15. Mai.

Thiermedicinische

Rundschau etc.

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eine stärkere Füllung der Blutgefässe ein, Gehörs- verbesserungen wurden erzielt, die Verfasser zum Theil wenigstens darauf beziehen zu dürfen glaubt. dass durch Anregung der Circulation die starren Gewebe im Mittelohr und etwaige krankhafte Adhäsionen gelockert werden. nicht auch vortheilhafte Anwendung bei der Ctitis der Hunde finden können? kef.] E B

Pathologische Anatomie und Pathogenese.

Ueber den Actinomyces musculorum der Schweine. Von Dr. Hertwig-Berlin.

(Sep. Abdruck aus Arch. f. wiss. u. pract. Thierh., i

Verfasser giebt zunächst an, dass das Vor- handensein der von Dunker in der Muskulatur des Schweines gefundenen Pilze durch Virchow, Israel, Schütz, Zopf, Zürn, Plaut u. A. bestätigt worden ist. pilze soll jedoch nicht die Identität derselben mit den von Bollinger bei Rindern, Israel und Ponfick beim Menschen gefundenen und von Harz näher untersuchten Gebilden ausgesprochen sein; vielmehr ist damit nur gesagt, dass die keulenförmigen Pihfäden strahlenartig um den Mittelpunkt gelagert sind. Die Benennung Acti- nomyces suis ist vermieden worden, weil bei den Schweinen noch eine andere Actinomyceskrank- heit vorkommt, welche sowohl durch die patho- logischen Veränderungen als auch durch die Form der Pilze mit der bei Menschen und Rindern beobachteten Actinomycosis genau über- einstimmt. Beim Schweine kommen nämlich zwei Arten von Strahlenpilzen und Strahlenpilz- krankheiten vor, von weſchen die eine ihren Sitz ausschliesslich in der Muskulatur hat, während die andere zur Bildung von Geschwülsten in der Lunge, in der Zunge, vorzugsweise im Futer und zu eiterigen Zerstörungen der Knochen, besonders der Rückenwirbel und Dornfortsätze führt. Zwei Fälle von Zerstörungen der Knochen durch die bei Mensch und Rind festgestellte Actinomycesart sind als die ersten bekannt ge- wordenen auf dem Berliner Schlachthof peim Schweine gesehn worden. Gleichzeitig fand sich in dem Euter eines Schweines ein durch dieselbe Actinomycesart hervorgerufene Geschwulst vor. Um Verwechselungen und Missverständnissen zu begegnen, will Verfasser im Einverständniss mit Dunker die in der Muskulatur der Schweine vor- kommende Strahlenpilzart als Actinomyces mus- culorum suis bezeichnen.

Die Beoachtungen des Verf. erstrecken sich auf ein Material von 187 Schweinen. Nach den

[Sollte das Mittel

Durch die BezeichnungStrahlen-

halten. erkennen,

Wahrnehmungen im Fleische muss die Aufnahme

der Pilzkeime während der Sommermonate oder mit Beginn des Herbstes stattfinden, denn pei den im October geschlachteten Thieren finden sich in der Entwicklung pegriffene oder entwickelte frische Raasen neben zahlreichen Sporen und micro- coccenartigen Körperchen vor. Monat November und December sind nur noch völlig entwickelte und frische Raasen, im Monat Januar vereinzelte verkalkte Raasen und je mehr nach dem Sommer hin nur verkalkte Raasen zu finden, bis schliesslich nur solche Raasen vorhanden sind. Mikroskopisch sieht man bei 40 50 facher Vergrösserung grau oder braun gefärbte Stellen, die rundlich scharf abgegrenzte Körperchen ent- Bei 300 facher Vergrösserung kann man dass diese Stellen meist aus kleinen mikrococcenartigen Körperchen bestehen, zwischen welchen häufig keulenförmige Pilzfäden liegen. Die Muskelsubstanz ist in der Umgebung erkrankt. färbt sich durch Cochenille weniger gut als die Pilze, welche dunkler erscheinen. Solange die Verkalkung der Pilze nicht vollständig eingetreten ist, gelingt es durch Zusatz von Säuren die Kalk- Salze zu lösen und die Pilzfäden wieder aufzu- hellen; nach eingetretener vollständiger Verkalkung ist letzteres dem Verf. nicht gelungen. Die Pilz- fäden gehen durch die vollständige Verkalkung

jedenfalls zu Grunde.

Die Beschaffenheit des Fleisches leidet durch die Anwesenheit der Pilze mehr oder weniger erheblich. Das Fleisch ist erweicht, lässt sich mit dem Finger leicht durchstossen und ist in hohem Grade wässrig. An den pilz- haltigen Stellen hat die rothe normale Farbe eine gelblich graue angenommen. Diese Verände- rungen treten nach dem Erkalten des Fleisches und an abgeschnittenen und auf einem Teller aufbewahrten Stücken noch schärfer hervor.

Form, 2erstörende Tendenz, Widerstands- fähigkeit gegen Säuren und Alkalien rechtfertigen die Zuordnung dieser Pilze zu den Actinomyces hominis und bovis. Lithion-Cochenille und nach- herige Behandlung mit einer Alkohol-Salzsäure- Mischung bringt nach Dunker die Pilze und die hervorgerufenen Veränderungen am besten zur Anschauung.

Wie die Pilzkeime in den thierischen Orga- nismus gelangen, ist mit Sicherheit noch nicht nachgewiesen, es scheinen dieselben aber mit dem aufgenommenen Futter eingeführt zu werden.

Bezüglich der Fleischschau ist Verfasser der Ansicht, dass das Fleisch solcher Schweiee nicht für die menschliche Nahrung zugelassen werden darf. Mag es auch nicht Ursache der Actinomy- cose des Menschen werden, so zeigt doch die grosse Widerstandsfähigkeit gegen Säuren, dass die Pilze nicht durch den Verdauungsprocess