter den TLinden und Charlottenstrassen-Ecke. Tages Ordnung: u. A. 1. Geschäftliche Mittheilungen. 2. Die tracheale Anwendung von Arzneimitteln. Vortrag des Herrn Professor Dieckerhoff. 3. Die Diagnose fehler- hafter Zustände im Innern des Auges bei Pferden. Re- ferent: Dr. Alprecht. 4. Mittheilungen aus der Praxis.
— Für das Institut Pasteur's jst nach einem Be- schluss des Staatsrathes Pasteur zum Director auf Lebens- zeit ernannt worden. Der aus elf Mitgliedern bestehende Verwaltungsrath wird a)le drei Jahre wieder gewählt.
Personalien.
Auszeichnungen. vom Verein der Thierärzte des Regierungsbezirks Wies- baden zum Ehrenmitgliede ernannt worden.
Beförderungen. Ehrensberger, Veterinär I. Kl. im 2. Feld.Art.-Regt. Braun, Veterinär I. Kl 5 Chev. Regt., zu Stabsveterinären. Albrecht,(Landshut), Weiskopf(Augsburg), Feil(Landau), Veterinäre I. Kl. des Beurlaubtenstandes, zu Stabsveterinären des Beurlaubten- standes, Schies!1, Veterinär II. Kl. im 2. Schweren Reiter- regt. Knoch, Veterinär II. Kl. im 2. Chev.-Regt. zu Vete- rinären I. Kl., Beck Kissingen), Schlampp(München), Unterveterinäre der BReserve zu Veterinären II. Kl des Beurlaubtenstandes ernannt. Förin ger, Veterinär I. Kl. des 2. Train-Bat. erhielt den Charakter als Sta bsveterinär. Graf, Unterveterinär der Reserve wurde zum Untervete- rinär des Friedensstandes im 2. Ulanen-Regt. ernannt.
Anstellungen. Thierarzt Burgmann in Osnabrück ist als Schlachthausinspector des am 20. April eröffneten Schlachthauses daselbst angestellt worden. Dem Thierarzt
Behrens, bisher Assistent am pathologischen Institut der
Thiermedicinische Rundschau etc.
Prof. Dr. Püt? in Halle a. S. ist
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Thierarzueischule Hannover, ist die Repetitorstelle für Ana- tomie und Physiologie daselbst übertragen worden. In die Assistentenstelle tritt Thierarzt Reimers aus Hamburg.
Versetzungen. Vogt, Sek.-Lt. a. D., als Veterinär II. Kl. im 5. Chev.Regt. Erzherzog Albrecht von Oester- reich wieder angestellt. Johannes, Stabsveterinär vom 5. Chev.-Regt. zum 4. Chev.-Regt., Kriegbaum, Veterinär I. Kl., vom 2. Uanen-Regt.(König) zum 2. Feld.-Art.-Regt., Gersheim, Veterinär II. Kl., vom 4. Feld-Art.-Regt zum 6. Ohev.-Regt. versetzt.
Niederlassungen und Wohnsitzveränderungen. Thierarzt Woehner aus Sachsen-Coburg hat sich in Trossingen, O.-A. Tuttlingen, niedergelassen. Thierarzt Nagel ist von Lonsee nach Schussenried übergesiedelt. Thierarzt Rank aus Neunhausen hat sich in der Stadt Gundelfingen, Bezirksamt Dillingen, und Thierarzt Hermann Stauding er aus Augspurg in Dietmansried(Bez-A. Kempten) niedergelassen.
Aus dem Staatsdienst geschieden. Bezirksthierarzt Heinrich Pleitner aus Zweibrücken.
Gestorben. Thierarzt Bergemann in Kiedorf.
Offene Stellen. Offene amtliche Stellen.
Kreisthierarztstelle des Kreises Kehdingen mit dem Amtssitz in Freiburg a. d. Elbe. Bewerbungen bis 1. Juni d. J. an den Herrn Regierungs-Präsidenten in Stade.
Kreisthierarztstelle des Kreises Meseritz. Be-
werbungen bis 17. Juni d. J. an die königliche Regierung
in Posen.
Pistrietsthierarztstelle in Kipfenberg(Mittelfranken). Pixum 1050 Mk. Bewerbungen bis 25. Mai an das Bezirks- amt Eichstätt.
Offene nicht amtliche Stellen.
In Rixdorf bei Berlin. vorstand daselbst.
Auskunft vom Gemeinde-
Bücherschau.
Der„Pferdefreund“, illustr. Fachblatt für Pferdezüchter und Pferdeliebhaber. Herausgegeben vom Kreisveterinär- arztDr. Schaefer in Darmstadt. Monatlich 2— 3 Nummern. Preis 3 Mk. jährlich. officielles Organ des Pferdezucht- vereins im Grossherzogthum Hessen und des Trabrenn- vereins in Frankfurt a. M.
Allen denjenigen, welche sich für die Hebung der
Pferdezucht interessiren, kann diese Zeitschrift als eine
der reichhaltigsten und billigsten bestens empfohlen werden.
Briefwechsel.
Herrn Dr. Sch. in 4. Freundlichsten Dank. Wünsche werden erfüllt.
Herrn B. in D. Für ein solches Zahnpulver, das auch für diese Zwecke zu verwerthen ist, finden wir eben in den Ther. Mitth. folgende Zusammensetzung empfohlen: Cali. carbon. 120,0, Cort. Chin. fusc. 60,0, Conch. praep. 60,0, Pulv. Myrrh. 30,0, Pulv. Caryophyllor. 15,0, 01 Ci- namom. gtt. X—XV. M. ex. f. Pulv.
Herrn F. in B. So lange noch Angehörige des thier- ärztlichen Standes jene Schädigung des Ansehns des Standes und der thierärztlichen Litteratur, sei es aus Gleich⸗ gültickeit, oder aus Unkenntniss, oder aus egoistischen Motiven, direkt oder indirekt unterstützen, werden solche öffentlichen Aergernisse nicht ausbleiben. Gewiss sind die Folgen viel nachhaltiger, als Viele zu ahnen scheinen.— Sie haben vollkommen Recht: Selbstachtung wird immer nachhaltiger die erste Forderung sein müssen, je mehr die Anerkennung anderer Kreise erwartet und erstrebt wird.
Herrn Sch. in C. Besten Dank. Wird verwerthet.
Ihre


