Thiermedieinische Rundschau ete.
1887. No. 16.
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zerstört und also auch nicht unschädlich aus dem Körper wieder entfernt werden. Aber von dieser möglichen Schädlichkeit ganz abgesehen, sind die Veränderungen des Fleisches selbst Grund genug Zur Zurückweisung: denn Fleisch in der peschriebenen Beschaffenheit besitzt den Charakter von verdorbener ekelerregender Esswaare und jst nicht zum Genusse für Menschen geeignet. In Berlin werden die betreffenden geschlachteten Schweine unter Aufsicht ausgeschmolzen und das hierbei gewonnene Fett zur menschlichen Nahrung
verwerthet. G. Sch. ————— Chirurgie. fussrollenentzündung des pferdes(Podotro- chilitis).
Von Fambach-Dresden.
aus der Deutschen Zeitschrift f. Thiermed. Bd n. Beſt.)
Verf. hat über die Fussrollenentzündung des pferdes nähere Studien bei einem seit zwei Jahren daran erkrankten und schliesslich wegen Rotz getödteten Pferde ausführen können. wird für derartige Leiden, pemerkt F., häufig die Bezeichnung„chronische Hufgelenkentzündung“ gebraucht, weil die Fussrolle weder identisch mit dem Hufgelenk noch üperhaupt ein Gelenk ist, vielmehr nur eine an der hinteren Fläche des Strahlbeines gelegene von einem Schleimbeutel umgebene Gleitrolle oder Fläche für die Hufbein- peugesehne bildet, die von dem Hufgelenk voll- ständig abgeschlossen ist. Die Ursachen sind auch hier in disponirende und veranlassende zu unterscheiden. Die ersteren liegen in anatomischen, dem Pferdefuss eigenthümlichen, die letzteren in abnormen Belastungsverhältnissen begründet. Die Vorderfüsse erkranken am häufigsten, die Hinter- füsse nur selten. Die normale anatomische Dis- position kann aber auch durch eine pathologische wesentlich erhöht werden. Steile und enge Hufe disponiren mehr zur Podotrochilitis, dagegen er- kranken spitze und weite Hufe, wegen des voll den Boden perührenden Strahls nicht häufiger als normal geformte Hufe. Zu den veran- lassenden Ursachen sind plõtzliche und heftige Finwirkungen des Belastungsstosses(pei Reit- pferden), übermässige Anstrengung beim Ueber- peben der Last während des Fiehens, sowie pe- günstigend ausserdem kurzer Beschlag, welcher eine vermehrte Belastung der hinteren Hufhälfte und Anspannung der Sehne bewirkt und weiterhin Stollenbeschlag, welcher die Unterstüt?ung der angespannten Sehne qurch das elastische Polster aufhebt. Man kann unterscheiden eine acute und chronische Fussrollenentzündung. Die erstere besteht entweder in einer durch Dehnung
(Separatabdruck
Irrthümlich
hervorgerufenen Entzündung der Sehne mit nach- folgender Exsudation in die interstitiellen Gewebs- zůge oder zugleich in einer Schleimbeutelentzündung, einer Bursitis. Dies sind die leichteren Formen, weil die Resorption des Exsudats in der Sehne wie in der Bursa bei energischer Behandlung eine vollständige Restitution peider erwarten lässt. Pie chronische Podotrochilitis geht entweder aus der acuten hervor oder folgt durch primãre Finreissungen der Sehne ohne vorhergegangene Fntzündung. Geht die chronische aus der acuten Entzündung hervor, so kommt es zur Verdickung der betreffenden Sehnenabschnitte zuweilen bis üper die Ballen hinaus und kann, für die Diagnose wichtig, bequem gefühlt werden. Ausserdem tritt chronischer Hydrops der Bursa mit Neigung zu BRecidiven ein. Ist eine bei Ueberheben der Last entstandene Zerreissung der Sehnenfasern die Ursache der chronischen Entzündung, so nekrotisiren die sich aufrollenden Schnenfasern und pedingen den chronischen Entzündungsreiz. Oft treten bedeutende Zerstörungen der Sehne ein, welche ein Uebergehen der Entzündung auf das Strahlbein mit nachfolgender Ostitis bewirken. Der Ausgang derartiger Prkrankungen kann in vollständiger Heilung sein, wenn der Defect bei geringer Zerstörung der Sehnenfasern durch Nervengewebe ausgefüllt wird. Ist jedoch die Zerstörung weiter vorgedrungen, auf die Rollen- theile üpergegangen, sind tiefer gehende Defecte eingetreten, so wird nur selten eine vollkommene Heilung zu Stande kommen. Verf. erklärt, die Sehnenveränderungen stellen bei der Fuss- rollenentzündung in der Regel das primäre, die Knorpel- und Knochenerkrankung das secundäre Leiden dar. Die Sehne erkrankt durch eine in anatomischen Verhältnissen begründete Disposition, der Knorpel und Knochen des Strahlbeins durch Reibung an den zerfaserten Sehnentheilen und Berührung mit den chemischen Zersetzungspro- dukten derselben. Der Uebergang auf das Strahl- pein ist durch mechanische und chemische Reize pedingt und nicht auf rheumatische Diathese und andere Ursachen zurückzuführen. Je nach dem Entzündungsgrad der Sehne und den organischen Veränderungen an den Rollentheilen ist die Krankheit acut oder chronisch. Die Form der Entzündung, welche mit Sehneneinreissung be- ginnt, zeigt stets den langwierigsten Verlauf und pringt die grössten Veränderungen an den Rollen- theilen hervor.“
Die Behandlung zerfällt in eine medieinische und in eine diätetische. Bei der acuten Form pesteht die medicinische Behandlung in der An- wendung von Eisumschlägen; die diätetische in andauernder Ruhe und Herbeiführen einer Ab- spannung der Sehne, indem die Zehen verkürzt und


