Thiermedicinische
Bü I. No 14.
Herausgeber N Dr. E. Schleidemühl
Halle a. S.
vndl
besonderer Berücksichtigung der
1886 87
è Expedition Wilh Hanp's Verl
Halle a. S.
vergleichenden Pathologie und des gesammten Veterinär-Medicinalwesens. Glelchteitig Organ zur Vertretung der Iteressel ües iierärzilichen Stnies.
Neue Lolh der im Jahre 1885 auf dem Gebiete der Thiermediein“.
pIe Rundschau erscheint alle 14 Tage in der
trägt 2,50 Mk. pro Vierteljahr und ist dieselbe durch Wilhelm Knapp in Halle a. S. und durch jede Buchhandlung zu beziehen.
Stärke von 1 ½ Bogen. Der Abonnementspreis be- Den 15 April 1887 direct an den Herausgeber, Annoncen u. Correcturen
penrate Theil wolle man
an den Verleger senden. Inserate werden mit 20 Pf. die 3 gespaltene Petitzeile berechnet. Bei Wieder- holungen hoher Rabatt. Beilagen nach Uherennt
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Inhalt. Pütz: Siechthum und Untergang einer Heerde Schweine in bolge massenhafter Aufnahme von Brut
der Taenia marginata.— Chauveau und Kaufmann: Der Traubenzucker. das Glycogen, die Entstehung des Glycogens in Beziehung zur Production von Wärme und mechanischer Arbeit in dem thierischen Haushalt.— Bauer: Ueber die Incubationsdauer der Wuthkrankheit beim Menschen.— Dieckerhoff: Die Behandlung der Blutfleckenkrankheit des Pferdes mit Jod.— Chatin: Untersuchungen über den Cysticercus des Schafes.— Johne: Ueber die Entwickelung von Milzbrandsporen im Cadaver.(Schluss.)— Klemm: Eine neue Spatoperation.— Herrmann: Prophylaxis bei Verletzungen, die durch den Biss wuthkranker Thiere entstanden.— Angerer: Bemerkungen über die Herstellung antiseptischer Sublimatlösungen.— Veterinärpolizei und gerichtliche Thierheilkunde— Mittheifungen aus thierärztlichen Versammlungen.— Kleine Mittheilungen.— Therapeutische Nachrichten— Tagesgeschichte.— Personalien— Offens amtliche Stellen.— Bücherschau.— Priefwechsol.— Aweigen.
„Nachdruck ohne Genehmigung des Herausgehers verboten.“ (Reichsgesetz v. 11. Juni 1870.)
Siechthum und Untergang einer Heerde Schweine in Folge massenhafter
Aufnahme von Brut der Taenia marginata. Festgestellt und mitgetheilt von Prof. Dr. Pütz in Halle a. S.
Ein mir um die Mitte Dechr. 1886 über- sandtes Futer von einem Mutterschweine, das als Ferkel auf einer Weide gehütet worden war, enthielt eine Menge kleiner bis eigrosser Cysten, die mit käsigem Fiter erfüllt waren. Opgleich von Bandwurmköpfen keine Spur zu finden war, so blieb nach der Beschaffenheit fraglicher Cysten zu urtheilen, doch kaum ein Zweifel, dass es sich um untergegangene Blasenwürmer und zwar der Grösse und ovalen Form nach, wahrscheinlich um Cysticereus tenuicolis handelte. An der Innen- wand der festen bindegewebigen Kapsel waren Reste der eigentlichen Schwanzblase noch deutlich zu erkennen. Pa in den inneren Organen fragl. Schweines nirgends entwickelte Blasenwürmer gefunden worden waren, so glaubte ich eine Infection mit Brut von Taenia Echinococeus aus- schliessen zu dürfen, obgleich einzelne Cysten aus mehreren Abtheilungen bestanden. Ein mir witgesandtes Stückchen Zunge enthielt mehrere verkalkte Knoten von etwa Erbsengrösse, die wohl auch auf untergegangene Blasenwürmer zurückzuführen waren. Da noch mehrere Schweine mit Geschwülsten im Euter und in der Ohrdrüsen-
gegend bei demselben Besitzer vorhanden waren, so bat ich um event. Ueberlassung eines ganzen Cadavers zur Section. Dementsprechend wurde mir Anfangs Januar 1887 ein todtes Schwein unsecirt zur weiteren Untersuchung zugesandt. Bei demselben fand sich eine kopfdicke Geschwulst im Bereiche der inken Ohrdrüse, die den nämlichen Charakter zeigte, wie die vorhin erwähnte Euter- geschwulst. Nach Fröffnung der Bauchhöhle fand sich im Mesenterium ein vollständig ent- wickelter, etwa hühnereiergrosser Oysticercus“ tenuicolis. In den Lungen waren auch hier einige erbsengrosse Knoten vorhanden, welche ziemlich sicher von untergegangenen Blasen- würmern herrührten. Echinococcen oder andere Blasenwürmer fanden sich nicht. Meine weiteren Erkundigungen beim Eigenthümer ergaben Fol- gendes;
Im Alter von ungefähr drei Monaten wurden 14 junge Schweine eines Rittergutes in der Nähe von Halle im Jahre 1884 etwa 4 Monate lang auf die Weide geschickt. von denen einige bereits bald nach dem Weidegange verendeten. Die
Mehrzahl derselben siechte langsam dahin unter 27
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