86
Phiermedicinische Rundschau ete.
188
Angelegenheit einer aus den Herren Dr. Schaefer, Pr. Weidner und May bestehenden Commission zu übertragen, welche bis zum 1. August 1887 Bericht erstatten soll. Bezüglich Beisteuerung zum Gerlachdenkmal wurde die Betheiligung den einzelnen Mitgliedern überlassen. Ebenso die Angelegenheit der Errichtung eines Denk- mals für Bouley. Schliesslich wurde noch von Dr. Schaefer der eingehend begründete Antrag gestellt, der Verein wolle bei der Regierung die Einricatung bacterio- logischer Curse für die Thierärzte, namentlich beamteten an der Universität Giessen anregen; und falls der Antrag Seitens der Regierung abgelehnt werden sollte, möchte der Verein mit den betreffenden Docenten die Erfüllung des Wunsches erstreben. Der Antrag wurde angenommen.— Den Schluss der Verhandlungen bildeten noch innere An- gelegenheiten des Vereins.(Wird fortgesetzt.)
Kleine Mittheilungen.
des„Rouget du
— Möglichkeit die Uebertrasung porc“ aut andere Thiergattungen. Auf Veranlassung einer landwirthschaftlichen Gesellschaft in Frankreich wurden von Thierarzt Herbet eine Reihe von Versuchen vorgenommen, um festzustellen, in wie weit auf andere Thiere der Schweinerothlauf mittels Impfang übertrag bar ist. Das Ergebniss der Versuche war, dass Pferde, Rinder, Schafe und Hunde unempfänglich für dieses ihnen einge- impfte Gift sind, während die Controlschweine zu Grunde gingen.
— Ueper die Schutzimpfung gegen die Hunds- wuth hat Pasteur am 2. November v. J. der Pariser Aca- demie wieder eine Mittheilung gemacht, der zufolge er neuerdings das Verfahren etwas modificirt hat. Bis zum 31 Oktober v. J. haben 3490 Personen in Paris die Prä- ventivimpfung gegen die Hundswuth durchgemacht. Es waren darunter 80 Engländer, 52 aus Oesterreich-Ungarn, 9 aus Deutschland, 191 aus Russland, 2 Angloinder. 22 aus Bumänen, 57 Belgier, 107 Spanier, 10 Griechen, 14 Hol- länder 165 Italiener, 25 Portugiesen, 7 Türken, 2 Schweizer, 18 Nordamerikaner, 3 Brasilianer 1726 Franzosen und Algerier.
— In Belgrad hat sich ein Konsortium von reichen Handelsleuten gebildet, welches mit dem französischen Kriegsministerium eine grosse Fleischkonserven-Lieferung abgeschlossen haben soll.
— Von 16 deutschen vieh-Versicherungsgesell- Schaften hatten im Jahre 1884 die Sächsische 11 Millionen Mark Versicherungssumme, die„National“Versicherungs- gesellschaft gegen Trichinengefahr 8 ½, die„Braunschwei- gische“ über 8, die„Rheinische“ Gesellschaft gegen 8 Millionen.
— Nach dem Medicinalkalender pro 1887 besitzt der Regierungsbezirk Stade die wenigsten AKerzte, nämlich nur 82. Die grösste Zahl hat der Reg. Bez. Düsseldorf mit 567 und Breslau mit 529. Ferner giebt es noch 86 Städte, in denen überhaupt kein Ar?t existirt. Durch- schnittlich kommt auf 87,9 Quadratkilometer ein Arzt. Im
egierungsbezirk Gumbinnen wird erst auf 143,0 im Re- gierungsbezirk Düsseldorf dagegen schon auf 9,6 Quadrat- kilometer ein Arzt gezählt.
Tagesgeschichte.
Zu dem VI. Internationalen Congress für Hygiene und Demographie, welcher unter dem hohen Protektorate des Kronprinz Rudolf von Oesterreich steht, sind für Deutschland als Referenten für Thiermediein (Impffrage) die Herren Oper-Regierungsrath Dr. L ydtin in Karlsruhe in Baden und Professor Dr. Püt?z in Halle a. S.
perufen worden; ferner von Frankreich Dr. Chamber- land, Direktor des Pasteur'schen Laboratoriums in Paris, von Oesterreieh Professor Dr. Csokor in Wien, und von der Schweiz Dr. Custer in Rheineck(St. Gallen). Ale geuannten Herren haben ihre Theilnahme zugesagt. — Vor der Königl. Prüfungs-Kommission zu Han- nover haben die Herren Jacob Beckers aus Busch, Albert Bundle aus Bamberg, Johann Dove aus Quendorf, Albin Haeselbarth aus Zschoepel, Eduard Lund aus Schleswig, Paul Moeller aus Osnabrück, Martin Meifort aus Valer- moor, Paul Mathias aus Kappe. Albert Nagel aus Willers- hausen. Heinrich Schmit? aus Welldorf, Carl Schmeider aus Hagenow, Peter Schoenen aus Langendorf, Paul Schrader aus Hannover, Joseph Schwarztrauber aus Zweibrücken, Hermann Tillmanns aus Herbern, Joseph
Weinberg aus Euchen das thierärztliche Staatsexamen absolvirt. Bücherschau.
Der Lehrmeister im Hufbeschlag. Ein Leitfaden für die Praxis und die Prüfung von Lungwitz. Dresden 1886. G. Schoenfeld. Preis 2 Mk. 2. Auflage.
Pie Schrift soll besonders als Leitfaden bei einem geordneten Unterrichtsgange für Hufschmiede dienen und wird der Zweck durch zZahlreiche Abbildungen im Text sehr gefördert. Ausserdem befinden sich in einem Anhange in alphabetischer Reihenfolge geordnet die in den einzelnen Staaten Deutschlands bestehenden Gesetze und Ausführungs- Verordnungen betreffend die gewerbsmässige Ausübung des Hufbeschlages. Das Werkchen wird gewiss bei den Interessenten eine günstige Aufnahme finden.
Jahresbericht über die Leistungen auf dem Gebiete der Veterinärmedicin unter Mitwirkung hervorragender Fachgenossen. Herausgegeben von Ellenberger und Schütz. Berlin-Dresden. V. Jahrgang.(1885). 1886, Berlin, Aug Hirschwald. Preis 5,60 MK.
Zwanzig Mitarheiter haben hier auf 162 Seiten über die wichtigsten Fortschritte auf dem Gebiete der Veterinär- medicin referirt. Welche Menge von Material ist in diesen vielen Hunderten von Referaten verarbeitet. Die grosse Zahl der practischen Thierärzte kann nicht alle Zeitschriften halten, um sich auf diese Weise zu informiren. Mit Hilfe dieses Jahresberichts ist jeder Thierarzt in der Lage sich auf dem Laufenden zu erhalten, ohne viel Zeit und— was ja bei vielen ebenso wichtig— ohne viel Geld dafür ver- wenden zu müssen. Mit Leichtigkeit ist der Leser im Stande je nach Bedürfniss sich über die Fortschritte in der einen oder anderen Disciplin informiren zu können. Schliess- lich ist aber auch Jeder, welcher sich genauer über einen Gegenstand anterrichten will, durch die genaue Literatur- angabe in der Lage bequem die Originalstudien ausführen zu können. Wir können deshalb nur wünschen dass jeder für den Fortschritt seiner Wissenschaſften nicht abgestumpfte Thierarzt den Jahresbericht in seiner Bibliothek hat. Für die sorgfältige Bearbeitung desselben verdient die Redaction alles Lob.
Personalien. Verzeichnis der in der Zeit vom l. Apri 1885
bis l. April 1886 in Deutschland approbirten Thierärzte.
I. Preussen. 1 Arens. Heinrich Wilhelm, Ruhwarden in Oldenburg. 2. Artmann, Rudolf Karl Jacob Julius, Braunschweig. 3. Becher, Heimich, Dorndorf, Kreis Jena. 4. Beck, Eugen Albert, Ulm Königreich Württemberg. 5 Becker,


