15. December.
PThiermedicinische Rundschau etc. 69
Box geführt; nebenher erhielt es während 10 Tagen 40 g der Fowler'schen Lösung. Das Resultat soll ein gutes gewesen sein. Von an- deren französischen Thierärzten wird gleicher Erfolg berichtet. Verf. hat nun das von Nocard empfohlene Verfahren auch bei einem Pferde angewendet, wo nach 12 Monate langem Ge- brauch ein Recidiv eingetreteen war. Es trat zwar eine Besserung, aber keine wirkliche Heilung nach Verlauf von 14 Tagen ein, obwohl nur der innere Eckstrebenwinkel der Schle erkrankt war. Das Pferd musste mit Deckeleisen und Theerverband versehen ungeheilt wieder entlassen werden. Prof. Pütz bezweifelte daher sehr, dass die er- wähnte Methode Nocard's sich bewähren wird, glaubt vielmehr, dass das Plumbum nitricum unter den jetzt bekannten Mitteln als das wirk- samste, wenn auch nicht als specifisches Heil- mittel gegen den Hufkrebs zu empfehlen sei.
Dieser letzte Satz findet zum Theil bereits jetzt seine Bestätigung durch Nocard selbst, der im Rec. méd. vét. vom 15. October d. J. mit- theilt, dass die antiseptische Behandlung des Hufkrebses die auf selbige gesetzte Hoffnungen nicht erfüllt habe. Von 6 Pferden sind durch fragliche Behandlung nur 2 gebessert worden, während dieselbe den 4 anderen keinen Vortheil gewährt hat.
Arzneimittellehre.
Ueber illusorische und praktische verwerthbare Sublimatlösungen in Brunnenwasser. Von Prof. Fürbringer, Berlin. (Peutsche Medicinal-Zeitung No. 63. 1886.)
In der thierärztlichen Praxis dürfte das Brunnen- wasser noch bei weitem häufiger zu Sublimat- löõsungen verwendet werden, als in der menschen- ärztlichen. Wir glauben daher im Interesse der thierärztlichen Praktiker zu handeln, wenn wir an dieser Stelle das Wesentlichste aus obiger Arbeit reproduciren.
Bei den Untersuchungen welche Verf. im Verein mit dem Hofapotheker Dr. Stütz in Jena bezüglich des vorliegenden Gegenstandes anstellte, ergab sich, dass, wenn Sublimatlösungen mit hartem Quellwasser, das pekanntlich reich an kohlensauren alkalischen Erden zu sein pflegt, bereitet werden, sich unlösliche Quecksilbersalze niederschlagen und die Wirksamkeit der Lösung illusorisch machen.
Es stellte sich heraus, dass bei der„Lösung“ von 1,0 Sublimat in 1 Liter reinem, aber harten (8o) Brunnenwassers über 80% der Zersetzung anheimfallen und kaum 20% gelöst bleiben, mit anderen Worten, keine 1%0 sondern nur eine 0,2% 0 Lösung(1: 5000) resultirt, und weiter: wenn eine bis zu 0,8%0 Lösung bezweckt wird,
bleibt überhaupt kein Sublimat gelöst, sondern die gesammte Menge sedimentirt als praunes Hydrargyritetraoxychlorid; die überstehende klare Flüssigkeit bildet dann antiseptisch unwirksames Wasser.
Im Einklange mit diesen Resultaten stehen die bacterioskopischen Versuche nach den Koch'schen Methoden, wonach 1%%(Gn Wahrheit 0.2% 0) Sublinatlösungen in Brunnenwasser nicht im Stande waren, die Sporen der Gartenerdebacillen zu pe- einflussen. Ein gleiches Resultat illustrirt Verf. durch ein entsprechendes Experiment.
Uebrigens muſs hervorgehoben werden, dass in hartem Quellwasser die Zersetzung des 158- lichen Quecksilberchlorids in das unlösiche Tetra- oxychlorid ganz allmählich erfolgt, so dass Be- denken bezüglich der Verwendung solcher Lösungen unmittelbar nach ihrer Herstellung in Wegfall kommen.
Um nun das harte reine Brunnenwasser unter allen Umständen mit Vortheil verwenden zu können, schlägt Verf. vor, zu diesem Zweck die Bicarbonate durch Säuren in andere Salze über- zuführen.
Auf 1 Liter Wasser, das 0,2 Ca0 in Lösung hält, würde nöthig sein:
von 96% Schwefelsäure.. 0,368 g „ 25% Salzsäure „ 30% Salpetersäure
Salicylsäure 0
Von der Salicyl- und Essigsäure würden also auf das Liter des Sublimatbrunnenwassers von ersterer 1,0, von letzterer 0,5 g zuzufügen sein, was sowohl für die Verwendung metallener In- strumente als auch für die Behandlung von Wunden, Schleimhäuten etc. in praxi ganz unbe- denklich geschehen darf.
Namentlich bei Verwendung der wohlfeilen und der Lösung nicht bedürfenden Essigsäure lässt sich dann das Liter brauchbarer Sublimat- lösung auf das Bequemste für wenig Pfennige herstellen.
Notitz über lchthyol.
Von Schweninger(Charité-Annalen XI, 1886).
Ichthyol hat sich bei einer ganzen Reihe von Krankheiten, wo es Verf. anwendete, vortheilhaft gezeigt. So besonders bei allen Formen von Rheumatismus, Lumbago, Gicht, Neuralgieen, Gontusionen. Verbrennungen, bei Pityriasis, Seborrhoe, Ichthyosis, Ekzem, Lichen, Prurigo, Pruritus, Herpes, Akne rosacea, Psoriasis, Erysipel, Furunculosis, Lymphangeitis, Panaritium, Lepra, auch bei acuten Fxerathemen. Das Mittel kann lange Zeit ohne Schaden innerlich und äusserlich


