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15. Februar.
die Verhältnisse dort Aenderungen nicht rathsam erscheinen lassen.
Die Nothwendigkeit, dem Rector oder Pirector dieser Schulen, die, wie gesagt. nur über einen kleinen Lehr- körper verfügen, zugleich auch die der grossen Admini- stration, die mit den Thierarzneischulen verbunden, zu übertragen, bietet eine weitere Schwierigkeit. Es ist eine grosse Anzahl von Thieren vorhanden, welche in der Klinik behandelt werden, andere, die zu Untersuchungen, zu Experimenten benutzt werden,— geuug, die Verpflegung derselben, der ökonomische Theil der Verwaltung erfordert jedenfalls, dass der Wechsel in der Persönlichkeit des Leiters kein zu häufiger ist. Wäre dass der Fall, würde man alljährlich einen Wechsel in der Person des Directors haben, so würde die naturgemässe Folge die sein— was in früheren Jahren schon hier bestanden hat,— dass neben dem wissenschaftlich-technischen Leiter der Aka- demie zugleich auch ein Verwaltungsdirector stehen würde, der dann diese ganze innere administrative Leitung der Anstalt haben würde; das hat früher bestanden und hat zu Unregelmässigkeiten und Missverhältnissen geführt.
Im Uebrigen glaube ich darauf hinweisen zu sollen, dass das Thierarzneischulwesen seit Mitte der siebziger Jahre bereits sehr erhebliche Reformen und Förderungen gefunden hat, und dass es mir nicht zweckmässig scheint, jetzt schon wieder mit einer neuen Steigerung der An- sprüche vorzugehen. Durch die letzten Organisationen wird verlangt, dass derjenige, der sich der Thierarznei- wissenschaft widmen will, die Reife für die Prima eines Gymnasiums oder einer Realschule erster Ordnung hat. Das ist eine wesentliche Steigerung in den Ansprüchen gegen die frühere Zeit gewesen, und soweit ich übersehen kann, hat das bisher durchaus nützlich gewirkt und zu einer wesentlichen Hebung auch des thierärztlichen Standes geführt. Ebenso ist die Lehrverfassung bei den Akademien. die also einen festen Unterrichtsplan für die sieben Semester des Studiums vorschreibt, noch vor nicht langer Zeit einer eingehenden Prüfung unterzogen worden, und ich glaube auch, dass dieser Unterrichtsplan nach keiner Richtung hin einer besonderen Neuerung oder Reform bedarf, sondern die bisherigen Erfahrungen lassen uns hoffen, dass der Lehrplan den Zwecken genügt, denen die Anstalt dienen soll. Ich glaube, dass doch der erste Zweck ist, dass in diesen Anstalten Thierärzte ausgebildet werden, die allen den praktischen Anforderungen genügen, welche die heutige Praxis an sie stellt, dass sie aber auch auf der anderen Seite nicht künstlich ihre Stellung so weit wissenschaftlich und sonst heraufzuschrauben suchen, dass sie sich gewisser- massen zu gut glauben, um die Verrichtungen zu erfüllen. die nach verschiedenen Bezichungen hin nothwendig mit der thierärztlichen Praxis verknüpft sind. Ich glaube also, dass die wissenschaftlichen und sozialen Ansprüche, die von der Seite gemacht werden können, sich in Einklang halten müssen mit den eigenen allgemeinen Leistungen, und dass der Stand bereits jetzt schon wesentlich gewonnen hat durch die höhere wissenschaftliche Richtung, die bessere Ausbildung, die er seit einer Reihe von Jahren genossen hat. Ich würde also glauben, dass nach dieser Richtung die vorhandene Verfassung der beiden Thier- arzneischulen keiner erheblichen Aenderung bedarf, sondern dass die jetzige der wissenschaftlichen und sozialen Stellung der jetzigen Eleven entspricht.
Ein Punkt, auf den in thierärztlichen Kreisen grosses Gewicht gelegt zu werden pflegt, scheint mir allerdings nicht von der besonders hohen Bedeutung. Das ist der Wunsch, dass man den Thierarzneischulen den Namen einer Hochschule oder einer Akademie ertheilen möge. Ich muss sagen, ich halte von diesen Bezeichnungen die eine für so gut wie die andere, und gerade da ich dies nicht kür etwas Prhebliches halte, so kann ich nur sagen, dass ich kein besonderes Bedenken dagegen hegen würde. Wenn
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eine solche Titeländerung das Selbstgefühl dieses Staudes zu heben geeigner wäre, so würde ich meinerseits dagegen kein besonderes Bedenken haben. Auf der anderen Seite aber möchte ich doch wiederholt betonen: ich halte es nicht für wünschenswerth, dass das agitatorische Treiben in diesen Kreisen, das nicht sowohl gerichtet ist auf wissen- schaftliche Hebung des Standes, also auf eine Ueberhebung und Ueberspannung der Ansprüche, einen Vorschub und eine weitere Nahrung finde durch die heutigen Verhand- lungen.(Bravo)
Abgeordneter Dr. Schläger: Wenn ich dem 6Ge- dankengang des Herrn Ministers richtig gefolgt bin, s0o glaube ich bestätigen zu dürfen, dass er das Wohlwollen und die Fürsorge für die thierärztliche Wissenschaft voll- ständig noch ebenso besitzt wie früher, wofür ihm die sämmtlichen Thierärzte Deutschlands sehr dankbar sind. lch muss meinerseits die Hoffnung aussprechen, dass der Herr Minister nicht durch das, was er agitatorisches Wesen nennt, irgendwie eine Missstimmung gegen die gerechten Bestrebungen der Herren in sich aufkommen lässt.
Seit vorigem Jahre bin ich in den Stand gesetzt, die sämmtliche Literatur, wenn nicht zu lesen, so doch anzu- schen— sie ist mir zugegangen—; und ich habe daraus den entgegengesetzten Schluss gezogen wie der Herr Minister. Ich glaube in der That, abgeschen von einzelnen Persönlichen Angriffen, die in solchen wissenschaftlichen Zeitschriften nicht ausbleiben können, mögen sie nun medicinisch oder theologisch sein,— sie sind immer von neuem Zeugen dafür, dass ein wissenschaftliches Leben und Interesse für die ganze Angelegenheit vorhanden ist, und gerade alle die Bestrebungen in den Schriftstücken, wenn sie abgelöst sind von der einzelnen Auffassung und einzelnen Persönlichkeit, führen dahin, dass das Gutachten der Deputation; worüber der Schleier zu meiner grossen Freude jetzt etwas gelüftet ist, sicherlich Beifall findet.
Aber die Andeutungen, die der Herr Minister ge- macht hat über Vorkommnisse, die doch mehr oder weniger zu gunsten der übrigen Petenten sind, die sich hier wieder bei uns gemeldet haben, zeigen, dass ein Fehler in dem ganzen System liegt; und gerade dieser Fehler kommt dann niemals zur Schärfe und zur Geltung, wenn gleich- berechtigte, gleichgebildete, auf gleicher Stufe der Wissen- schaft stehende Männer unter sich einen Rector, einen Leiter einen primus inter pares wählen und die Geschäfte leiten. Uebrigens, wenn dies zu Tage getreten ist, so ist leicht eine Remedur da.
Im übrigen hoffe ich, dass die Erwägungen des Herrn Ministers baldthunliehst dahin erfolgen möchten, die Vor- schläge durchzuführen, die gemacht sind; denn ich gebe zu, dass es wesentlich darauf ankommt, dass die hiesige grosse und berühmte Anstalt zunächst mal den Beweis liefert, ob eine Umgestaltung des ganzen Instituts der Wissenschaft förderlich sein wird. In dieser Hinsicht ent- halte ich mich jedoch eines bestimmten Antrags.
[Wir begnügen uns einstweilen mit der Wiedergabe des stenographischen Berichtes und behalten uns vor, dem- nächst des Näheren auf die Prörterungen zurückzukommen.]
— Cerlach-Denkmal. An Beiträgen sind ferner ein- gegangen: Vom Kreisthierarzt a. D. Dr. Schneidemühl! in Halle a. S., Herausgeber der Thiermedicinischen Rund- schau, 20 M.; vom Schlachthofverwalter Zell in Hörde, Westf., 10 M.; vom Kreisthierarzt Kunert in Dramburg 15 M.; vom Kreisthierarzt Klingenstein in Glatz 20 M.; vom Thierarzt Bösenroth in Havelberg 3 M.; vom Thier- arzt Hirschel in Putlitz 3 M.; vom Rossarzt Höpfner in Perleberg 3 M., vom Rossarzt Feuerhack in Perleberg 3 M.; vom Thierarzt Mertens in Lenzen 3 M.; vom Thier- arzt Mentzel in Kletzke 3 M.; vom Oberrossarzt Wulff in Perleberg 10 M.; vom Kreisthierarzt Schäfer in Perle- berg 10 M.; vom Kreisthierarzt Romann in Hünfeld 5 M.;
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